Stiftunglife

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Warum wir unser Konto bei der Sparkasse haben



Es gab mal Zeiten, da haben wir uns den guten Anzug angezogen, wenn wir zur Bank gingen. Zeiten, in denen es nicht halb so viel Banker gab, aber einige Bankiers. Zeiten, in denen Vertrauen die Grundlage von Geldgeschäften war. Das muss alles lange her sein. Heute fällt uns nicht viel Gutes ein, wenn wir von den Banken sprechen. Etwas anders sieht die Welt der Sparkassen aus. Die leben das Regionalprinzip und sind nach Ihrer Satzung verpflichtet, Teile ihrer Erträge in die Kommunen auszuschütten, in denen sie tätig sind. Sportvereine, Kindergärten und Jugendgruppen in ganz Deutschland gehen zu "ihrer" Sparkasse, wenn sie finanzielle Unterstützung brauchen. Für uns ist das ein Grund, unser Stiftungskonto bei der Sparkasse in Celle zu führen. Heute, am Weltspartag, geht es bei uns ums Geld/jg

Fördern und fordern

Urlaubstage auf der Insel Kreta können unbeschwert sein, wenn man die Reise pauschal und all inclusive bucht. Die andere Variante - sich mit Land und Leuten beschäftigen - ist bunt und vielschichtig. Besonders, wenn Kostas dabei ist und uns die Hintergründe erklärt. Je mehr man sich mit Griechenland in der Krise beschäftigt, desto dunkler werden die Farben. Das hübsche Dorf auf dem Foto steht seit Jahren leer. Eine Geisterstadt am Meer, gebaut mit EU Mitteln. Geht man der Frage nach, wer Schuld ist an solchen Investitionsruinen, sind wir leicht geneigt zu sagen "Natürlich, die Griechen, die haben ja schon immer über ihre Verhältnisse gelebt." Man könnte aber auch das Geldverteilsystem der EU in Frage stellen. In Celle wird ein Kreisel am Neumarkt gebaut, von dem niemand so recht weiß, ob die Stadt ihn braucht. Auf Kreta, ein paar Kilometer wird ein Rathaus saniert, das keiner braucht. In einem aussterbenden Dorf wird ein großzügiger Parkplatz angelegt, es gibt aber kaum noch Autos dort. Projekte, die gebaut wurden, weil das Geld der EU da war und verbraucht werden musste. Der Sprung zur Stiftung ist einfach. Auch wir vergeben Fördergelder, wenn wir Schulen bauen und Studenten unterstützen. Um diese Investments zum Erfolg zu bringen, muss man von Anfang an die richtigen Fragen stellen, Mitarbeit fordern - und jedes Projekt eng begleiten. Das Verteilen von Fördergeldern allein ist kein Garant für den nachhaltigen Erfolg/jg

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Philippine Student

Wieder ein Grund zur Freude: mit meiner Studentin Angelica habe ich wirklich das große Los gezogen. Sie ist klug, kreativ, erfolgreich und hübsch - das sind gute Voraussetzungen fürs Leben. Auf dem Foto ist sie rechts direkt neben ihrem Professor zu sehen. Congratulation Angelica, hier ist Ihr report vom final exam:
"Well, obviously, among all the groups who presented, yours is the best." Those were the words of our professors after evaluating our report about the Educational Technology of Singapore. About a month ago, our professor told us that our final examination will be a presentation of the countries in Asia. There was a draw-lots back then and we picked Singapore. Different groups presented their countries in different ways. At first, we planned to act as tour guides in way of introducing Singapore but the one who picked Malaysia (who became the first reporter) did it already. So, we think of another plan. Good thing, my groupmates agreed of what my plan is. We got the highest grade of all. It's our semestral break, three semesters more. Thank you for the non-stop support. We love you! Regards from Calapan City, Angelica

Myanmar Student

Natürlich freuen wir uns, wenn es unsere Studenten geschafft haben. Nicht nur das Studium, sondern auch den Sprung in den Beruf. Nach Jahren bekommen wir noch glückliche Nachrichten von unseren Schützlingen. Manchmal, wie hier von Htoo Wai, sogar aus dem Dschungel:
Dear Kyi Kyi, I am now working at Road Project site between Magway and Nay Pyi Daw. I cannot use telephone there. It is like a jungle. There is nothing, nobody. But, I am happy to work. Thank you Kyi Kyi for your advice to work. Htoo Wai Kyaw

Dienstag, 28. Oktober 2014

Myanmar - Dr. Potthoff and his medical student





Good evening Mr Gessner , please find attached photos of Dr Potthoff and his student, Thant Sin Win at the orphanage. Dr Potthoff will write or tell you more separately when he has more time. Everything went well today. He will be picked up by Capt Wilk's staff tomorrow at the East at 7.30 am and he will go to the delta by car to join Swimming Doctors there. His student, Thant Sin Win, arrived Yangon with his father this morning for the first time and was impressed by many things out of which he was most excited the new experience working together with his mentor, Dr Potthoff at the orphanage. About 60 children were examined, provided some relevant medicines and instructed for further medical checkup at a clinic for one fairly serious case. Merci really looks great after surgery last year. Rose also has put on some weight and she looks quite fit. Best regards, Khin

Montag, 27. Oktober 2014

Myanmar - Ursula berichtet/2

Ich hatte Glück, wurde zu einer birmesischen Hochzeit eingeladen. Im Festsaal gab es Reis und Hühnchen, während das junge Hochzeitspaar mit einem Filmteam von Tisch zu Tisch ging, um die Gäste zu begrüßen. Dann wurden dem Brautpaar Jasminblumen umgehängt, der Vater steckte seinem Sohn und die Mutter ihrer Tochter den Ehering an. Die Hochzeitsgesellschaft ging nach draussen, um in einer feierlichen Prozession mit Brautjungfern, Brautpaar und den Eltern wieder reinzukommen. Das Brautpaar nahm auf der Bühne Platz, auf dem Fußboden vor den Opfergaben, die Eltern dahinter in großen Sesseln. Die Dankbarkeit der Kinder wurde ausgiebig zelebriert, dann mischten sich Brautpaar und Eltern unter die Gäste. Wir hatten inzwischen gegessen, geredet und unsere Foto's mit dem Brautpaar gemacht. Nach einer Stunde gingen wir nach Hause. Nicht, ohne unsere Geschenke abzugeben. Die wurden auf zwei Tischen im Freien säuberlich gestapelt und notiert, wer was geschenkt hat. Zur Erinnerung gab's einen Windfächer. Eine burmesische Hochzeitsfeier, geprägt von vielen Zeremonien/ub

Myanmar - Ursula berichtet/1



Meine zweite Reise für die Stiftunglife verläuft wieder positiv. Gemeinsam mit Min Min besuche ich verschiedene Schulen in und um Bagan. Einen Tag zusammen mit Bob und Olivia, den Spendern der OLIVIA School - hier auf dem Bild zusammen mit der Lehrerin sehen. Die Reise ging dieses Mal über Land. Bei unserer Ankunft lag die Schule verlassen da, die Schüler waren in der Mittagspause nach Hause gegangen. Die Schule hat einen schönen Schulhof, mit schattenspenden Bäumen. In den letzten Monaten wurden noch mehr Pflanzen gepflanzt, so daß die Schule einen sehr einladenden Eindruck macht. Wir setzen uns zu einer Besprechung mit dem Schulkomitee zusammen. Sie wollen einen Wassertank bauen. 10.000 Gallonen als Feuerlöschreserve. Es erscheint uns sinnvoll das Dorf in diesem Vorhaben zu unterstützen. Vielleicht könnte das Wasserreservoir auch als Trinkwasserreseve genutzt werden? Vielleicht in Verbindung mit dem Paul? Wir werden noch darüber nachdenken. Die Diskussion war gut, das Komitee denkt mit und engagiert sich. Nach der Mittagspause verteilen Bob und Olivia Geschenke an "ihre Kinder". Die. Beiden freuen sich über den Zustand der Schule - die Freude auf der anderen Seite ist genau so groß/ub

Sonntag, 26. Oktober 2014

Plus Ein Euro



Das Thema "Fairer Lohn für die Näherinnen in Bangladesch" ist wieder in den Medien. Besonders, nachdem nun auch der Minister gesagt hat, dass es gut wäre, wenn jeder von uns einen Euro mehr bezahlen würde. Ein anfassbares Ergebnis hat die Diskussion allerdings (noch) nicht gebracht. Ich frage mich auch, ob die Welt wirklich noch ein weiteres Label braucht. Aber was können wir als Verbraucher tun? Wie können wir sicherstellen, dass dieser eine Euro mehr auch tatsächlich bei den Näherinnen in der Fabrik ankommt? In einem Wettbewerb wurde das Plakat von Melissa Klingelhöfer von Hochschule RheinMain ausgezeichnet. Es ist die gelungene Umsetzung der Vorstellung "Konsum ist Politik" in der jede Entscheidung beim Einkauf eine Wahl ist - der Konsument stimmt für oder gegen ein bestimmtes Produkt. Hoffen wir, dass sich bald ein Hersteller findet, der bereit ist, Textilprodukte "plus ein Euro" anzubieten. Es gibt Verbraucher, die sich dafür entscheiden würden/jg

Samstag, 25. Oktober 2014

In der Mitte Deutschlands



Dachte ich in der Vergangenheit an Fulda, dann fielen mir ein paar Kommentare in den Zeitungen zur Mitte Deutschlands ein. Aber mein Bild ändert sich gerade. Angefangen hat es mit Herrn Sorg, der für seine Autos geworben hat, für seine Tafel und seine Stadt. Mit den Autos könnte er uns überzeugen - mit der Tafel auch. Man könnte die Fuldaer Tafel als "Vorzeigetafel" bezeichnen, so mustergültig sauber und organisiert sieht das alles aus. 120 Helfer engagieren sich ehrenamtlich plus eineinhalb bezahlte Kräfte. Das ist ein ordentliches Verhältnis. Vier Transporter stehen vor der Tür, jeder fährt 30.000 km im Jahr. Sechs Tage in der Woche wird Ware abgeholt, fünf Tage pro Woche Ware verteilt. Zwei Euro zahlen die Bedürftigen als Obolus für jede Abholung. Lions und Rotary unterstützen die Fuldaer Tafel, der Oberbürgermeister hat die Schirmherrschaft übernommen. Vor ein paar Tagen hat die Tafel ihr 10jähriges gefeiert - wir gratulieren nachträglich und herzlich/jg

Unsere Projekte in Afrika

Auf unserer Seite, hier bei den "Projekten" haben wir unser Engagement für Afrika neu sortiert. Seit über dreißig Jahren sind wir auf dem schwarzen Kontinent engagiert. Damals ausschließlich über Karlheinz Böhm, inzwischen auch mit anderen Projekten. Über das neue Tablet kommt man jetzt nach Äthiopien zum ENAT Hospital, zu der LASAB School und unseren BRILLEN Projekten - zu den SOLAR Lampen in Burkina Faso - und dem Kinderheim in Kapstadt. Das ist alles noch nicht ganz fertig, aber das entspricht ja unseren Projekten, auch dort ist alles in Entwicklung/jg

Freitag, 24. Oktober 2014

PAUL in Afrika



Blick zur Wasserstelle, die mit Steinen eingefasst wurde, damit Tiere da nicht reingehen.



Die Wasserstelle selbs liegt zwei Meter tiefer. Zwischen den Natursteinen am Boden sickert Wasser von unten hoch, sodaß kleine Pfützen entstehen, die von den Kindern und Frauen mit Bechern ausgeschlöpft werden. Eine sehr sehr mühsame Angelegenheit.



Es dauert bestimmt dreißig oder vierzig Minuten, bis sie mit dem eingesammelten Wasser einen 20 Liter Behälter gefüllt haben, den sie dann nach Hause tragen.



Große Pause an der Grundschule in Dengore, sechs Stunden nördlich von Addis.



Einem kleinen Mädchen habe ich die Wasserflasche abgenommen, die es von Zuhause mitbekommen hat.



Ein Blick auf das Wasser, das das Kind von Zuhause mitbekommen hat.....

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Deutschland - das neue Stiftungsthema Integration

Nun ist alles doch schneller gegangen als gedacht - vor ein paar Wochen haben wir uns beim Treffen in den Bergen mit dem Thema INTEGRATION beschäftigt. Renate Weber hat alle Anregungen gesammelt, gesichtet und sortiert. Herausgekommen ist eine Projektidee, die deutliche Parallelen hat zu unserer Hilfe für die Tafeln - dort unterstützen wir Menschen, die sich für andere engagieren. So soll es auch bei diesem Projekt sein: Wir wollen Menschen finanziell unterstützen, die sich in ihrer Freizeit um junge Ausländer kümmern, die ein Bleiberecht haben.
Das Foto ist ein schönes Symbol. Es gibt schon heute Menschen bei uns, die junge Ausländer an die Hand nehmen, die in Deutschland heimisch werden wollen. Wenn diese Menschen - nennen wir sie Mentoren - ihre Freizeit einsetzen, dann wollen wir etwas von dem geben, was wir haben: Geld. Hundert Euro im Monat für jeden Mentor, damit er für seinen Schützling ein paar Bücher kaufen, oder mit ihm ins Kino gehen kann. Für die S-Bahn Fahrkarte oder einen Kurs an der Volkshochschule. Wir wollen nichts vorschreiben, sondern ehrenamtliches Engagement unterstützen. Das einzige, was wir dafür erwarten, ist ein monatlicher Bericht über das, was Mentor und Schützling miteinander unternommen haben. Wer sich bei diesem Projekt engagieren möchte, den bitten wir um eine kurze Nachricht an rena@stiftunglife.de

Freunde der Stiftung /62



Renate Weber lebt in München. Engagiert hat sie sich schon immer, im Berufsleben als Rektorin für ihre Schüler - in der Freizeit für die Musik und die Integration von Flüchtlingen. Einmal in der Woche machen Renate und Oksana bei uns Zuhause Musik. In der Pause davor und danach sind wir miteinander ins Gespräch gekommen. Renate ist Mentorin geworden und hat in diesem Jahr auch zusammen mit ihrem Mann Myanmar bereist und ihre Studentin getroffen. Unsere Diskussionen, Anregungen und Ideen zum Thema Integration hat Renate in den letzten Wochen gesichtet, geordnet und strukturiert. Herausgekommen ist eine Empfehlung, die wir in den nächsten Tagen vorstellen werden. Für die weitere Entwicklung und Umsetzung dieses Themas als "Stiftunglife Projekt" wird Renate unser zentraler Ansprechpartner sein/jg

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Deutsche Apfelernte

Die Apfelernte war gut in diesem Jahr, das sehen wir an jedem Obststand. Der Bundesverband der Tafeln hat diese Woche eine der größten Spenden bekommen - sage und schreibe 100 Sattelzüge mit Äpfeln aus dem alten Land. Die Äpfel sollen sogar in den Kisten einzeln verpackt sein. Sie waren für den Export gedacht und werden nun wegen der Russenblockade gespendet. Der Tafelverbund der Nürnberger Land Tafel in Feucht hat drei Sattelzüge geordert, von denen zwei nach Feucht gehen und einer zur Verteilung in Schweinfurt/Gerhard

Myanmar - Triple joy



Dear all, every year, students who are weak in English are offered English course during their two months vacation. Part time training took place in Sagaing last year. To be more effective, full time training in Yangon was organised this year. Education student Khin Sabai Thet, Economics student Cherry Thin and IT student Yin Myat Min made effort to come out to Yangon and study English 4 skills at U Mya Kyaing English language school. Life in Yangon is not easy for a village student. Hostel room in Yangon is very small. The space is good enough for sleeping only. Food is also expensive in Yangon. Despite the difficulties, they all are happy as they can study grammer, speaking, listening, translation and writing 6 days a week. They worked so hard that I can see their improvement. They are now able to express more in their writing. Yesterday, I arranged a meeting for them with visiting volunteers from Germany, Michael Mickisch and Tilman Knop by the lake Inya. They enthusiastically talked about the subjects they study, why they study and their family life. For Cherry Thin who joinned the Students Program as a replacement after the selection last year, it was her first time to talk to foreigners and her hands were trembling. Nevertheless, she is the one who asked a variety of questions to Michael and Tilman. At one point, they both found it a bit hard to answer her question of total states in Germany. Tilman shared his experience as a teacher to kids at Myittayaungchi orphanage. Michael as a successful lawyer in Germany, gave some advices including the one to practise to have self confidence wherever they go, whatever they do. When I arrived back home in the evening, all the three students called me to say that they had wonderful time to be able to practise English and learn new things. I believe Michael and Tilman were fascinated with new experience meeting University students from villages in Myanmar. I had triple joy as a thid party after all. Best regards, Khin

Dienstag, 21. Oktober 2014

Romans Myanmar update



Roman, unser Schweizer Freund der Stiftung, ist gerade zurück aus Myanmar. Hier ist sein Bericht: Eine intensive und spannende Woche durfte ich in Yangon erleben. Die letzten Regengüsse des ausklingenden Monsoon durchnässten mich ein oder zwei Mal. Sonst war es sonnig und heiss. Der Spekulantions-Wahn nimmt immer verrücktere Ausmasse an. Gerüchte und der asiatische Spielwille verführen viele sogenannte Insider zu ganz risikoreichem Verhalten und so wie gewonnen wird, so wird auch vieles oft wieder verloren (nach dem Auto-Boom ist es jetzt der Land/Bau-Boom). Es wird gebaut als ob es kein Morgen mehr geben wird. Hektik, Stau und oft auch Gier regieren in Yangon. Auswüchse der neuen grossen Freiheit. Da gibt es eine 14 jährige Tochter eines Superreichen, welche zu Ihrem 14 Geburtstag einen Ferrari geschenkt bekommt. Die Bodenpreise sind inzwischen teurer als in Tokyo oder Zürich. Gekauft und gehandelt wird mit Bargeld - Säcke voll Geld wechseln so die Besitzer. Viele Chinesen und Ihre lokale Sympathisanten sind sehr, sehr hungrig nach Land und Boden. Trotzdem nimmt der Alltag der ganz grossen Masse der städtischen Bewohner Ihren gewohnten Lauf. Das größte Problem ist die Inflation von 8% die sofort wieder jede kleine Lohnerhöhung wegschmelzen lässt. Strom und Lebensmittel Preise steigen regelmäßig an. Auf der positive Seite ist zu vermerken, dass es jetzt ganz einfach ist, eine preiswerte Sim/Karte zu kaufen ( ca 2 Franken) und so kann sich mindestens in den urbanen Zentren, auch die grosse Masse der Normalbürger (Unterschicht), sich jetzt ein Handy leisten. Das Internet ist zwar nicht stark aber mit etwas Geduld lässt sich meistens eine Verbindung herstellen. Die Zensur ist weg und es wird intensiv über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges diskutiert. Im Jahr 2015 wird voraussichtlich gewählt… hier den ganzen Bericht lesen

Vielen Dank für Euer Interesse



Liebe Freunde der Stiftung,
vielen Dank, dass Ihr gerade diesen Eintrag anschaut - und die vielen anderen Einträge aus Afrika, Myanmar und Deutschland. Gestern ist unser Clickzähler über die 300.000 gesprungen. Seit ein paar Jahren zählt er jedes Mal einen Zähler weiter, wenn ein Besucher auf unsere Seite kommt. Oft sind wir das selber, oft sind es Freunde , die sich informieren und manchmal wird unsere Seite weiterempfohlen. Unsere Studenten auf den Philippinen schauen auf die Seite, genau so wie Khin und die Studenten in Myanmar. Mit den vielen Clicks könnten wir schon Geld verdienen durch Werbung auf unserer Seite. Wollen wir aber nicht - wir wollen Freunde und Partner informieren über das, was wir tun. Gelegentlich auch mit einem Blick über den Tellerrand schauen und berichten, was andere tun. Wir möchten auch in Zukunft nette, interessierte Menschen miteinander ins Gespräch bringen und vernetzen - zunehmend auch Menschen aus verschiedenen Welten/jg

Montag, 20. Oktober 2014

Das Fazit der Äthiopien Reise

Das Beste hebt man sich immer zum Schluss auf. Ich sitze wieder in München am Schreibtisch und lasse mir die einzelnen Stationen der Reise durch den Kopf gehen: bei aller Freude über die Erfolge bei den Brillen und im Enat Hospital - das Treffen mit Lasab war mein persönliches Highlight. Es sind eben nicht die großen Projekte, sonders einzelne Menschen, die das Herz berühren. Es macht so viel Freude zu sehen, wie Lasab sich entwickelt. "In der Schule ist sie kein Highflyer..." hat mir die Schulleiterin in der Mittagspause gesagt, "...aber sie ist ein glückliches, ein ausgeglichenes Kind." Was können wir uns mehr wünschen - wir, die Freunde von Lasab, die wir uns an einer wunderbaren Geschichte und einem glücklichen Kind erfreuen. Ich danke allen, die dazu beitragen - in der Welt hier und in der Welt dort. Zum Weihnachtsfest wird Lasab wieder in Deutschland sein. Ich weiß, dass es ein paar Menschen gibt, zwischen Celle, Neuffen und München, die sich heute schon darauf freuen/jg

Reisebericht aus Äthiopien / 8



Der Ausflug nach Dengore hat sich gelohnt. Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich hier war. Um genau zu sein: es war zur Schuleröffnung vor sechs Jahren. Seitdem habe ich nichts mehr von der Schule gehört - jedenfalls nichts von MfM, der Stiftung von Karlheinz Böhm, der wir seinerzeit 230.000 Euro für den Bau zur Verfügung gestellt haben. Inzwischen habe ich gelernt, das MfM sich nach Fertigstellung, Einweihungsfeier und Übergabe an den Staat nicht mehr verantwortlich fühlt für diese Schulbauten. Wir haben vor einigen Jahren mit Almaz Böhm und Axel Haasis über die Frage diskutiert, ob das noch ein zeitgemäßer Weg ist - aber es gab seitens MfM keine Bereitschaft, diese "Geschäftspolitik" zu überdenken. Man hat uns statt dessen empfohlen, andere Organisationen zu unterstützen und dieser Empfehlung sind wir gefolgt. Die Probleme hat das nicht beseitigt. Wie wichtig es ist, die Dinge im Auge zu behalten, hat uns der Besuch vor Ort gezeigt: auf den ersten Blick sieht alles gut aus, man könnte das Foto für einen Prospekt nutzen. Allerdings, beim genauen Hinsehen merkt man, dass die hübschen Handwaschbecken nicht genutzt werden. Der Wassertank ist kaputt. Nach der Einweihung, beim ersten großen Regen, als der Tank voll war, brach der Boden durch. Keiner hat sich bis heute um das Problem gekümmert. Mit dieser Geschichte werden wir erneut das Gespräch mit MfM suchen. Das Engagement von Karlheinz Böhm hat eine nachhaltige Wertschätzung verdient. Nicht nur auf dem Papier, sondern auch an den Projekten vor Ort/jg

Sonntag, 19. Oktober 2014

Reisebericht aus Äthiopien / 7



PAUL ist ein angenehmer Reisegefährte. In Frankfurt am Flughafen habe ich ihn vor einpaar Tagen übernommen, für ihn ging es als Sperrgepäck weiter nach Addis. Den weiteren Weg bis nach Alem Ketema hat er dann im Ambulanzwagen auf der Krankenliege zurückgelegt. Im Enat Hospital gab es eine kleine Vorführung für die Mitarbeiter und großes Staunen. Aber das war nur alles Show auf dieser Zwischenstation in Alem Ketema. In den nächsten Tagen wird PAUL sein endgültiges Ziel erreichen, die Grundschule in Dengore. Dort schöpfen die Frauen das Wasser mühsam aus einer Sickerquelle. Sehr mühsam, becherweise, bis ein Kanister voll ist. PAUL wird das Mengenproblem nicht lösen können, aber er wird besseres, sauberes Wasser für die Kinder filtern. Möglicherweise auch aus dem nahegelegenen Pond, der im Augenblick nur für die Tiere genutzt wird. Wir werden berichten/jg

Freunde der Stiftung / 61



Als ich Dr. Ayele das erste Mal getroffen habe - neun Jahre ist das her - kam er gerade als junger Arzt nach Alem Ketema. Drei Jahre hat er dort am Enat Hospital gearbeitet, dann ging er zurück nach Addis um seinen Facharzt zu machen. Vor drei Jahren kehrte er zurück. Als Facharzt für Gynäkologie und Chirurgie hätte er in Addis viel Geld verdienen können, aber es zog ihn zurück in den Ort, in dem er aufgewachsen ist, wo seine Eltern und Geschwister leben. Dr. Ayele 34 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Seine Familie lebt in Addis, er besucht sie einmal im Monat. "Man muss im Leben Kompromisse machen", sagt er mit Blick auf seine Frau, die sich auf dem Land nicht wohlgefühlt hat - und auf "seine" Menschen vom Land, die ihn brauchen/jg

Samstag, 18. Oktober 2014

Reisebericht aus Äthiopien / 6

Im Enat Hospital wird seit Ende letzten Jahres die "one Dollar Brille" eingeführt. Na ja, im Augenblick ist es mehr ein ausprobieren. Eine Brille pro Woche haben sie bisher an den Mann gebracht. Die Idee ist einfach: mit einer kleinen Maschine wird ein Federstahl zu einem ansehnlichen Brillengestell gebogen. Die fertigen Gläser lassen sich leicht eingeklipsen. Die Anfertigung einer individuell angepasste Brille dauert keine Stunde. Die Kosten liegen zwar inzwischen für den Kunden bei vier Dollar, aber auch das ist ein günstiger Preis für eine Brille, bei der die Sehstärke für jedes Auge angepasst wird. Ob die Brille ein Erfolg wird kann man noch nicht sagen. Anpassungen mit Zylinder sind nicht möglich - und auch in Äthiopien bitten die Menschen um einen Spiegel um zu fragen "steht die mir gut?" Wenn nicht, dann wird es schwierig, denn es gibt nur dieses eine Modell. Ob dieses Brillenprojekt bei unseren swimming doctors funktionieren würde? Wir werden das nur herausbekommen, wenn wir es ausprobieren. Das Investment dafür ist überschaubar, wir werden berichten/jg

Reisebericht aus Äthiopien / 5

Wer sich für Medizin interessiert und für unsere Berichte aus Äthiopien, der erinnert sich vielleicht noch an diesen Fall vor zwei Jahren. "Alleine für den Jungen hat sich unser ganzer Einsatz gelohnt" war damals der Kommentar von Heinz. Der Kleine war am Strassenrand hingefallen, genau in dem Moment, als der Bus kam. Beide Arme wurden überrollt. Der Junge wurde ins Enat Hospital eingeliefert als Heinz mit seinem Team dort war. Das Glück des richtigen Moments hat dem Jungen zumindest einen Arm gerettet. Hier auf der Landstrasse, zehn Kilometer von Alem Ketema entfernt, treffen sich Arzt und Patient zwei Jahre später wieder. Beide strahlen vor Freude. Besonders, weil die linke Hand so gut rekonstruiert wurde, das der Junge damit schreiben kann. Er geht zur Schule und das ist wichtig in diesem Fall. Wer in dem Land nur noch einen Arm hat, der hat es schwer. Umso wichtiger, dass er seinen Lebensunterhalt mit dem Kopf verdienen kann. Als Lehrer vielleicht..?! Wir werden den Jungen im Auge behalten, damit der Einsatz der deutschen Ärzte sich auch langfristig gelohnt hat/jg

Freitag, 17. Oktober 2014

Reisebericht aus Äthiopien / 4



Der Abschied war herzlich und mit guten Vorsätzen: Heinz Schöneich, auf dem Foto rechts, plant für das kommende Jahr wieder einen Einsatz im Enat Hospital. Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, Verbrennungen und andere rekonstruktive Operationen durchführen, die Dr. Ayele und sein Team nicht leisten können. Auch das Verhütungsprogramm der Klinik wollen wir stärker unterstützen. Für einen Bericht aus dem Enat Hospital könnte man Bilder zeigen von den 150 Outpatients, die geduldig warten, von dem Erweiterungsbau oder den blühenden Bougonvilien - aber ich habe mich bewußt für das Foto entschieden, das Dr. Ayele bei der Arbeit zeigt. Einfach gesagt ist Dr. Ayele das Hospital. 170 Mitarbeiter, darunter fünf junge Ärzte, schauen auf ihren Chef. Zusammen mit ihm sind sie gerade zum besten Krankenhaus in Äthiopien gekürt worden, im Hintergrund ist die gut dotierte Ehrung des Gesundheitsministern zu sehen. Wenn ich diese Entwicklung nicht selbst gesehen hätte, würde ich sie kaum glauben. Zehn Jahre ist es her, das Karlheinz Böhm mich gebeten hat, ein Auge auf das Krankenhaus zu haben. Die ersten Jahre lief es noch einigermaßen, dann stellte MfM seine Unterstützung ein und alles wurde schlechter. Sehr viel schlechter, bis Dr. Ayele kam. Ein Glücksfall für das Krankenhaus und die Menschen in der Region. Dr. Ayele ist hier aufgewachsen, seine Familie lebt hier. Das waren gute Voraussetzungen. Unser monatliches Top up von rund tausend Dollar monatlich war vielleicht nicht ausschlaggebend, aber doch förderlich für seinen Verbleib hier. Nichts drückt das besser aus, als der Vergleich von zwei Zahlen:
größere Operationen im Jahr 2010 : 0
größere Operationen im Jahr 2014 : 640 (bis Mitte Oktober)

Reisebericht aus Äthiopien / 3



Auf dem gleichen Gelände, ein paar Meter neben der Brillenherstellung, liegt die Augenklinik. Draußen warten viele Patienten. An sieben Tagen in der Woche werden bis zu 120 Menschen pro Tag behandelt. Hier arbeiten zwei äthiopische Augenärztinnen, das ganze medical team sind 15 Personen, alles locals. Die Patienten bezahlen zwei Euro für eine Untersuchung und notwendigen Medikamente. Auf dem Foto ist der Vorraum zum Op zu sehen. Katerakt Operationen, der sogenannte "graue Star" werden hier durchgeführt. Durch das Stiftunglife "poor people program" jetzt auch für Menschen, die sich das nicht leisten können. Die 50 Euro, die wir von den Optikern für unsere Brillen bekommen, bringen wir hierher und bezahlen damit diese Operationen. Ein kleines Projekt, das viel Freude macht - besonders, wenn man sieht, wie engagiert die Menschen von Signum Vitae dafür arbeiten/jg

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Reisebericht aus Äthiopien / 2

Als erstes haben wir die Brillenfertigung in Addis besucht. Signum Vitae wurde 1989 als NGO von fünf Schweizern gegründet und neun äthiopischen Mitarbeitern. Sie begannen mit Augenbehandlungen. Nach einem Jahr kam die Herstellung eigener Brillengestelle dazu, in Handarbeit, mit fünf Gestellen pro Woche fing es an. Jetzt werden zwanzig Gestelle pro Woche komplett von Hand gefertigt. Über die Jahre sind es mehr als 25.000 Brillengestelle geworden - meist mit den passenden Gläsern, die hier auch hergestellt und eingepasst werden. Der durchschnittliche Verkaufspreis für eine Brille mit individuell angepassten Gläsern liegt in Addis bei 40 Euro. Viel Geld für die Menschen hier, mehr als ein Wochenverdienst. Vor zehn Jahren hat sich die NGO in eine eigenständige Kooperative umgewandelt. 86 Mitarbeiter verdienen ihr täglich Brot mit dieser Arbeit. Viele von ihnen sind behindert, einige sitzen im Rollstuhl - auf dem regulären Arbeitsmarkt hätten sie keine guten Chancen. Ihr Monatsverdienst liegt bei 120 Euro. Dafür arbeiten sie 40 Stunden in der Woche. Das Foto zeigt Angelika und mich in der Werkstatt, wo die Brillengläser passend gefräst und eingesetzt werden/jg