Stiftunglife

Dienstag, 3. März 2015

Das Fazit der Reise

Kurz zusammengefasst könnte ich sagen "Wir wissen zuviel und die wissen zu wenig." Das soll sich ändern. Am Sonntag war in der Zeitung zu lesen, dass der Bildungsetat in Myanmar verdoppelt wird. Weil das noch immer viel zu wenig ist, tragen Kräfte von außen - wir gehören dazu - zum Ausgleich bei. Das kann für beide Seiten ein Gewinn werden, wenn die Kultur und die Werte des Landes im Vordergrund stehen bleiben. Im Augenblick sind viele Ausländer im Land unterwegs um den Markt zu erkunden. Ich muss an meine ersten Berufsjahre als Vertreter denken, damals habe ich Türen und Fenster verkauft. Bei der Herstellung blieben viele Aluminiumwinkel übrig. "Zu schade zum Wegschmeißen" befand die Firmenleitung und fertigte daraus Fußabtreterroste, die wir verkaufen sollten. Die Sache wurde ein Reinfall, die Kunden brauchten unsere Roste nicht. Ob die Burmesen all die Dinge brauchen, die jetzt von außen ins Land getragen werden, wage ich zu bezweifeln. Wenn wir als Stiftunglife den Dorfbewohnern helfen, ein Schulgebäude zu bauen, dann ist das ihr Wunsch. Wenn wir Studenten unterstützen, dann ist es ihr Wunsch voranzukommen. Wie schön wäre es, wenn alle diese Grundeinstellung mitnehmen, die jetzt Ideen und Produkte in das Land tragen. In ein Land, das bis vor kurzem noch in seiner Verfassung stehen hatte "...dass die eigene Kultur bewahrt und die Bürger des Landes vor westlichem Einfluss geschützt werden sollen." Wenn wir heute als Reisende in ein MacDonaldsfreies Land kommen, freuen wir uns über die Natürlichkeit des Lebens und der Menschen dort. Das wird sich nicht erhalten lassen. Der Wunsch zur Veränderung ist spürbar, besonders in den Städten. Hoffen wir, dass die Entwicklung günstig läuft - dann werden gut ausgebildete junge Menschen einen eigenen Weg für die Zukunft ihres Landes (mit)gestalten/jg

Montag, 2. März 2015

Meeting with the Mentor



Dear all, Tin Myo Ko came down to Yangon from his village to meet with Udo and Katharina. Tin Myo Ko is the student of Michaela who works in the office of Udo. As planned, they met at Padonma Restaurant in Yangon. Tin Myo Ko has finished two years study at Education College and is now waiting for the exam results which will be out before the end of this month. If he is qualified, he will can continue to study at the Institute of Education in Sagaing for another 3 1/2 years. If not, he will be working as a Primary school teacher in June this year. He could communicate in English fairly well and expressed that his hobbies are playing volleyball and reading history books. On our way back home,Tin Myo Ko said he will come to Yangon and study English in the coming months. He usually stayed in his village and used to work in the farm during the long vacations and earned 1500 kyats 1.5 dollars per day. He was contented and happy with his village life but now he decided to come to Yangon to study more English. Thanks a lot, Katharina and Udo for your friendly and motivating talk. It truely made difference! By the way, there is one Stiftunglife school named "Anna School" in his village, Kutaw, where he will perhaps work one day and take care on behalf of Stiftunglife. Best regards, Khin

Plastik Recycling





Langsam geht es voran beim Plastik Recycling Projekt in Pakoku. Die Konstruktion steht, die Solarpanele und die Maschinen sind vor Ort. Jetzt muss ein Techniker ran und das alles sinnvoll miteinander verbinden. Ostern wollen wir mit der Produktion beginnen. Min Min kümmert sich um die Organisation. Bleibt aus Entfernung für uns nicht viel mehr zu tun, als Daumen drücken, dass alles klappt/jg

Freunde der Stiftung

Olaf hat uns zusammengebracht mit den Worten "Jürgen, ich habe da jemanden getroffen, den musst Du unbedingt kennenlernen!" Ich glaube, er hat mich mit ähnlichen Worten bei Udo Kronshage eingeführt. So kam es vor drei Jahren zum Treffen im Eiscafé an der Alster. Schön, wenn man im ersten Moment spürt, dass man einander sympathisch ist, das macht alles so leicht: essen, trinken, lachen, reden, Gedanken und Freude teilen. Das alles hatten wir hier in den letzen Tagen, die wir gemeinsam in Yangon verbracht haben. Wir haben "seinen Studenten", Khin und Min Min getroffen, Kinder und Alte, Einheimische und Touristen. Mit all den Eindrücken im Gepäck sind Udo und Katarina nun zurückgereist nach Hamburg. Dort, im schönen Büro mit Blick auf die Binnenalster, werden die Gedanken gelegentlich abschweifen in die Eindrücke der letzten Wochen. Auch in Hamburg bleibt Udo unserer Arbeit als Mentor und Ratgeber verbunden. Im letzten Jahr wurde seine OSB von der brand eins Redaktion zu einer der besten Unternehmensberatungen in Deutschland gekürt. Udo Kronshage beschäftigt sich im Schwerpunkt mit Veränderungsprozessen. Seinen Rat werden wird die Stiftung in den kommenden Jahren gut gebrauchen können/jg

Sonntag, 1. März 2015

Min Min on air

Das Leben in Yangon verändert sich im Zeitraffer. Musste man noch vor ein paar Jahren 2.500 Dollar für eine SIM Karte bezahlen, bekommt man die Karte heute für einen Dollar. Ein Handy gibt's kostenlos dazu. Allerdings nicht das hier auf dem Foto, die neueste Version von Samsung, die ganz selbständig funktioniert (ohne Bluetooth Anbindung an das Handy in der Hosentasche) Mögen sich manche Besucher "die guten alten Zeiten" zurückwünschen, die sind vorbei. Dafür gibt es jetzt Strom in Yangon und Mandalay rund um die Uhr, WiFi in jedem Hotel und Verkehrsstau vor der Tür. Willkommen in der Neuzeit. In den großen Städten mischen sich alt und neu. Gestern Abend waren wir Downtown unterwegs, erst unter lauter Burmesen in einem traditionellen Coffeeshop - danach auf ein Bier mit Expats im Union Grill. Tradition und Moderne. Gebaut wird an allen Ecken der Stadt. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn Eckgrundstücke sind besonders beliebt. Altes wird abgerissen und Neubauten sollen entstehen. Das dauert, einige Baustellen stehen still, weil die Genehmigungen noch einmal überprüft werden. Das Land ist in der schwierigen Zeit des Übergangs vom alten System "Ich kenne da jemanden..." auf das neue System. In dem soll alles korrekt und ordentlich ablaufen. Viel Fingerspitzengefühl ist notwendig, um diesen Übergang auszubalancieren. Nicht nur bei den Baugenehmigungen. Eine angespannte Ruhe liegt in der Luft, die sich erst nach den Wahlen auflösen dürfte/jg

Samstag, 28. Februar 2015

Min Min on the way



Wenn unsere PAUL mit dem Schiff in Yangon angekommen sind, dann müssen sie durch den Zoll, darum kümmert sich Capt. Than Oo. Dann bringt Min Min die Wasserfilter mit seinem eigenen Pick up von Yangon nach Bagan, hier auf dem Foto zu sehen. Anschließend die Feinverteilung, jeder PAUL kommt dann an seine vorgesehene Schule. Wir notieren die Seriennummer und kleben eine burmesische Gebrauchsanweisung auf. An der Schule wird ein Lehrer in die Verantwortung genommen und es erfolgt die Einweisung: immer viel Wasser im Filter haben - alle drei Tage durch den Bodenablauf säubern. Min Min kümmert sich zusammen mit Soe Soe um die 50 Filter, die rund um Bagan stehen. Mittelfristig müssen wir uns jemanden suchen, der hier im Land die Verantwortung für die PAUL Wasserfilter übernimmt. Ich schau mich schon mal um. Für einen anderen Bereich sind wir fündig geworden: ich habe eine sehr nette Reiseführerin für Yangon gefunden. Sanni ist 30 Jahre alt, hat zusammen mit Min Min studiert, spricht Deutsch und Englisch und ist sehr nett/jg

Freitag, 27. Februar 2015


Erst waren es Buchstaben, dann folgten Bilder. Seit zehn Jahren erobert das bewegte Bild die Welt: jede Minute werden 300 Stunden Videomaterial auf Youtube hochgeladen. Vergangenheit und Gegenwart sind in dem gigantischen Bildergedächtnis jederzeit abrufbar. Jeden Tag sehen sich weltweit hunderte Millionen von Menschen Videos an. Ein paar Filme von unseren Projekten sind auch dabei. Ich habe keine Ahnung, wer die eingestellt hat, aber ich wünsche mir, dass in Zukunft viele kleine Filme von unseren Projekten abrufbar sind. Schaut doch bitte mal im Freundeskreis, ob wir jemanden finden, der sich für das Projekt "Stiftunglife auf Youtube" begeistern und das organisieren kann. Übrigens, die Erfinder von Youtube sind Einwanderer. Der Vater von Karim kam aus Bangladesch nach Deutschland. Nach den fremdenfeindlichen Ausschreitungen 1992 in Rostock haben die Eltern sich entschieden, Deutschland zu verlassen/jg

Donnerstag, 26. Februar 2015

Glückliche Studenten

So sehen sie dann aus, unsere Studenten, die einen Labdoo Rechner bekommen haben. Seit einem halben Jahr arbeiten wir glücklich und mit großem Erfolg mit Labdoo zusammen. Weil einige nachgefragt haben, hier noch einmal kurz erklärt, wie das geht: wer einen gebrauchten, funktionsfähigen Laptop übrig hat, der schickt den an das Labdoo Team, zum Beispiel an Tina Meier* in Hamburg. Dort werden alle Daten auf der Festplatte gelöscht mit einer Lernsoftware neu überschrieben. So fertig gemacht stehen die Rechner dann für Studenten in Entwicklungsländern zur Verfügung. Der Transport zu unseren Studenten erfolgt "Huckepack", wenn immer ein Myanmar Reisender einen Laptop für uns mitnehmen mag, nutzen wir diesen Weg gerne. Mehr als ein Dutzend Rechner sind schon so zu unserem "Hub-Yangon", zu Khin gekommen. Sie sucht die Studenten aus, denen am meisten damit geholfen ist. Die vier glücklichen auf dem Foto gehören dazu/jg

* hamburg-hub@labdoo.org

Graduation day

Unser Studenten Programm läuft jetzt seit sieben Jahren in Myanmar (auf den Philippinen seit vier Jahren). 90 Prozent unserer Studenten halten durch und beenden ihr Studium mit einem Abschluss. Wir freuen uns mit Ihnen - hier in der Bildmitte Aung Naing, einer von unseren 86 Hoffnungsträgern. Damit Ihr Euch mit uns freuen könnt, kommt hier der Bericht von Khin: Dear friends, last Sunday was graduation day of Technology students. Aung Naing was very happy with his parents on the occassion. Aung Naing got a degree B. Tech. and now he is studying for B. E. one more year. If he pass this year, he will get B. E. with which he will have more job opportunities in the future. Best regards, Khin

Gute Reise



Die meisten Laptops kommen vermutlich aus China mit dem Schiff nach Deutschland, zu Tausenden eingepfercht in große Blechkisten. Diese beiden Laptops reisen deutlich komfortabler zurück nach Asien, gemeinsam mit mir auf der schönsten Yacht der Welt. Zwei gebrauchte Laptops, von Labdoo mit neuer Software versehen, sind gestern mit mir in Yangon angekommen. Heute gebe ich sie in gute Hände: Khin wird die Computer in den nächsten Tagen zu unseren Studenten bringen. Ganz herzlichen Dank an das Labdoo für die Unterstützung. Es ist wirklich eine Freude mit Tina Meier und ihrem Team zusammen zu arbeiten. Die MS EUROPA fährt nun ohne mich weiter, doch bin ich sicher, dass viel Sinn für gute Taten an Bord geblieben ist/jg

Mittwoch, 25. Februar 2015

Rupprecht Matthies/2

In die Ausstellung an Bord der EUROPA hat Rupprecht Matthies unser "Danke" eingebaut - in kleinen Worten, die er an die Gäste verschenken wird und mit der Stiftunglife "Danke Broschüre", bei der die Silberprägung in der Sonne funkelt. Schön sieht das aus - und wenn man Lust hat, noch ein bisschen Nachzudenken, dann lohnt sich der Besuch der Ausstellung schon allein für diesen Satz: "Every business should have a soul" Diese Seele ist heute an Licht gekommen. Sie hat in vielen Augen gefunkelt, als die eingeladenen Kinder an Bord wie Ehrengäste begrüßt und behandelt wurden/jg

Rupprecht Matthies/1

Schade, die Zeit war zu kurz. Als unser Lieblingskünstler Rupprecht Matthies an Bord gekommen ist, bin ich gerade gegangen. Unter großem Applaus, aber der ist wohl eher den 50 Kindern zuzurechnen, mit denen ich an Bord war und zum Abschied gewunken und gesungen habe. Für mich gab es gerade noch die Gelegenheit, einen Blick in die Ausstellung zu werfen, die heute Abend an Bord eröffnet wird. Ich bin sicher, die Menschen werden begeistert sein. Schöne Stimmung an Bord der schönsten Yacht der Welt/jg

Der direkte Weg



Gleich nach dem Frühstück zum Bus, Kelle 3, ich bin inzwischen geübt. Poloshirts fürs Kinderheim mit einladen. Was wir mit Jacken und Westen machen, überlegen wir später. 16 Gäste haben den Ausflug gebucht, Hapag-Lloyd verzichtet auf die Einnahmen - die 50 Euro, die jeder Gast zahlt, gehen komplett in unsere Spendenkasse. Erstes Ziel: Besuch der EUROPA Schule. Eine Mittelschule für 400 Kinder, in Okalappa am nördlichen Stadtrand gelegen. Im Jahr 2011 haben wir den zweistöckigen Neubau mit rund 50.000 Euro finanziert. Der Bau wurde durch die Seekarten Versteigerungen der Hapag-Lloyd Kreuzfahrtschiffe finanziert. Weiter zur Marine University. Empfang durch den Rektor und eine Präsentation mit kleinen Hindernissen. Khin und unsere sieben Marine Studenten waren mit von der Partie. Ohne Mittagessen direkt weiter ins Kinderheim. Wenn doch immer alles so einfach wäre: vor drei Tagen haben Herr und Frau K. auf der EUROPA die Seekarte ersteigert, der Erlös war für dieses Kinderheim bestimmt. Die glückliche Gewinnerin hat das Kinderheim mit uns besucht. Dabei wurde das Geld - hier in der roten Tasche - offiziell an den Hausvater übergeben. Der Schiffsfotograf und einige Gäste sind mitgekommen. Wir haben mit den Kindern gelacht und das ordentlich geführte Haus bewundert. Wenn solche Besuche auf dem Programm stehen, bin ich gerne Reiseleiter/jg

Dienstag, 24. Februar 2015

Swimming doctors 3



Lange ist es her, sehr lange, dass ich das letzte Mal geschweißt habe. Es ging trotzdem ganz gut, gestern Nachmittag bei der Kiellegung im Myanmar Shipyard in Yangon. Das war der offiziellen Baubeginn für swimming doctors 3. Vorher haben die Mönche in einer kleinen Zeremonie Ihren Segen gegeben. Damit ist jetzt alles auf einem guten Weg. Capt. Wilk und Capt. Than Oo werden den Bau vor Ort überwachen - und wir werden hier auf der Seite von den Fortschritten berichten, Ende des Jahres soll das neue Schiff fertig sein/jg

Swimming doctors 2



Es gab Schwierigkeiten mit der behördlichen Genehmigung, das Schiff musste im Hafen bleiben, aber das ist vorbei. Die Genehmigung ist da, das Schiff läuft heute morgen wieder aus. Alle sind gut gelaunt an Bord und freuen sich, dass sie wieder arbeiten können. Es gab viel Anrufe aus dem Delta in den letzten Wochen mit der Frage "Wo bleibt ihr denn?" Die Mannschaft ist uns treu geblieben, Josefine und ihre beiden Kolleginnen, der Chefarzt und auch der junge Zahnarzt ist noch Bord. Schritt für Schritt werden wir an den Verbesserungen arbeiten, die wir vor ein paar Monaten aufgeschrieben haben. Das die Uhren in Myanmar langsamer gehen, daran gewöhnen wir uns nur langsam. Das war alles kein Thema, gestern, bei dem großen Besuch an Bord: sechzehn Gäste der MS EUROPA nahmen die Gelegenheit wahr, sich das Schiff am Bothatong Pier anzuschauen/jg

Swimming doctors 1



"Was macht eigentlich der alte Reisfrachter?" wurde ich kürzlich gefragt. Im vergangenen Sommer haben wir das Schiff an Moses übergeben. Nach einer gründlichen Renovierung ist das Schiff nun wieder im Einsatz. Finanzielle Unterstützung und medizinischen Back up gibt es aus Bayern von der Artemed Stiftung für dieses Schiff. Vor Ort kümmert sich Moses um den Einsatz, langfristig arbeiten wir an der Vernetzung der verschiedenen Deltahilfen, um die Recourcen besser zu nutzen. Dazu gehört die Abstimmung der Einsatzgebiete und der verschiedenen Hilfsangebote. Das das keine einfache Aufgabe ist, sieht man vor der eigenen Tür: die Süddeutsche Zeitung berichtetet vor einigen Tagen von überlasteten Notaufnahmen in unseren Krankenhäusern - und mangelnder Abstimmung mit den ärztlichen Bereitschaftsdiensten/jg

Montag, 23. Februar 2015

Direkte Hilfe



Die schönen Poloshirts - auf der MS EUROPA waren sie übrig, weil die Mitarbeiter ein neues frischen Design bekommen haben. Heute Mittag haben wir Sie in den Bus geladen, als ich mit den Gästen zu den swimming doctors gefahren bin. Am Botatong Pier angekommen, wurden 60 Poloshirts bester Qualität - Design Guido Maria Kretschmann - umgeladen und auf unser Schiff getragen. Am linken Bildrand im Hintergrund sind die swimming doctors 2 zu sehen. Dazu gab es Medikamente, die in der EUROPA Bordapotheke übrig waren. Die Gäste waren dabei, alle haben sich gefreut. Direkter kann Hilfe nicht organisiert werden. Vielen Dank an alle, die mitgeholfen haben/jg

Reisebericht aus Myanmar

Menschen zu begegnen ist wunderbar. Besonders in Myanmar. Wie weit solche Reiseversprechen wirklich eingelöst werden können, das hängt von der Zeit ab, die sich der Reisende nimmt, von der Größe der Reisegruppe und von den Führern. Besonders der Faktor Zeit wird mir in diesen Tagen wieder bewusst, in denen ich mit dem Schiff nach Myanmar reise. Die langsame Annäherung erlaubt eine wunderbare Einstimmung und Vorbereitung auf das Land. Mit Flugzeugen überspringt man diese Phase. Gestern am späten Nachmittag sind wir mit MS EUROPA in Yangon angekommen. In den nächsten drei Tagen werde ich mit ein Gästen unterwegs sein, Kinderheime besuchen, Schulen und die swimming doctors. Ich freue mich über die schöne Gelegenheit, interessierten Menschen etwas von meiner zweiten Heimat zu zeigen/jg

Sonntag, 22. Februar 2015

Freude auf beiden Seiten

Was für ein schönes Gefühl: während ich in der EUROPA Lounge einen kleinen Vortrag über die Projekte der Stiftung in Myanmar halte, kommen die swimming doctors wie auf's Stichwort in Sichtweite. Dieses Zusammentreffen von MS EUROPA und swimming doctors 2 war besser noch als geplant. Die Freude bei den Gästen hier an Bord konnte ich direkt spüren - die Begeisterung auf der burmesischen Seite kann ich mir vorstellen. Eine Stunde später verschwinden die swimming doctors dann in der Abenddämmerung, auf dem Weg zum Botatong Pier. Morgen Machmittag werden wir sie dort besuchen. Es ist ein wunderschönes Gefühl, wenn man interessierte Menschen so nah an das Projekt bringen kann, direkt zum Anfassen/jg

Die Seekarte dieser Reise...

Der Gebrauch einer gedruckten Seekarte erfordert ein Kartenbesteck, also Stechzirkel, Kursdreiecke und Bleistift. Nach verschiedenen Verfahren werden Positionen geometrisch konstruiert, indem man zwei - besser drei - Linien zum Schnitt bringt. Alle Linien sollten sich theoretisch im gleichen Punkt schneiden, meist bilden Sie jedoch ein kleines Fehlerdreieck, dessen Mitte als Standort angenommen wird. Soweit die Theorie. In ein oder zwei Jahren wird es keine gedruckten Seekarten mehr geben, schon heute arbeitet man mit GPS und computergestützten elektronischen Karten. Sie ist also eine Besonderheit, diese originale Seekarte aus Papier, die gestern Abend auf MS EUROPA zur Versteigerung kam. Über die Schönheit der Verzierungen lässt sich streiten - der symbolische Wert dieses Kunstwerks ist über alles erhaben. Für 10.000 Euro nimmt ein glückliches Ehepaar die Karte mit nach Lüneburg. Das Geld werde ich morgen gemeinsam mit den Gästen nach Yangon in das Kinderheim von Uniteam bringen, für das der Erlös bestimmt ist. Ein Glücksfall für alle Beteiligten, wenn Spende und Empfänger so eng zusammenkommen. Ich freue mich, dass ich als Mittler zwischen den Welten dabei sein darf/jg

Samstag, 21. Februar 2015

"Die Griechen"

Noch immer wogt die Frage "Sollen wir den Griechen helfen" hin und her. Kaum könnten unterschiedlichere Menschen aufeinander treffen, als die Minister Varoufakis und Schäuble. Die Verantwortung für die Situation, in der wir alle stecken, haben natürlich immer die anderen. Wer sich mal die Mühe macht, das Alltagsleben der einfachen Menschen in Griechenland zu beobachten, kann das Wahlergebnis nachempfinden. Es sind eben nicht alle Griechen, die das Land in diese Situation manövriert haben, es waren und es sind einige Menschen, die das zu beantworten haben. Den einfachen Menschen geht es schlecht. Viele, die arbeiten, haben weniger Geld zur Verfügung, als Hartz IV Empfänger bei uns. Arbeitslose haben nach einem Jahr gar nichts mehr, auch keine Krankenversicherung. An diese große Mehrheit der Griechen sollten wir auch denken, wenn wir über Hilfen entscheiden. Das Hilfe nicht immer Geld sein muss, zeigt unser kleines Projekt mit den medizinischen Geräten für Griechenland. Den Erfolg kann man in der Anzahl der Geräte messen - oder in Geld (die Geräte sind bei uns alle abgeschrieben) - oder in der Vielzahl der Menschen, die damit untersucht werden konnten. Nicht von uns, sondern von griechischen Ärzten, die sich in Ihrer Freizeit um die kümmern, die ihre Krankenversicherung verloren haben. Meinen Respekt haben diese Griechen/jg

Freitag, 20. Februar 2015

Filmtipp: Wer rettet wen?

Ein Film über die Krise als Geschäftsmodell auf Kosten von Demokratie und sozialer Sicherheit.Seit fünf Jahren werden Banken und Länder gerettet. Es werden immer neue Rettungsfonds gestartet, während mitten in Europa Menschen wieder für Hungerlöhne arbeiten. Sozialleistungen werden abgebaut, öffentliche Güter verkauft. Es wird gerettet, nur ist keine Rettung in Sicht.
Wer rettet also wen? Die Reichen die Armen? Die Troika die europäischen Staaten? Die Rettungsschirme Europa? Oder die Steuerzahler die Banken? Der Film wirft einen Blick von unten auf die Probleme, die uns alle angehen. Experten und Betroffene in Griechenland, Spanien, Irland, USA, Deutschland und Island sprechen über Krisen, Gründe und mögliche Alternativen. Ein Thema, das vielen in bisherigen Diskussionen unverständlich geblieben ist, wird endlich in seiner ganzen Tragweite greifbar. Ein Film, den wir gerade jetzt brauchen.

Dieser Filmtipp erreicht uns aus Addis Abeba,. Das macht ihn noch interessanter und erinnert mich an Gespräche mit Karlheinz Böhm. Der hat immer wieder und aus verschiedenen Blickwinkeln darauf hingewiesen, dass unsere Gelder für Afrika nicht nur Hilfe sind. Sie sind auch Rückzahlung aus Kolonialzeiten - und sie sind Teil der Absicherung unseres guten Lebens in Deutschland. Das Beschäftigen mit den verschiedenen Sichtweisen lohnt sich - mit Blick auf Afrika und auch mit Blick auf Griechenland. Ich bin sicher, das es ein spannender Filmabend wird, morgen in der Deutschen Botschaftsschule in Addis Abeba/jg

Donnerstag, 19. Februar 2015

Transparenz und Offenheit

"Das reichste Erzbistum setzt auf Transparenz" lese ich in der Zeitung. Wie schön, denke ich, die katholische Kirche stand bei mir bisher nicht für Transparenz und Offenheit. Erstmals hat das Erzbistum Köln einen Jahresabschluss vorgelegt, in dem das ganze Vermögen aufgeführt wird. Demzufolge waren es 3.35 Milliarden, die im Jahr 2013 im Säckl waren. "Mit dieser Bilanz lösen wir unser Versprechen umfassender Transparenz der Finanzen ein" erklärte Generalvikar Stefan Heße bei der Vorlage. Was diese Transparenz wert ist, mag der geneigte Leser selbst entscheiden: der Kölner Dom taucht dort mit einem symbolischen Wert von 27 Euro auf.

Wer sich für die Bilanz unserer Stiftung interessiert, bekommt echte Zahlen -
einfach eine Mail schreiben an info@stiftunglife.de

Mittwoch, 18. Februar 2015

Verzicht

Es ist nicht ganz einfach, einen Eintrag über den Verzicht zu schreiben, wenn man selbst von Luxus umgeben ist. Noch schwieriger wird es für mich werden, den eigenen Empfehlungen in den nächsten Tagen zu folgen. Aber ein bisschen Anstrengung darf ruhig sein. Auch wenn ich in den nächsten 40 Tagen auf Schokolade, Rotwein und Shoppen verzichte, bleibt mir noch vieles im Überfluss. Gesundheit, Vorsorge, Sicherheit und Frieden sind nicht überall so selbstverständlich wie in unserem Lebensraum. Mit dem Verzicht bin ich nicht alleine: rund die Hälfte aller Deutschen wollen in den kommenden sechs Wochen Verzicht üben: Alkohol, Fleisch und Süßigkeiten stehen auf der Liste des (wohl nicht ganz uneigennützigen) Verzichts ganz oben. Auch bei der Kirche wird der Begriff Fasten nicht mehr wortwörtlich genommen. Das Motto der ökumenischen Fastenaktion der Nordkirche lautet "Sieben Wochen mit Produkten aus fairem Handel und der Region". Das Motto gefällt mir, weil beide Seiten etwas davon haben: wir und die anderen, denen es nicht so gut geht. An Bord "der schönsten Yacht der Welt" wird es mir in den kommenden Tagen schwer fallen, regional und fair zu konsumieren, deshalb geht es hier nur mit Verzicht. Das Ersparte kommt täglich ins Sparschwein. Wenn Anna und Oksana auch mitmachen, dann dürfte sich einiges ansammeln in 40 Tagen - das Stiftungskonto wird sich freuen/jg

Dienstag, 17. Februar 2015

Letters of Thanks/2





Weitere Briefe und Bilder erreichen uns in diesen Tagen aus Griechenland. Rüdiger und Kostas engagieren sich mit großem Erfolg. Die beiden haben 40 medizinische Geräte eingesammelt - die in deutschen Praxen übrig waren - und die in soziale Praxen nach Griechenland gebracht. Die Idee der Tafeln haben wir in den medizinischen Bereich übertragen: einsammeln, was auf der einen Seite übrig ist - um das direkt weiterzugeben an die Menschen, die das gut gebrauchen können. Das Internet und zwei engagierte Menschen in unserer Stiftung machen dieses Projekt möglich/jg

Letter of thanks/1



Einfach ist es nicht, unser Verhältnis zu Griechenland - in der Zeitung lese ich, dass die Verhandlungen der Euro-Gruppe mit der griechischen Regierung geplatzt sind. Unser Bild von Griechenland wird in diesen Tagen geprägt von Politikern, die anders auftreten, als ihre Vorgänger. Der Streit über die Finanzen überlagert die Bilder von den Menschen. Den 20, 30 oder 40 Prozent Arbeitslosen, je nach der Altersgruppe, in die man schaut. Die meisten dieser Menschen - genau gesagt, die die länger als ein Jahr arbeitslos sind - haben ihre Krankenversicherung verloren. Medizinische Hilfe bekommen diese Menschen in "sozialen Praxen". Wir unterstützen diese sozialen Praxen mit medizinischen Geräten, die wir in Deutschland gespendet bekommen. Hier ein Dankschreiben aus Salamina:

Salamina 15. Feb, Dear Dr. Jürgen and Friends of Stiftunglife. We would like hereby, to enunciate our sincere gratitude, concerning the vital donation of the defibrillator, which already came into use, in the "hands" of a highly expertized volunteer "First Aid & Rescue" group, here in Salamina. Our Social Clinic & Salamina's Solidarity Pharmacy has as sole mission the provision of high quality Health Care to completely unprotected, being banned from the social security and public health system, citizens (both Greeks and immigrants). Our objective is to preserve the dignity of citizens, who after losing their fundamental rights, are try to "stand on their feet" against the current state of misery. Further on, in our thankfulness, we would like to indicate the significance and importance of the defibrillator for the above mentioned volunteer group and of course for all people living in Salamina, as it could save lives, used in accidents and other emergency incidents. It is more than encouraging having philanthropists like you, supporting our daily effort and we hope your example will work to attract more benefactors. On behalf of the organizing committee, Sincerely Yours, John Gavrilis