Stiftunglife

Samstag, 1. August 2015

Auf dem Weg zur Schule



Der Taxifahrer konnte es mir auf die Minute genau sagen „Die größte Rush Hour haben wir um zehn vor Acht, da bringen die Mütter ihre Kinder mit dem Auto zur Schule!“  An den Taxifahrer musste ich denken, als Anna heute aus der Schule bekam. Ganz begeistert von dem Film, den sie dort gesehen haben. Dann haben wir uns den Trailer zusammen angeschaut und über die Kinder in Myanmar geredet. Viele haben eine halbe Stunde Schulweg, manche auch eine ganze Stunde. Gut, dass sie dann in eine vernünftige Schule kommen, wo es sauberes Wasser zu trinken gibt. Jedenfalls, wenn es eine von unseren Schulen ist. Am 20 Oktober weihen wir die nächste Schule ein. Die UCANDO im Delta wird die 51. Schule sein, deren Bau wir zu 80 Prozent finanziert haben. Den anderen Teil, die 20 Prozent, hat die Dorfgemeinschaft gegeben. Die Schulwege können wir nicht verbessern, die Schulgebäude schon/jg  

Freunde der Stiftung

Was hier nach einem geselligen deutsch-burmesischen Kochkurs aussieht, ist harte Arbeit. Khin, Britta und Christoph bereiten kulinarisch die Ankunft der Gäste vor. Vor ein paar Tagen hatten Britta und Christoph zu sich nach Hause eingeladen. Christoph ist Rechtsanwalt, Britta Lehrerin. Zusammen mit Dorothea betreut sie mehr als 80 burmesische Studenten und 70 Mentoren. Die meisten Mentoren kommen aus Deutschland, einige aus der Schweiz. An diesem Abend kam eine kleine Hamburger Runde zusammen. Khin hat von Ihren Studenten erzählt, von Kinder- und Altenheimen, von den Swimming Doctors und von dem goldenen Land vier Monate vor der Wahl. Britta und Christoph werden im Herbst nach Myanmar reisen. Sie werden Khin wiedersehen, die Veränderungen erleben, unsere Studenten treffen und burmesische Küche genießen. Kochen und Essen verbindet, bringt Welten und Menschen zusammen, besonders wenn sie sich wie hier in kleinem Kreis treffen/jg

Freitag, 31. Juli 2015

Regenzeit in Myanmar

Die Bilder, die in diesen Tagen aus Yangon kommen, sind noch moderat. In der großen Stadt gibt es nasse Füße, die Menschen sind das gewohnt. Schlimmer ist es oben in den Bergen, wo manche Orte nicht mehr erreichbar sind, wo Häuser in Hanglage abrutschen und Brücken unterspült werden. Wenn man sich etwas wünschen dürfte, dann wären das Behälter, in denen sich dieses ganze Wasser auffangen ließe. So sind es nur die Waterponds* die jetzt vollregnen. Spätestens in sechs Monaten wird das Wasser aufgebraucht sein, dann lechzen Mensch und Tier wieder nach Trinkwasser/jg

* Waterponds nennt man die Wasserspeicher, aus dem die meisten Menschen auf dem Land ihr Trinkwasser schöpfen. Stehende Gewässer, bei uns würde man von einem Teich sprechen, oder einem kleinen See. In der Regenzeit füllen die sich innerhalb von wenigen Tagen und diesen dann als Trinkwasserspeicher bis zur nächsten Regenzeit. Meist sind es natürliche Vertiefungen, manchmal werden diese Waterponds auch künstlich angelegt. Die Qualität des Wassers ist schlecht. Nach ein oder zwei Monaten hat das Wasser, das dort geholt wird, die Farbe von Tee. Schüttet man dieses Wasser in unseren PAUL, kommt es zu 99,99 Prozent gefiltert und glasklar raus. Die Menschen glauben an ein Wunder und wir, die wir gelegentlich daneben stehen auch :-)

Medizinische Hilfe

Gesundheit ist das höchste Gut. Deshalb helfen wir den Menschen, die sich in Ländern darum kümmern, in denen viele keine Krankenversicherung haben: in Griechenland, in Myanmar und hier auf dem Foto in Äthiopien. In Addis Abeba finanzieren wir seit knapp einem Jahr Katarakt OPs für arme Menschen. 50 Euro kostet es, das ein Mensch wieder sehen kann. Wenn alles gut läuft, dann wird jeden Tag ein Mensch auf unsere Kosten operiert. Was für ein schönes Gefühl, Abends schlafen gehen und sich daran erfreuen, dass irgendwo auf der Welt ein Mensch wieder sehen kann/jg

Donnerstag, 30. Juli 2015

Neues aus der Werft



Hinten ist zu! Die neuen Bilder vom Bau der swimming doctors 3 kamen gestern aus Yangon. Wir freuen uns, das alles so gut voran geht. Mitte August kommt Capt. Than Oo nach München. Dann werden wir uns schon mal gemeinsam Gedanken machen über die Ausrüstung und das neue Delta Einsatzgebiet für das dritte Schiff/jg



Gelegentlich höre ich "Mensch, Ihr macht so viel, ich bekomm das gar nicht alles mit..."
Das ist wohl so, auch wenn Mann das selbst nicht so empfindet. Deshalb hier mal ein kleine Klarstellung. Ja, wir haben 12 laufende Projekte. Manche, wie die "Erdbebenhilfe Nepal" sind nur temporär. Andere, wie die Griechenlandhilfe, die Esel und die Augen OPs in Äthiopien sind zum Liebhaben, aber keine großen Kostenpositionen. Das meiste Geld und die meiste Konzentration stecken wir in diese vier Aufgaben:

Deutschland: zusammen mit den Lions finanzieren wir neue Kühltransporter für die Tafeln
Deutschland: wir unterstützen Menschen, die Flüchtlingen bei der Integration helfen
Myanmar: mit den swimming doctors medizinische Hilfe in die Dörfer bringen
Myanmar: Schulen bauen und besonders begabte Studenten fördern

Den Überblick aller Projekte gibt es auf der Weltkarte hier oben auf der Seite. Da findet man auch die Studenten auf den Philippinen - und am unteren Rand in den "verschiedene Projekte" die Kinder zu Roncalli, die Kinderheime in Südafrika und Sri Lanka, die Solarlampen in Burkina Faso und der Musikwettbewerb in Minsk. Jedes Projekt wird von einem Team Mitglied betreut, die großen Projekte von zwei Team Mitgliedern gemeinsam. Wir arbeiten alle ehrenamtlich, geben gerne und bekommen dafür viel Gutes zurück/jg


Mittwoch, 29. Juli 2015

Quartalsbericht aus Nienhagen


Liebe Freunde, in Nienhagen ist das erste halbe Jahr intensiver Flüchtlingsarbeit vorbei. Es hat für uns bewegende Momente gegeben, wir haben unglaublich viel gelernt und erlebt. Unser größter Erfolg in der Breite ist aus meiner Sicht die Sachspenden-Suchmaschine. Egal was gebraucht wird, vom Akkordeon bis zum Schlafzimmer, wir schreiben einfach eine e-mail. Diese geht dann an eine stetig wachsende Zahl von Menschen, die nicht mehr getan haben als uns ihre e-mail Adresse zu geben. Wer die benötigte Sache besitzt und spenden möchte antwortet auf diese Mail, alle Anderen löschen einfach unsere Nachricht. Wir finden (fast) alles, es ist phantastisch. 

Unser größter Erfolg bei einem einzelnen Flüchtling ist ein Ausbildungsvertrag! Seit März gibt es in unserem Dorf ein Team aus nunmehr 5 Deutsch-Lehrerinnen und einem Lehrer die 3 Deutschkurse mit unterschiedlichem Leistungsniveau anbieten. Einer der besten Schüler hat innerhalb von 4 Monaten so gut Deutsch gelernt, dass er am 3.8.15 seinen ersten Arbeitstag als Auszubildender zum Elektriker absolvieren wird. Vorgestern hat er seinen Vertrag unterschrieben und die Arbeitskleidung bekommen. Ein riesiger Erfolg für den Schüler und seine Lehrerinnen! 

Die ersten von uns als Mentoren betreute Flüchtlinge haben in den letzten Wochen ihre Anerkennung  bekommen. Es ist kaum vorstellbar wie viele Behörden-Gänge und Formulare nötig sind bevor diese Menschen alle Formalien erledigt haben. Mit genügend Sitzfleisch in den Wartebereichen schaffen wir diese „Tour de Amtsschimmel". Am Ende bin ich aber auch stolz auf das was Deutschland für diese Menschen leistet. Bei uns in Deutschland läuft längst nicht alles gut, aber vieles europaweit vorbildlich. Die Arbeit der nächsten Monate wird geprägt sein von den Impressionen unseres Stiftungs-Treffens auf Wildland und der Arbeit mit den in unserer Gemeinde neu ankommenden Menschen. Wir freuen uns auf viele neue Begegnungen und darauf weiter besser zu werden. Joe  Draws

Ziemlich beste Freunde



Im Film und im richtigen Leben sind zwei Menschen aus ganz verschiedenen Welten aufeinander getroffen. Hier wie da hat sich daraus eine Freundschaft entwickelt. Was für ein Glück, dass ich mich um das Flüchtlingsprojekt der Stiftung kümmern darf, diese Aufgabe hat mein Leben in den vergangenen acht Monate vielfach bereichert. In einem Flüchtlingsheim traf ich Achmed Zahlka, seitdem sind wir miteinander in Kontakt. Ahmad und Jürgen, dreißig Jahre Altersunterschied - beide sind verheiratet und haben Kinder - der eine hat studiert, der andere nichts gelernt - der eine hat eine große Wohnung für drei Personen, der andere eine kleine Wohnung für vier Personen - der eine arbeitet viel, der andere würde gerne viel arbeiten - der eine hat viele, der andere wenig deutsche Freunde - der eine muss mit jedem Euro rechnen, der andere nicht. Diese beiden Leben könnten kaum unterschiedlicher sein. Trotzdem freuen wir uns über jede Stunde, die wir miteinander verbringen. Das liegt auch an den Gemeinsamkeiten, die wir haben - wir lieben unsere Kinder und unsere Familien - wir engagieren uns Ehrenamtlich - wir lesen und hören gerne Musik - und wir leben gerne in Deutschland. In zwei oder drei Monaten wird Ahmad wieder arbeiten können, endlich, als Assistenzarzt in einer Zahnarztpraxis in Fulda. Ein halbes Jahr vielleicht noch, dann braucht Ahmad keinem Mentor mehr. Aber einen Freund, den kann er auch gebrauchen, wenn er auf eigenen Füßen steht. Wer Zeit und Lust hat, einen Flüchtling kennenzulernen, für den stellen wir gerne einen ersten Kontakt her - in Deutsch oder Englisch, per Mail oder WhatsApp. Wer weiß, es könnte auch ein ziemlich bester Freund draus werden/jg

Dienstag, 28. Juli 2015

Heute in der Süddeutschen

Ob Kostas heute in die Süddeutsche Zeitung schaut, weiß ich nicht. Vermutlich hat er grad viele andere Dinge im Kopf, er ist gerade in Athen unterwegs. Aber wir hier können einen Blick in die Zeitung von heute werfen und uns an dem schönen Bericht erfreuen. Was mit der Süddeutschen begann - wir wurden durch einen Artikel vor zwei Jahren auf die Gründung der sozialen Praxis von Dr. Vichas aufmerksam - bekommt nun eine gute Zwischenbilanz. Wir danken allen, die sich für diese direkte Griechenlandhilfe engagiert haben, besonders Kostas, Rüdiger, Roland und mehr als 50 Ärzten, die uns mit Gerätespenden geholfen haben/jg

Ein bisschen Hilfe brauchen sie gelegentlich, die jungen Talente. Mal ist es schon mit einer leeren Kiste getan - für den langfristigen Erfolg brauchen junge Talente mehr. Menschen, die sie mit Rat und Tat begleiten. Unsere Mentoren leben in Deutschland, weit entfernt von den Studenten, um die sie sich kümmern. Sie senden ihnen nette Worte, ehrliche Anerkennung und das Gefühl, dass da jemand an sie glaubt. Jemand, der schon geschafft hat, was die jungen Leute alle noch erreichen wollen: einen guten Job, Erfolg, Anerkennung und natürlich viel Geld. Gestern war ein guter Tag für unsere Myanmar Studenten: wir haben zwei neue Mentoren gewonnen und hatten am Abend in Frankfurt eine Runde von fünf Mentoren, denen Khin mit viel Begeisterung von "ihren Studenten" berichtet hat/jg

Montag, 27. Juli 2015

Freude teilen

Kinder sind ein Quell der Freude. Meistens. Gestern Abend gab es diese Freude gleich dreifach und alle drei haben etwas mit der Stiftung zu tun. Klara 13, die jüngste, ganz links, ist die Tochter von Kristina und Norbert. Sie ist die Namensgeberin der KLARA School Myanmar. Mit eigenen Sammelaktionen unterstützt sie immer wieder die Arbeit der Stiftung. Lasab 15, in der Mitte, kam vor sieben Jahren das erste Mal aus Äthiopien zu uns. Wir haben uns so sehr an einander erfreut, dass sie seitdem zur Freude vieler Menschen jedes Jahr die Sommerferien in Deutschland verbringt, meist zusammen mit ihrer besten Freundin Klara. Zum ersten Mal in Deutschland und neu im Bund ist Rose,19 Jahre alt. Sie ist vor drei Tagen zusammen mit Khin nach Deutschland gekommen. Rose hat ein paar gesundheitliche Probleme, deren Ursache wir in den nächsten Tagen herausfinden wollen, damit sie sich wieder frei bewegen und am Leben erfreuen kann. Zusammengekommen sind die drei gestern Abend bei einem kleinen Treffen der Stiftungsfreunde bei Christiane in Stuttgart. Es war eine nette bunte Runde. Bei Maultaschen, Kartoffelsalat und einem Gläschen Wein kamen interessante Menschen zusammen, die sich viel zu erzählen hatten/jg

Sonntag, 26. Juli 2015

Im Gespräch

Gespräche mit Mentoren - die wird Khin so manches Mal führen in den nächsten Tagen, sie sind der wichtigste Grund für Ihre Reise nach Deutschland. Das diese Gespräche zu einer win : win Situation führen, liegt an den interessanten Gesprächspartnern. Hier auf dem Foto mit Dieter, heute in Zürich. Dieter ist Architekt, er hat ein Büro am Stadtrand von Zürich mit 15 Mitarbeitern. Spezialisiert ist er auf den Bau von Häusern für altengerechte Wohngemeinschaften. Ein Thema, das uns gleich doppelt interessiert: weil wir zwei Altenheime in Myanmar unterstützen und weil wir als Stiftung in den Bau eines Altenheims investieren. Ein Projekt, das im kommenden Jahr in Celle gebaut wird. Daneben gibt es noch viele Fragen von Dieter zu den Studenten im allgemeinen und zu "seinem" Architekturstudenten, zu den bevorstehenden Wahlen und den Erwartungen der Menschen. Khin bringt für alles gute Antworten mit, burmesisch wohlformuliert/jg

In der Schweiz

Baden in Geld : für Onkel Dagobert ist es pures Wohlgefühl, für Sven ist es ein Traum, für Daniel Häni - hier auf dem Foto - ist es Mittel zum Zweck. Der innovative Unternehmer, Künstler und Aktivist wirbt damit für ein bedingungsloses Grundeinkommen in der Schweiz. Ich versuche Khin die Überlegungen zu erklären, die dahinter stecken. Es ist nicht ganz einfach zu erklären, dass jeder Schweizer 2.000 Franken monatlich bekommen soll, einfach so, ohne etwas dafür zu tun. Khin nickt und lächelt freundlich. Später, bei der ersten Generalversammlung vom Vereinlife, merke ich, dass auch in der Schweiz gerechnet wird. 26.000 Franken stehen in der Budgetplanung für das Jahr 2015. Präsident Roman Saxer erklärt, welche Projekte mit dem Geld gefördert werden sollen. Jedes Projekt kennt er persönlich. Kinder und alte Menschen stehen ganz vorn. Zwei Altenheime und die swimming doctors werden von der deutsche Stiftunglife und dem Schweizer Vereinlife gemeinsam unterstützt. Prof. Kurt Seeholzer führt die Bücher und das Protokoll, die Abschlüsse werden im Internet zu sehen sein auf der Seite vom http://www.vereinlife.org. Viele Gemeinsamkeiten von Stiftung und Verein sind zu sehen, und das ist gut so. Spender aus der Schweiz können über den Verein Betreuung und eine anerkannte Spendenquittung bekommen. Das sind gute Aussichten, auch wenn es noch nicht für ein Bad in Talern reicht :-))

Samstag, 25. Juli 2015

Fahrgemeinschaft

Khin und Rose sind gestern in Zürich angekommen. Für Khin ist es die dritte Reise zu uns, für Rose ist es die erste. Gut, dass Khin an ihrer Seite ist. Glaubt man den Einträgen im Pass, dann ist Rose 19 Jahre alt - glaubt man seinen Augen, dann ist sie höchstens 14. Das Mädchen ist eins von neun Kindern. Die Eltern sind arme Bauern im Chin Staat, im Nordosten von Myanmar. Weil sie nicht alle Kinder ernähren konnten, gaben sie drei Mädchen in ein christliches Waisenhaus, in die Nähe von Yangon. Das ist sieben Jahre her. Rose und ihre zwei Geschwister sind in dem Waisenhaus aufgewachsen. Ihre Familie und ihr Heimatdorf hat Rose vor ein paar Wochen wiedergesehen, als sie das erste Mal nach drei Jahren dort war, zusammen mit Khin, um die Erlaubnis für diese Reise zu holen. Es ist keine Vergnügungsreise, es ist eine große Belastung für das Kind. Das erste Mal geht sie fort. Schon beim Umsteigen in Bangkok wäre sie lieber zurück in Ihr Kinderheim nach Shwepidar, am Stadtrand von Yangon. Dort haben wir Rose vor drei Jahren kennengelernt. Damals konnte sie sich kaum bewegen, ging nicht mehr zur Schule, weil ihr alles weh tat. Das hat sich durch verschiedene Medikamente gebessert, gut geworden ist es nicht. Für eine differenzierte Diagnose braucht man Geräte und Fachleute, die wir in Yangon nicht gefunden haben. Ludger hat angeboten, das Kind in Deutschland gründlich zu untersuchen. Diese Chance wollen wir nutzen. Wenn alles gut geht, dann können wir zum Ende der Reise von einem jungen Mädchen berichten, dass glücklich ist, weil es wieder nach Hause kann - und schmerzfrei ist, weil sie die große Reise gewagt hat/jg

Freitag, 24. Juli 2015

Sammy's Bericht aus Duisburg

Liebe Freunde, ich war in Berlin und habe Lisa von ueberdentellerrandkochen besucht. Ein Waahnsinnsprojekt, getragen von astreinen jungen Menschen. Ich lernte Lisa bei einem wunderbaren Treffen in Celle kennen. Eingeladen von der Stiftunglife trafen sich rund 20 supertolle Menschen, die sich alle mit dem Thema Flüchtlingshilfe beschäftigen. Dieses Treffen hat mich nachhaltig beschäftigt, weil ich so viel Input bekommen habe, der nicht so einfach einzusortieren war. Zusammen mit zwei Companeros sind wir nun intensiv dabei, einen gemeinnützigen Verein zu gründen. Der Name wird analog zur Facebookgruppe Integration RUHR e.V. sein. Die Satzung steht schon und ich werde diese in den nächsten Tagen von den entsprechenden Stellen "absegnen" lassen. Dann stelle ich fest, dass meine Telefonnummer unter den syrischen "Neuankömmlingen" weiter gegeben wird. Auf diese Weise durfte ich Vitore kennenlernen. Eine alleinerziehende Mutter von drei Söhnen, 17jährige Zwillinge und ein 12jähriger Bub, die seit zwei Jahren nichts mehr von ihrem Mann gehört hat. Was für eine Situation. Alle Jungs sind Basketballfans, was meinen Sohn Paul nun auch zum Mithelfen inspiriert hat. Er hat selbst einige Zeit im Verein gespielt und wird sich mit den Jungs verabreden. Man spricht dann halt Englisch. Desweiteren ist in meinem Stadtteil Neuenkamp nun die Turnhalle der alten Grundschule als Unterkunft für 75 alleinstehende Asylsuchende geöffnet. Ich füge extra das Bild aus der Turnhalle nicht an, weil ich mich schäme für meine Stadt. Ändern kann man nichts, aber helfen können wir. Die Herren kommen zum größten Teil aus Eritrea und bitten um Textilspenden. Ich mache weiter getreu meinem Motto: Geben gibt! Liebe Grüße vom Sammy

Entwurzelt

Diese Haus hängt im Nichts. Am Boden sind Wurzeln zu sehen, als wäre es gerade aus der Erde gerissen worden. "Pulled by the Roots" heißt das Kunstprojekt, das bis Ende September über dem Marktplatz der Karlsruher Innenstadt baumelt. Der argentinische Künstler Leandro Erlich will mit seiner Installation auf vertriebene Menschen aufmerksam machen - auf Flüchtlinge, die aus ihrer Heimat gerissen, nun zwischen den Welten hängen/jg

Donnerstag, 23. Juli 2015

Über den Tellerrand kochen



Wir hatten Glück, wir haben Lisa kennengelernt, bei unserem Stiftungstreffen in Celle. Lisa gehört zu dem Team junger Leute, die in Berlin über den Tellerrand schauen und kochen. Gemeinsam mit Flüchtlingen und Berlinern, Migranten und Zugezogenen, Aslybewerbern und der First Lady. Das ist ein junges, frisches Integrationskonzept, hervorragend vermarktet. Die Bilder machen Lust, mit dabei sein zu wollen im Kreis weltoffener Menschen. Natürlich ist die Hauptstadt ein idealer Nährboden für so ein multikulturelles Miteinander. Anderseits gibt es ein harmonisches Zusammenleben auch im schönsten Oberbayern, in Aßling, einer kleinen Gemeinde 20 Kilometer östlich von München. Gutes Miteinander fällt nicht vom Himmel, aber es ist überall möglich, wo es Einheimische gibt, die bereit sind, den Fremden die Hand oder den Kochlöffel zu reichen. Wir unterstützen und fördern die Berliner Initiative und die Helfer in Aßling./jg

Mittwoch, 22. Juli 2015

Ertrinken im Zeichen des Geldes

Rita Süssmuth war in den 80er Jahren Familienministerin, später Präsidentin des Bundestages. Seit Jahren engagiert sie sich auf vielfältige Weise für Flüchtlinge und Integration. Von diesem Bild fühlt sie sich irritiert, provoziert, braucht Zeit zum Verstehen. Den dunklen Untergrund durchzog der Künstler Keith Haring mit chaotisch kräftigen gelb-roten Streifen. Man meint, ein Schiff zu erkennen. Aus dessen Unterseite fallen Menschen. Mit hochgesteckten Armen scheinen sie um Hilfe zu schreien. Ein großes Dollarzeichen schwebt über Ihnen: Sie ertrinken im Zeichen des Geldes. "Das ich im Chaos eine Schiffshavarie zu erkennen meine, liegt nahe. Nichts hat mich in den vergangenen Monaten mehr berührt, als die Bilder des Leids von Bootsflüchtlingen auf dem Mittelmeer. Ihr vieltausendfacher Ertrinkungstod nach kaum vorstellbaren Odysseen durch Wüsten und übers Meer." Das schockiert und konfrontiert. Gesellschaftskritisch sind fast alle Bilder von Keith Haring. Die Antworten sind nicht nur von der Politik gefordert, sondern von uns allen. In der Münchner Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung gibt es noch bis Ende August die Werke von Keith Haring zu sehen.

Über den Umgang mit Flüchtlingen

Die Deutschen machen sich zunehmend Sorgen um eine gelingende Integration von Migranten. Bei einer Umfrage der GfK steht erstmals seit 22 Jahren das Thema Zuwanderung an erster Stelle. Eine wachsende Bevölkerungsgruppe wünscht sich die bessere Integration der Fremden - und es sind auch immer mehr Menschen bereit, etwas dafür zu tun. Einige Dinge gibt es zu beachten beim Umgang mit Menschen, die aus anderen Kulturen kommen. Wieviel, dafür gibt es unterschiedliche Auffassungen. Die Bandbreite reicht vom respektvollen Umgang miteinander per Mail - das kann fast jeder - bis zu Ausbildungskursen mit Vorlage vom polizeilichen Führungszeugnis. Jeder muss seinen eigenen Weg der Annäherung finden. Das eine oder andere Merkblatt zu lesen ist sicher gut. Noch besser ist es, sich aus den verschiedenen Vorlagen ein eigenes Merkblatt zu erstellen, das fördert die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Fragen. Das Merkblatt aus Burgdorf gab es schon bei unserem Treffen im Wildland, angefügt habe ich Euch das Merkblatt aus Aßling/jg

Download Merkblatt

Dienstag, 21. Juli 2015

Soziale Klinik Piräus



Liebe Freunde und Freundinnen,
Lieber Herr Papadakis,
Wir möchten uns für Ihre wertvolle Unterstützung bei der Erstellung der Sozialen Praxis und Apotheke in Piräus herzlich bedanken. Wir möchten alle Mitglieder von “Stiftunglife“, und vor allem Herr Schoblocher, Dr.Rabe, Dr.Geiger und Dr.Kotzbauer für Ihre Spende von zusätzlichen medizinischen Geräten, die Sie uns geschickt haben, bedanken. Wir haben auch vor kurzer Zeit sowohl Geräte und Materiale für unsere soziale Zahnarztpraxis bekommen. ...weiterlesen

Connecting People

Als unsere Mobiltelefone noch Knöpfe zum drücken hatten, da ließen sich kluge Werber den Slogan "connecting people" für ihren Kunden einfallen - einen Handyhersteller, von dem heute niemand mehr spricht. Der Slogan ist im Kopf geblieben. Wenn man die Arbeit der Stiftung mit zwei Worten beschreiben wollte, würde ich genau diese zwei Worte wählen. Vielleicht hätten Kostas und Philipp auch so zueinander gefunden, beide sind offene Menschen - aber so war es die Stiftung, genau gesagt eine gemeinsame Reise durch Myanmar, die zwei Menschen aus unterschiedlichen Welten zueinander gebracht hat. Kostas managt zusammen mit Luisa den Preysinggarten in München - Philipp die Maschinenbaufirma seiner Familie in Dresden. Ihre gemeinsame Schnittmenge in der Stiftung heißt PAUL. Kostas hat mit Freunden schon einen Wasserfilter gespendet und sammelt gerade für den nächsten. Philipp interessiert sich für die Technik und überlegt, wie man die verbessern könnte. Vor ein paar Tagen haben sich die beiden in München bei einem Glas Wasser zum Gedankenaustausch getroffen/jg

Ein Sommerferien Lesetipp

Einfach einsteigen und losfahren. Paul Theroux, der begnadete Reisende, fuhr vor vierzig Jahren mit Zügen, Schiffen und Postfliegern um die ganze Welt. Eine Fahrt durch wunderschöne Landschaften, herrliche Sprache - und eine ferne Zeit. Das ganze wirkt heute zeitlich weiter entrückt als geografisch, denn die Globalisierung war außer Reichweite für Orte wie Mandalay, und all die Menschen, die Theroux unterwegs trifft, sind so liebevoll-genau portraitiert, sie alle brausten noch in eine weithin offene Zukunft, aus der ihnen der Hoffnungsschimmer einer gerechten Welt entgegenleuchtet/Alex Rühle, Süddeutsche Zeitung

Montag, 20. Juli 2015

3Dee

René, ist so beschäftigt, dass wir ihn selten sehen. Viel öfter halten wir etwas von ihm in der Hand: alle Drucksachen der Stiftung werden seit zwanzig Jahren von ihm gestaltet. Wer heute ins Hamburger Abendblatt geschaut hat, hat René schon gesehen. Zusammen mit seinen Partnern hat er in neue Technik investiert. Mir kommt das vor wie ein Sprung durch die Zeiten: als ich André und René vor über zwanzig Jahren kennenlernte, da waren die Räume in der alten Fabrik vollgestellt mit Leuchttischen. Das waren Zeiten - lange vor der Erfindung von Fotoshop - als Bildbearbeitung eine Sache für Spezialisten war. Heute erledigen viele Werber diese Arbeiten selbst am Rechner - mit unterschiedlichen Ergebnissen. Wir wünschen dem 3Dee Team in Hamburg viel Erfolg und danken bei der Gelegenheit für zwanzig Jahre bester Zusammenarbeit/jg

Khin und Rose kommen

Wenn Khin und Rose Ende der Woche in die Schweiz kommen, danach nach Deutschland, brauchen sie keine große Umstellung: unsere Temperaturen unterscheiden sich in diesen Tagen kaum von denen in Myanmar. Für die beiden gibt es ein großes Programm. Für Rose wird das vornehmlich medizinisch geprägt sein, denn wir möchten das Mädchen mit Ludgers Hilfe so einstellen, dass sie hoffentlich in Zukunft schmerzfrei leben kann. Khin hingegen freut sich darauf, Freunde und Mentoren zu treffen. Sie wird wieder mit glänzenden Augen von ihren 86 Studenten berichten - und von Myanmar, drei Monate vor den Wahlen. Den ersten Teil der Reise, bis Frankfurt, werde ich die beiden begleiten - den zweiten Teil der Reise organisiert dann Sascha/jg

Made in Yangon

Liebe Freunde, frei nach Galileo Galilei  "...und sie bewegt sich doch!"  ist ein Meilenstein für unseren kleinen Verein. Unsere Internet-freaks in Yangon haben die homepage des Vereinlife kreiert und aufgeschaltet www.vereinlife.org Nach unserer Gründung im Novemer 2014 ist dies ein weiterer Schritt, unser Engagement in Myanmar auf soliden und nachhaltigen Säulen transparent und offen darzustellen und zu vermitteln. Die homepage ist gedacht, den Spendern und Freunden des Vereins und welche, die es hoffentlich noch werden, ein erstes informatives Fenster in unsere Projekte zu gewährleisten. Wir, die haben und können - dürfen teilen und abgeben für Menschen die wollen und möchten - aber die Chancen nicht haben. Die Freude für uns ist mindestens genau so groß, wie vor Ort bei den Menschen in Myanmar.  Wünsche Euch Allen einen. Tollen Start in die Woche, Herzlichst Roman/Vereinlife



Sie war eine der ersten Tafeln, die in Deutschland gegründet wurden: die Düsseldorfer Tafel. Heike von Gehr hat sich mit unglaublich viel Energie engagiert und viele Menschen in Düsseldorf begeistert mitzumachen. Das ist zwanzig Jahre her. Damals waren es nur eine Handvoll Tafeln, heute sind es über 900 Tafeln + viele Ausgabestellen. Damals wie heute sind die zwei Säulen der Tafelarbeit ein ordentliches Auto und Menschen, die bereit sind jeden Morgen loszufahren: freundlich fragen, Kisten schleppen, Danke sagen. Ob dieser Job auch so viel Erfüllung bringen würde, wenn's Geld dafür gäbe? jg

Sonntag, 19. Juli 2015

Drei Löwen



Was haben Roland, Roland und Wolfgang gemeinsam?
Das Foto entstand gestern bei einem Ausflug der Lions nach Innsbruck. Seit elf Jahren finanzieren wir unsere Kühlautos für die Tafeln zusammen mit den örtlichen Lions Clubs. Das ist eine Erfolgsgeschichte für uns, für ein paar hundert Clubs und ganz besonders für den Lions Club München-Solln. Roland hat mir gestern erzählt, dass wir inzwischen beim 361. Kühlfahrzeug angekommen sind, das geht nach Zweibrücken. Die Lions Clubs wurden 1917 in Amerika gegründet. Die international tätige Institution ist mit 1.360.121 Mitgliedern in 46.385 Clubs aus 209 Ländern und Gebieten die mitgliederstärkste Service-Cluborganisation der Welt. Der erste Lions Club in Deutschland wurde am 1951 in Düsseldorf gegründet. Inzwischen gibt es 1.540 deutsche Lions Clubs mit 51.828 Mitgliedern. Die beiden Herren links und rechts sind bei den Lions, alle drei sind bei der Stiftunglife engagiert. Der eine Roland, links, für die Tafeln - der andere Roland, Mitte, für Griechenland - und Wolfgang für Druck und Papier/jg

Samstag, 18. Juli 2015

Swimming Doctors 3





Dank Thein gibt es wieder frische Bilder aus der Werft. Das Hauptdeck wird gerade in Segmenten aufgesetzt. Gut ist auf den Bildern zu sehen, dass das neue Schiff um einen Meter breiter gebaut wird als sd2. Mehr zum Bauablauf und den möglichen Termin werden wir hören, wenn Capt. Than Oo Mitte August nach Deutschland kommt. Bis dahin bleibt uns sozusagen die Freude auf Entfernung. Vielen Dank auch an Capt. Wilk und Andreas, die sich vor Ort in Yangon um den Fortgang der Dinge kümmern - in den großen Dingen und in den Details/jg

Swimming doctors 2





Es gibt wieder Bilder vom Schiff. Bilder, die Freude machen. Wie jedes Mal, wenn an Bord ein Kind das Licht der Welt erblickt. Ich habe nicht mitgezählt, 100 Geburten an Bord dürften wir schon lange überschritten haben. Glücklich einfache Geburten waren genauso dabei wie komplizierte und lebensbedrohende. Die Freude ist jedes Mal da - auch über das Glück zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle gewesen zu sein. Inzwischen gibt es auch schon eine Reihe von Frauen, die unsere Vorsorge Untersuchungen in Anspruch nehmen. Das machen wir am liebsten gemeinsam mit den Hebammen, die die werdenden Mütter in den Dörfern betreuen. Ende August wird Wolf wieder nach Myanmar fliegen, um ein paar Tage gemeinsam mit dem Team auf dem Schiff zu arbeiten. Wir werden davon berichten/jg