Stiftunglife

Donnerstag, 23. November 2017

Sprechstunde im Delta


Normalerweise hält Doktor Jo Draws seine Sprechstunde zu geregelten Zeiten in seiner Praxis in der Celler Innenstadt. Hier im Delta von Myanmar ist alles anders, hier wird zu jeder Zeit behandelt, zu der ein Patient an Bord kommt, sieben Tage in der Woche, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Wie kommt es, dass ein Arzt seine geordnete Praxiswelt verlässt, um Patienten im Delta zu behandeln....

Die Welt in Celle ist überschaubar: Dr. Draws kennt Dr. Potthoff und der ist zusammen mit seiner Frau schon seit vielen Jahren bei den Swimming Doctors engagiert. Von ihren Reisen in das goldene Land haben die beiden immer wieder faszinierende Bilder und Berichte mitgebracht. Es dauerte nicht lange, bis die Frage im Raum stand „Kann ich da mal mitkommen, gibt es da auch was für mich zu tun?". Die Antwort ist auf dem Foto zu sehen. Drei deutsche Ärzte und eine Hebamme begleiten den 71. Einsatz der Swimming Doctors im Delta. In ein paar Tagen werden sie wiederkommen, mit vielen glücklichen Bildern und Eindrücken im Gepäck/jg

Auf dem Heimweg

Die November Mission der Swimming Doctors geht dieses Mal ein paar Tage früher zu Ende. Das Schiff ist auf dem Weg nach Yangon, um dort in die Werft zu gehen. Fünf Tage, eine Routineuntersuchung: einmal im Jahr wird das Schiff von unten angeschaut, damit mögliche Beschädigung am Rumpf früh erkannt und repariert werden können. Am 1. Dezember starten Schiff, Mannschaft in Gäste dann zur nächsten Fahrt ins Delta/jg

Mittwoch, 22. November 2017

Doctor Win Ko Oo


Was ist aus dem Medizinstudenten Win Ko Oo geworden, der sieben Jahre lang Student in unserem Mentorenprogramm war. Wohin geht die Reise? Nachdem er sein Studium erfolgreich abgeschlossen hat, arbeitet er jetzt als Assistent bei den Swimming Doctors3. Hier auf dem Foto mit dem ganzen Aerzteteam und den beiden Krankenschwestern. Schön, wenn wir den Nachwuchs auch weiterhin fördern können und sie auch mit uns arbeiten mögen/ds 

Dienstag, 21. November 2017

ELLA Kindergarten



Heute Morgen hat die feierliche Eröffnung des Ella Kindergartens statt gefunden. Das ganze Dorf war dabei und hat geklatscht als das Band durchgeschnitten wurde und die Ballons ihren Weg gen Himmel nahmen. Der stellvertretende Township Officer und andere ehrenwerte Gäste betonten, wie glücklich und dankbar sie dem Spender sind für dieses Gebäude. Die Zukunft des Landes liegt in den Händen dieser Kinder. Das Bildungsministerium auf höchstem Niveau bis hinunter in die Schulen möchten gut ausgebildete Kinder haben und vor allem Kinder, die eigenständig denken können und Verantwortung übernehmen können. Nur so wird das Land in Zukunft auch in der Globalisierung mithalten können. Regierung, Schulen und Eltern sollen Hand in Hand arbeiten. Und was dieses Gebäude betrifft soll in guter Zusammenarbeit zwischen den Lehrern, der Dorfgemeinschaft und der Stiftunglife dafür gesorgt werden, dass es ein sicherer Ort ist für die Kinder, wo sie gerne lernen. Mit unserem PAUL tragen wir zu sauberem Trinkwasser bei und damit zu einer besseren Gesundheit. Auch dafür sind sie sehr dankbar. Die Kinder hier haben den Luxus, dass sie kleine Klassen haben. Das sind gute Voraussetzungen zum Lernen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort/ub

Vorsichtiger Optimismus

Außenminister Sigmar Gabriel sieht für die Rohingyas in Bangladesch gute Chancen für eine Rückkehr nach Myanmar. Nach einem Treffen mit Aung San Suu Kyi äußerte er sich gestern optimistisch für entsprechende Vereinbarungen zwischen den beiden Nachbarstaaten. Der Nordwesten ist das ärmste Gebiet von Myanmar, in das die Rückkehrer kommen. Hier gibt es noch weniger Arbeit, noch weniger Schulen, noch weniger Chancen. Es braucht viel Kraft und Optimismus, wenn man sich dort eine Lebensgrundlage schaffen möchte. Diesen vorsichtigen Optimismus unterstützen wir mit einem ganz konkreten Projekt: im kommenden Jahr werden wir den Bau einer Schule im Nord Rakhine Gebiet finanzieren und organisieren/jg

Montag, 20. November 2017

Gestern war Welt Toilettentag....


.....und heute gehen die Kinder wieder zur Schule -und in der Pause auf die Toilette. Nicht auf diese Edelschüssel, die würde von Illma Gore, einer Künstlerin aus Los Angeles, erschaffen. Sie musste für den Bezug immerhin 24 Original Louis Vitton Taschen und einen Koffer opfern. Allein die Materialbeschaffung kostete 18.000 Dollar – hinzu kam die Vergoldung von Deckel und Becken. Drei Monate arbeitete Ilma Gore an dem Objekt, welches nun für 100.000 Dollar angeboten wird. Als Kunstwerk. Die Toilette ist voll funktionsfähig. Das Objekt hat die originalen Marken-Schilder und zeigt keine sichtbaren Nutzungsspuren". Obwohl es zahlreiche Interessenten für eine Probe-Sitzung gab, harrt das Werk noch unbenutzt auf einen Käufer. 

Nach reiflicher Überlegung haben wir uns entschlossen, an unseren Schulprojekten weiterhin burmesischen Toiletten zu bauen, das Stück für 20 Dollar. Von dem eingesparten Geld investieren wir ein paar Kyat in eine Toilettenfrau. Die ist bei den Kindern dringender nötig, als ein Vitton Outfit. Mit Hilfe dieser Frau wollen wir die Kinder dazu bringen, sich nach jedem Toilettengang die Hände zu waschen. Das ist ganz sinnvoll in einem Land, in dem viele Menschen noch mit den Händen essen/jg

Sonntag, 19. November 2017

No more Plastik Bags



Wie schön, wenn Kinder den Erwachsenen zeigen, wie man es macht: Melati und Isabel Wijsen haben sich selbst und der Welt bewiesen, wohin Energie und Ideenreichtum führen kann. Mit etwas Glück wird die Insel Bali im kommenden Jahr plastikfrei sein. Jedenfalls Plastiktüten frei. Dank der TED Talks und der Bambi Preisverleihung sind die beiden Mädel berühmt geworden. Hoffen wir, dass viele junge Menschen dem guten Beispiel folgen. In Myanmar bauen wir im kommenden Jahr unsere zweite Plastik Recyclings Anlage - unser kleiner Beitrag zu einer plastikfreien Welt. In München werden heute bestimmt weitere Ideen für eine bessere Welt vorgestellt, bei der TEDx Konferenz in den Kammerspielen/jg

Samstag, 18. November 2017

Hamburger Tafel



Anfang Oktober beklagte die Hamburger Tafel, dass ihre Lager leer sind. Dies löste eine unvorstellbare Welle der Hilfsbereitschaft aus. Kreativste Ideen, Geld- und Lebensmittelspenden führten zum Erfolg! Seht Euch auf dem Foto das Ergebnis an. Das Lager der Tafel ist nun für den beginnenden Winter gut gerüstet. Schön zu wissen, dass die Arbeit der Tafel so aktiv unterstützt wird - in Hamburg, München, Berlin und 920 weiteren Städten in Deutschland/jg 

Freitag, 17. November 2017

Vorbildlich


Das Savoy Hotel ist ein schöner Platz in Yangon, egal ob man zum Frühstück auf der Terrasse sitzt, oder Abends im Restaurant fine dining genießt mit Blick auf die Shwedagon Pagode. Das die Eigentümer des Hotels viel Gutes für die Menschen tun, sei nur am Rand erwähnt, dann bei diesem Eintrag geht es eigentlich um eine Kleinigkeit. Allerdings eine Kleinigkeit mit großer Wirkung: das Hotel verzichtet auf Wasserflaschen, die sonst überall im Land üblich sind.Sauberes Trinkwasser wird hier angenehm gekühlt aus Edelstahl eingeschenkt, in der Bildmitte rechts ist die Karaffe zu sehen. Das Savoy ist ein kleines Hotel, vielleicht sind es hundert Gäste, die dort täglich Essen und Trinken. Wenn jeder Gast drei Flaschen Wasser braucht (die Standartflasche hat 0,5 Liter) sind das 300 Flaschen pro Tag, 9.000 Flaschen im Monat, mehr als 100.000 Plastikflaschen im Jahr. Wie gesagt, das Savoy ist ein kleines Hotel.....

Umweltschutz fängt in vielen kleinen Dingen an, die wir selbst in der Hand haben. Wir hoffen, dass das gute Beispiel Schule macht. Auch in Deutschland: seit zwei Monaten gibt es in München „Refill" in 40 Läden und Cafés. Dort wird kostenloses Leitungswasser ausgeschenkt, um Plastikmüll zu vermeiden/jg 

Donnerstag, 16. November 2017

Schuleröffnung am 15.11.


Die zwei Stunden Autofahrt von Bagan haben sich gelohnt: elch ein Empfang bietet sich uns heute! Geschmückte Ochsenkarren  warten auf die ausländischen Gäste. Über Stock und Stein fahren wir mehrere Hundert Meter zur Schule. Durchgerüttelt kommen wir an der Schule an, jetzt wissen wir gleich, wie es den Menschen hier täglich geht, wenn sie zur Arbeit aufs Feld fahren und wir zollen Respekt! Mehrere Hundert Menschen aus den fünf umliegenden Dörfern haben sich am Eingang der Schule versammelt, die Schüler stehen in Reih und Glied Spalier! Es ist ein überwältigender Anblick! Nachdem das Band mit den Ballons durchgeschnitten ist und die Schule mit Weihwasser eingeweiht ist geht es weiter mit den Reden. Wir hören wie stolz die Menschen sind, dass Ausländer ihnen  unter die Arme greifen um das zu verwirklichen, was ihnen sehr am Herzen liegt: einen sicheren Ort zu haben, an dem ihre Kinder zur Schule gehen können und für eine gute Zukunft zu lernen. Sie versprechen uns alles in ihrer Macht stehende zu tun um die Schule auch über diesen festlichen Tag hinaus zu unterstützen. Das ist ganz in unserem Sinne, denn wir möchten die Schulen langfristig unterstützen, nicht nur mit dem Gebäude und dessen Wartung, sondern auch mit sauberem Trinkwasser, Gesundheitserziehung und -förderung und einer verbesserten Hygiene. Es liegt ein langer herausfordernder Weg vor uns, auf den wir uns sehr freuen. ub

Mittwoch, 15. November 2017

Mein Tipp


Gestern habe ich mich mit Andreas getroffen. Das sind immer gute Gespräche und ein Austausch von Ideen und Informationen. Andreas hat mir noch einmal Qliqz ans Herz gelegt. Das ist der erste Browser mit eingebauter Schnellsuche und Schutz der Privatsphäre. Man bekommt Informationen ohne Werbeblocker und ohne Trekking der eigenen Seitenaufrufe. Die Idee aus dem Haus Burda, einen Wettbewerber gegen Google in den Markt zu bringen, hat sogar Harvard Professoren zum Staunen gebracht. Mich auch, ich habe mir den Browser runtergeladen und gleich mal geschaut, was es dort über die Swimming Doctors zu lesen gibt. Information ohne Werbung, das hat mich überzeugt. Danke, Andreas 😊

Dienstag, 14. November 2017

SUSANNE und HELEN School



Liebe Susanne und lieber Sven,
wir haben heute eure Schulgebäude besucht und wir haben uns sehr gefreut, tadellos! Die Lehrer sind so froh über das Gebäude, es ist schön kühl drin, obwohl es draußen heiß ist! Ich war heute mit Dieter unterwegs, mit dem ich mir in der Zukunft die Schulbetreuung teilen werde. Ihr wisst ja, dass es immer mehr Schulen werden, und wenn wir die Betreuung weiterhin gut machen wollen und vielleicht auch ausbauen, dann ist es gut einen Partner dazu zu haben. Hier kommt unser Bericht. Alles sieht sehr gut aus, der Schulhof sehr sauber, die Gebäude voll mit Schülern, vorbildlich. Beide Gebäude sehen gut aus, es gibt nichts zu bemängeln. Es gibt Wasser in den Toiletten und auch Seife, der PAUL wird von den Mönchen gut versorgt. Sie erklären uns auch, dass der PAUL ein Mal in der Woche sauber gemacht wird. Die Schulleiterin ist nach der Geburt ihres Sohnes wieder in der Schule, das freut mich, denn die Zusammenarbeit mit ihr ist gut. An manchen Stellen ist die Dachrinne verbogen, so dass, wenn's regnet, Wasser darüber hinaus läuft. Bei den Toiletten sind einige der Steckverbindungen der Wasserleitungen nicht dicht, das ist aber nichts gravierendes.  Die Lehrer sind froh, dass die Wände im Susanne Gebäude inzwischen weiß gestrichen sind, das hat für mehr Helligkeit gesorgt und weniger Mücken!
Schüler 550, Lehrer 15, KG- Grade 8, PAUL
Liebe Grüße aus Bagan
Ursula und Dieter

Wir schieben Oma



Auch in Celle hat unsere Idee Freunde gefunden. Zwei Häuser machen mit. Sie öffnen ihre Türen für zehn Frauen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Die Helferinnen leisten den älteren Menschen Gesellschaft und verbringen regelmäßig Zeit mit ihnen. Es wird zusammen gebastelt, gesungen und es werden Ausflüge in die Stadt oder in´s Grüne gemacht. Eine Win - Win Situation entsteht, in der Menschen aus verschiedenen Welten miteinander reden. Das tut beiden Seiten gut/sf

Montag, 13. November 2017

Für die Münchner Tafel



Normalerweise beschäftigen sie sich mit Zahlen und Paragraphen, doch für zwei Tage tauschen Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Rechtsanwälte und Mitarbeiter der Kanzlei Warth & Klein Grant Thornton ihre Anzüge gegen Tafelschürzen und Sweatshirts. Die erste Gruppe wird im Lager der Münchner Tafel mit Rollen, Pinseln und Farbeimern ausgestattet, um die ergrauten Wände im Keller der Großmarkthalle zu weißen. Mit einer tollen Mannschaftsleistung erstrahlt der Lagerbereich innerhalb eines Tages in reinstem Weiß. Lagerleiter Fred Weiland freut sich: „Das schaut gleich viel heller und freundlicher aus." An der Ausgabestelle am Westtor gibt es für die Kanzleimitarbeiter dann die klassische Tafel-Arbeit: Ein riesiger Sack mit Bio-Müsli wird binnen kürzester Zeit portioniert und an die Bedürftigen verteilt. Tafelgast Elfriede freut sich: „So ein leckeres Bio-Müsli könnte ich mir normalerweise nicht leisten." Hannelore Kiethe, Vorsitzende Münchner Tafel ist ganz begeistert und bedankt sich für die Mithilfe. Tolle Leistung, weil wir von der Stiftunglife nicht so talentiert sind beim Streichen, kümmern wir uns mit dem Lions Club München Opera um ein neues Fahrzeug für die Münchner Tafel: jeder gibt, was er kann/jg 

Ein Mentor trifft seine Studenten



Dear friends, as planned, Dr Biesinger met his students at the hotel where he stays in Mandalay in the evening of 5th November. May Zin Thein who is now working as a nurse at Mandalay General Hospital is able to communicate very well with him and his team from Germany though Aung Ko Chit is a little shy as a first year student. I hope Dr Biesinger's dream of working together with his students in an operation theatre one day will come true very soon. Thanks very much for your arrangement for Myanmar students to have such a great mentor. Best regards, Khin 

Sonntag, 12. November 2017

Was macht eigentlich Christine?

Christine macht ein Praktikum bei der Stiftung. Dieses Mal nicht im Büro in Celle, sondern im kleinen Homeoffice in München. Vor einem Jahr war Christine in Myanmar, Anfang des kommenden Jahres möchte sie wieder ins goldene Land reisen. Über Facebook ist sie zu uns gekommen. Nun bekommt Christine ein bisschen Hintergrundwissen für die nächste Reise, indem sie mir bei der Arbeit über die Schulter schaut – und mir viele Kleinigkeiten abnimmt. Hier auf dem Foto packt die sympathische Österreicherin gerade kleine Geschenke ein für unsere Tombola Anfang Dezember auf dem Wirbelsäulen Kongress in Stuttgart/jg

Ein Tipp für den nächsten Sonntag


Am nächsten Sonntag in München lohnt sich ein Besuch in den Kammerspielen - auch für die, die nicht regelmäßig ins Theater gehen. Am nächsten Sonntag kommen mit TEDx frische Ideen auf die Bühne. Das wird ein interessanter Nachmittag für alle, die sich für die Welt von Morgen interessieren, ich bin dabei/jg

Samstag, 11. November 2017

Ausgezeichnet


Redlichkeit, Beharrlichkeit und kritisches Denken. In diesen drei Disziplinen werden Schüler an an einer Schule in Somaliland ausgezeichnet. Wolf hat das Foto von seinem letzten Einsatz mitgebracht: 

Liebe freunde, hier das versprochene bild aus der amerikanischen schule in Somaliland. ich freue mich natürlich darüber, wenn unsere Schulprojekte auch inhaltlich wirken. wenn meine Erfahrung als "Teach the teacher " und Trainer von modernen Lehrformen an der uni gewünscht wird, kann ich gerne etwas beisteuern, das goldene Dreieck der lehre:. ziel jeder Bildungsmassnahme vom Kindergarten bis zum lebenslangen lernen ist die Vermittlung von Kompetenz, die sich aus drei Komponenten zusammensetzt : dem Wissen (knowledge) ,den Fähigkeiten und Fertigkeiten  (skills ) und der Einstellung und Haltung (attitude). alle 3 Komponenten sind gleichwertig und müssen gelehrt und lernt werden/wm 

Freitag, 10. November 2017

Schöne Worte

Bei uns um die Ecke wirbt ein Biomarkt für einen „Enkelfreundliche Lebensstil". Mir gefällt diese Formulierung, in diesen zwei Worten ist alles drin, was uns wichtig sein sollte. Jetzt müssen den schönen Worten nur noch die Taten folgen, frei nach Erich Kästner : Es reicht nicht das Wollen, man muss es auch tun" jg

Donnerstag, 9. November 2017

Die Entwicklung stimmt nachdenklich


Chronische Unterernährung ist in Deutschland glücklicherweise eher selten anzutreffen. Trotzdem ist auch hierzulande aufgrund verfehlter Ansätze in der Sozialpolitik eine Rückkehr der sogenannten Ernährungsarmut festzustellen. Dies lässt sich „eindrucksvoll" und drastisch durch den traurigen Erfolgszug der Tafeln belegen. Aber auch im Kleinen mehreren sich die Indizien, dass Hunger oder Mangelernährung einen Weg zurück in die Gesellschaft finden. Das fehlende Pausenbrot des Kindes ist dann eben nicht nur auf die Vergesslichkeit der Eltern, sondern deren prekären Lebensverhältnisse zurückzuführen. Allein diese Entwicklung stimmt schon sehr nachdenklich. Der Perversion dieses Problems wird man sich aber erst bewusst, wenn man sie in den gesellschaftlichen Kontext einordnet. Gerade habe ich lernen müssen, dass eine durchschnittliche Biogasanlage täglich (!) mit rund 15 Tonnen Mais gefüttert wird. Zwar handelt es sich hierbei auch um den nicht essbaren Teil der Pflanze. Allerdings hinterlässt diese Größenordnung auch so ein verstörendes Gefühl. Dies umso mehr, als es sich nicht etwa um Abfallprodukte handelt, sondern der Mais gezielt nur für die Vergasung und Verstromung angebaut wird. Denn Biogasanlagen lassen sich wegen der Logistikkosten überhaupt nur wirtschaftlich betreiben, wenn für sie gezielt im nahen Umland Substrat angebaut wird. Jetzt ließe sich die Betrachtung so verkürzt beenden und über die Förderung von Biogasanlagen schimpfen, wo man doch mit dem Mais auch hungernde Schüler versorgen könnte. Tatsächlich ist es aber natürlich nicht ganz so einfach. Schließlich befürworten wir alle auf der anderen Seite auch als umweltbewusste Bürger Biostrom und die Abkehr von fossilen Brennstoffen. Ebenso ließe sich argumentieren, dass die Vergärung eigener Lebensmittel den Import aus Drittländern steigert und somit ggf. Bauern in Afrika unterstützt.  Doch all diese differenzierten Überlegungen helfen dem Kind ohne Pausenbrot auch nicht weiter. Wir sind daher sehr froh, die Tafeln seit langer Zeit unterstützen zu können und bedanken uns ganz herzlich für das geballte ehrenamtliche Engagement der Helfer! tg