swimming doctors

Im weit verzweigten Flussdelta des Irrawaddy-Flusses südlich von Yangon leben rund 6 Mio. Menschen in kleinen Dörfern, häufig fern ab von jeder Gesundheitsfürsorge und ärztlichen Hilfe. Die Wasserfahrt zu einem Arzt oder Krankenhaus bedeutet für viele Hilfesuchenden und Patienten oftmals eine stundenlange Anfahrt; auch können viele Bewohner die notwendigen Behandlungen nicht bezahlen. Nach dem tropischen Wirbelsturm Nargis, der 2008 im Delta verheerende Zerstörungen hinterließ, lag deshalb die Idee nahe, mit einer mobilen Klinik eine medizinische Grund- und Notfallversorgung zu den Menschen zu bringen. Im Jahr 2010 nahmen die „Swimming Doctors 1“ ihre Tätigkeit auf. 2014 wurde „Swimming Doctors 2“ in Betrieb genommen und kreuzt seitdem im regelmäßigen 3-Wochen-Turnus im Delta. Eine Woche dient der Nachrüstung und Erholung der Mannschaft in Yangon. „Swimming Doctors 2“ ist mit allem ausgestattet, was eine mobile Klinik braucht: Untersuchungsräume. Diagnostik mit Ultraschall, EKG- und Labor. OP und Überwachungsraum. Zahnarztstuhl. Eine achtköpfige Crew steuert das Schiff sicher durch das Delta. Ein erfahrener Chirurg, ein junger Allgemeinarzt, drei Schwestern, ein Zahnarzt und ein Laborant stehen für die medizinische Betreuung bereit.

Täglich suchen 50 – 70 Patienten das Schiff auf. Die Bedürfnisse sind vielfältig: Zahnweh, chronische Rücken- und Gelenkbeschwerden, chronische Lungenentzündungen, Herz-Kreislaufbeschwerden, Durchfallerkrankungen, Kinderkrankheiten, entzündete Wunden, Frauenleiden und Probleme in der Schwangerschaft. Dazu sind akute Notfälle zu behandeln und dringliche Operationen, z. B. Kaiserschnitte- und Blinddarmoperationen vorzunehmen. Außerdem ist es uns ein Anliegen, zu impfen, über Zahnhygiene aufzuklären und Gesundheitsfürsorge zu betreiben. Immer wieder sind deutsche Ärzte/-innen an Bord, um das burmesische Team mit Rat und Tat zu unterstützen. Im Jahr 2014 waren dies ein Zahnarzt, eine Gynäkologin, ein Kinderarzt und ein Chirurg. Die Onboard-Tätigkeit ist für beide Seiten bereichernd und prägend. Rund zwei Euro bezahlen die Dorfbewohner für den Arztbesuch einschließlich den notwendigen Untersuchungen und Medikamente. Stiftunglife gibt sechs Euro pro Patient dazu. Mönche, Kinder und Mittellose werden umsonst behandelt.

Vorträge: Zur Gesundheitsversorgung in Myanmar und im Delta und Swimming Doctors 2