swimming doctors

Im weit verzweigten Flussdelta des Irrawaddy-Flusses südlich von Yangon leben rund 6 Mio. Menschen in kleinen Dörfern, häufig fern ab von jeder Gesundheitsfürsorge und ärztlichen Hilfe. Die Wasserfahrt zu einem Arzt oder Krankenhaus bedeutet für viele Hilfesuchenden und Patienten oftmals eine stundenlange Anfahrt; auch können viele Bewohner die notwendigen Behandlungen nicht bezahlen. Nach dem tropischen Wirbelsturm Nargis, der 2008 im Delta verheerende Zerstörungen hinterließ, lag deshalb die Idee nahe, mit einer mobilen Klinik eine medizinische Grund- und Notfallversorgung zu den Menschen zu bringen. Im Jahr 2010 nahmen die „Swimming Doctors 1“ ihre Tätigkeit auf. 2014 wurde „Swimming Doctors 2 „ in Betrieb genommen und Anfang 2017 an die Artemed-Stiftung übergeben .Denn durch eine grosszügige Spende der FUTURA-Stiftung konnten wir Swimming Doctors 3 bauen und ab November 2016 in das Delta schicken. Dort ist es nun 12mal im Jahr über 3 Wochen unterwegs und läuft auf einer festen Route 7 zentral gelegene Dörfer ohne adäquate ärztliche und zahnärztliche Versorgung an. Eine Woche dient der Nachrüstung im Heimathafen Yangon und der Erholung der Mannschaft. Swimming Doctors 3 ist mit allem ausgestattet, was eine mobile Klinik braucht: Untersuchungs- und Behandlungsräume, Untersuchungsräume, Diagnostik mit Ultraschall, EKG-, Labor, OP, Überwachungsraum und Zahnarztstuhl. Eine achtköpfige Crew steuert das Schiff sicher durch das Delta. Das burmesische medizinische Team besteht aktuell aus einem erfahrenen Allgemeinmediziner, einem Junior- Doktor, einer Zahnärztin und drei Schwestern.

Täglich suchen 50 – 70 Patienten das Schiff auf. Die Bedürfnisse sind vielfältig: Zahnweh, chronische Rücken- und Gelenkbeschwerden, chronische Lungenentzündungen, Herz-Kreislaufbeschwerden, Durchfallerkrankungen, Kinderkrankheiten, entzündete Wunden, Frauenleiden und Probleme in der Schwangerschaft. Dazu sind akute Notfälle zu behandeln und kleinere Eingriffe in Lokalanästhesie durchzuführen. Fast auf jedem Einsatz sind deutsche Ärzte/Ärztinnen und Zahnärzte an Bord, um das burmesische Team mit Rat und Tat zu unterstützen. Die Onboard –Tätigkeit ist für beide Seiten bereichernd und prägend. Rund zwei Euro bezahlen die Dorfbewohner für den Arztbesuch einschließlich den notwendigen Untersuchungen und Medikamente. Stiftunglife gibt sechs Euro pro Patient dazu. Mönche, Kinder und Mittellose werden umsonst behandelt. Ab 1.1.2017 wurde ein burmesischer Arzt als medizinischer Koordinator vor Ort für die drei im Delta tätigen Schiffe "swimming doctors" (Stiftunglife ), "River Doctors" (Artemed-Stiftung) und "mobile clinic" (Amara-Stiftung) eingestellt. Als Pendant dazu haben die drei deutschen Stiftungen in München schon 2016 die Arbeitsgemeinschaft "Delta Docs“ gegründet.

Ansprechpartner Wolf Mutschler, Ludger Potthoff und Dieter Buhtz.

Vorträge: Zur Gesundheitsversorgung in Myanmar und im Delta und Swimming Doctors 2