Stiftunglife

Dienstag, 31. März 2015

UCANDO school building




Lange nichts von unseren Schulbauten in Myanmar gehört?
Zwei Schulen, TIMO und ISABEL 2, in der Nähe von Bagan sind fertig und warten auf ihre Einweihungsfeier. Eine Schule ist im Bau, hier ist das aktuelle Foto aus dem Delta. Was dort hinter dem alten Schulgebäude entsteht, das ist die neue UCANDO School. Im Herbst fliegen die Namensgeber Ulla, Christian, Andreas und Dorothea aus Hamburg nach Myanmar um ihre Schule einzuweihen. Damit alles schön wird, hat Capt. Than Oo während der Bauzeit ein Auge auf das Projekt. Mit den Bildern kam sein Gruß heute Morgen : Dear Mr.Gessner, please find attached the progress of school building which we build in Lat Pan gone village Maubin township. Kind regards, thanoo

Bad Salzschlirf



Vor ein paar Monaten hatte ich mich mit Mascha Sorg über unsere Ideen zum Thema Flüchtlingsintegration unterhalten. Auf unsere Bitte hat sie sich umgehört und ist dabei nach Bad Salzschlirf gekommen, ein paar Minuten von Fulda entfernt. Gestern sind wir zusammen hingefahren um Herrn Post zu treffen. Der Bürgermeister war da, Flüchtlinge und Helfer waren dabei. Es gab uns zu Ehren selbstgebackenen Brot und eine Afrikanische Kaffeeezeremonie. 3.069 Einwohner hat Bad Salzschlirf und 80 Flüchtlinge. Man kann die Zahlen auch zusammenzählen, denn die Menschen in Bad Salzschlirf leben miteinander. Unabhängig vom Stand des Anerkennungsverfahrens dürfen die Flüchtlinge nach drei Monaten arbeiten. "Mit Deutschkenntnissen wachsen die Chancen, fünf haben schon eine Arbeit gefunden, die anderen pflegen unsere Grünanlagen und das Schwimmbad. Das fördert die Annäherung..." erzählt uns der Bürgermeister "...und bessert die 319 Euro auf, die jeder Flüchtling vom Staat erhält." Menschen aus Afghanistan, Eritrea, Jordanien, Somalia und Syrien warten in Bad Salzschlirf darauf, dauerhaft in Deutschland bleiben zu dürfen. Ahmad Faik Zalkha wird zu denen gehören, die hierbleiben können. Der Zahnarzt aus Syrien, aus Aleppo, ist seit knapp zwei Jahren hier. Auf Deutsch erzählt er uns seine Geschichte - und bedankt sich bei Gerda Ewen (auf dem Foto ganz rechts zusammen mit Anna und Flüchtlingskindern) "Sie hat mir Deutsch beigebracht!" Gut, dass es Menschen wie Gerda Ewen und Herbert Post gibt, die den Flüchtlingen helfen. Stadt, Land und Bund bieten auch in Bad Salzschlirf keine Deutschkurse für Flüchtlinge an/jg

Montag, 30. März 2015

Tafelhelfer/3

Ein bisschen zäh war der Anfang nach der Umstellung auf die neue Transporterreihe - aber nun laufen die neuen Ford Kühltransporter. Hergestellt werden die Fahrzeuge in einem modernen Werk in der Türkei - den Kühlausbau bekommen sie bei Kerstner in Frankfurt - die Übergabe an die Tafeln erfolgt in Fulda. "Verkehrsgünstig gelegen in der Mitte von Deutschland" betont Helmut Sorg, auf dem Foto der dritte von links. Das Autohaus Sorg gehört zu den größten Ford Händlern in Deutschland, besonders im Bereich Transporter. Die nette junge Frau auf dem Foto steht zu Recht in der Mitte: in der Männerdomäne "Auto" gibt Dr. Mascha Sorg den Ton an. Die ersten Fahrzeuge wurden an die Tafeln übergeben, wir freuen uns über die gut angelaufene Zusammenarbeit/jg

Sonntag, 29. März 2015

Tafelhelfer/2




In Aßling gab es das Glück gestern doppelt. Einmal hübsch eingepackt für Roland Schütz vom Lions-Club München Solln, der auch dieses Mal wieder mit seinen Clubfreunden viel zum Gelingen beigetragen hatte - und dann gab es noch draußen vor der Tür das nagelneue Auto zum Anfassen und Reinsetzen. Ein Ford Transit der neuen Bauserie mit Kerstner Kühlausbau. Von zwei Pfarrern gesegnet, von Bürgermeister und Landrat gelobt und den Anwesenden beklatscht, geht das Fahrzeug nun in den Einsatz. Die kleine Tafel in Aßling hat eine wichtige Funktion als regionales Verteilzentrum für zehn weitere Tafeln im Kreis Ebersberg, östlich von München. Mehr als tausend Personen werden in diesem Landkreis durch die Tafeln unterstützt. Die Bedürftigen müssen ihren Sozialstatus belegen und einen kleinen Obolus für die Lebensmittel zahlen, die sie bekommen. In ganz Deutschland sind es täglich mehr als eine Million Menschen, die Lebensmittelhilfen von den Tafeln erhalten. Wir tragen gerne dazu bei/jg

Tafelhelfer/1



Nach unserem Besuch bei der Flüchtlingsinitiative Aßling sind wir den Flüchtlingen noch einmal begegnet, als wir die Tafel in Aßling besucht haben. Natürlich gibt es einige Flüchtlinge, die dort als Kunden zur Tafel kommen - aber es gibt auch Flüchtlinge, die bei der Tafel in Aßling arbeiten. Sie sind als Beifahrer unterwegs, sie sortieren und laden Lebensmittel ein und aus. Gemeinsam arbeiten ist einer der besten Wege zur Integration/jg

Samstag, 28. März 2015

Integration in Aßling



Sonnenschein und blauer Himmel Himmel heute bei einem Ausflug nach Aßling, ins schönste Oberbayern. Am Ortsrand treffen wir Herrn und Frau Schindler, die mit ihren Flüchtlingen einen Fahrrad Workshop organisiert haben. An zehn oder zwölf Fahrrädern wird geschraubt, gerichtet und geschmiert. Schwarze und weiße Hände begegnen sich zwischen Kettenschaltung und Bremsen. Dieses Miteinander ist eine Freude - und eine dringende Notwendigkeit: mit den Fahrräder bekommen die jungen Männern etwas Bewegungsfreiheit. Untergebracht sind sie in dem kleinen Ort, aber was soll man den ganzen Tag tun, in dem kleinen Ort, ohne Arbeitserlaubnis....?

Zwischenbericht

Sechs Monate und sechs Projekte sind guter Grund für einen kleinen Zwischenbericht.
Vor sechs Monaten, beim Teamtreffen in den Bergen, haben wir beschlossen, einen zweiten Projektschwerpunkt in Deutschland zu entwickeln. Mit großer Mehrheit haben wir uns für das Thema Flüchtlings Integration entschieden. Seitdem bin ich mit Renate in das Thema abgetaucht. Wir haben manche Hindernisse gesehen, ich habe mich über fehlende Konzepte der Kommunen geärgert und Widerstände gefühlt -und wir haben unglaublich viel Engagement gesehen. Weil wir festgelegt haben, das ehrenamtliche Engagement zu fördern, beschränken wir uns auf solche Projekte, wohl wissend, dass das Ehrenamt viel, aber nicht alles leisten kann.

An fünf Standorten in Deutschland fördern wir Initiativen, die vom Ehrenamt getragen werden. Zwei sind in Vorbereitung, drei weitere werden in den nächsten Wochen noch dazu kommen. Zu allen Projekten haben wir einen direkten Bezug. Die Informationen, die wir aus den einzelnen Gruppen erhalten, geben wir an alle Beteiligten weiter. Zur Jahresmitte ist ein Treffen geplant, zu dem wir "unsere" zehn Initiativen einladen. Das wäre dann der erste Schritt. Die weitere Entwicklung hängt von unseren finanziellen Möglichkeiten ab, aber auch von den Erfahrungen, die wir mit diesen zehn Initiativen machen/jg

Freitag, 27. März 2015

Falten, falten, kleben....



In den kommenden Tagen gibt es Post für die Freunde der Stiftung - und die, die es noch werden wollen. Einmal im Jahr informieren wir alle, die gespendet haben, über unsere Arbeit. In diesem Jahr versenden wir die kleinen blauen Büchlein, mit denen wir unser Studentenprogramm vorstellen. Tausend Briefe bringen wir in diesen Tagen mit Liebe auf den Weg - hier im Bild falten und kleben Oksana und Ursula. Wenn es hier und da die Empfänger freut, sind wir zufrieden :-)

Donnerstag, 26. März 2015

Küchentipp

Die Berliner Initiative "Über den Tellerrand" pflegt gemeinsames Kochen für das Miteinander von Menschen und Kulturen. Acht Studentinnen und Studenten aus Berlin kochen zusammen mit Flüchtlingen und Menschen, die hier Zuhause sind. Was bei dieser Begegnung der Kulturen herauskommt, das haben Bontu, Gerrit, Ninon, Caro, Rafael, Lisa, Jenny und Lisa aufgeschrieben. Wer Lust auf Neues hat, dem empfehlen wir erst einen Blick in ein bemerkenswertes Kochbuch, das gerade im Handel erschienen ist - und dann ein bisschen Mut in der Küche: Rezepte aus Syrien, Pakistan und Libyen wollen erprobt werden/jg

Über den Tellerrand kochen



Von der Initiative "über den Tellerrand e.V." Bekommen wir aus Berlin einen kleinen Rückblick: Das Jahr 2014 war ein ereignisreiches Jahr: Sie haben eine erfolgreiche Crowdfunding Kampagne gestartet, ein Kochbuch herausgebracht, das das Flüchtlingsthema aus einer ganz neuen Perspektive betrachtet und das wegen der hohen Nachfrage bereits nachgedruckt werden musste. Sie haben 20 Kochkurse und Events gegeben, die von Flüchtlingen geleitet werden und in einem Community Treffen über 100 Menschen zusammengebracht. Sie hatten Besuch von der First Lady Deutschlands, die diese Initiative als eines der wichtigsten Flüchtlingsprojekte ehrte. In den kommenden Monaten werden sie noch mehr Angebote schaffen, bei denen Menschen zusammenkommen und sich kennen- und schätzen lernen. Sie möchten ein Netzwerk an Freunden aufbauen und ein Wertangebot für Flüchtlinge und Deutsche schaffen, ein Miteinander schaffen, in dem Offenheit, Wertschätzung und Freundschaft selbstverständlich sind, in der Integration Spaß macht. Sie sind überzeugt davon, dass dieser Ansatz Flüchtlinge und Beheimatete auf Augenhöhe zusammenzubringen wird. Die Berliner haben einen gemeinnützigen Verein gegründet. Den werden wir unterstützen als unser 5. Integrationsprojekt/jg

Mittwoch, 25. März 2015

Noch ein Loblied

Dieses Loblied geht an die Vielen tausend Menschen, die sich in ihrer Freizeit bei den Tafeln engagieren. Gerhard berichtet uns gerade von der neuen Ausgabestelle in Schnaittach, "... die haben wir in der letzten Woche im Probelauf eröffnet, die offizielle Einweihung ist am morgigen Donnerstag. Viele fleißige Hände haben mitgeholfen. Die ehrenamtlichen Helfer, vorne rechts die Team-Leiterin, haben die Wände gestrichen, PVC-Boden mit Sockelfeisten verlegt, Wasseranschlüsse verlegt, eine gebrauchte Küche in einem Dorf abgeholt und hier aufgebaut. Es wurden gebrauchte Tische und Stühle besorgt und gereinigt, für das vor der Abholung immer stattfindende Kaffeetrinken für ca. 40 Personen. Morgen kommen zwei Pfarrer, der Landrat, einige Bürgermeister und die Teamleitungen aus den insgesamt 10 Ausgabestellen werden dabei sein". Wir gratulieren aus der Ferne und wünschen allen engagierten Helfern viel Freude/jg

Ein Loblied

Das Schöne an der Zusammenarbeit mit Labdoo, das sind die Rechner, die unsere Studenten bekommen, ist ja klar. Noch besser wird die ganze Sache durch die freundlich unkomplizierte Art, in der das alles abläuft. Im Jahr 2009 wurde Labdoo von ein paar Studenten in Kalifornien gegründet. Die Idee ist einfach: Laptops einsammeln, die bei uns übrig sind - und die dann zu Schülern und Studenten in die dritte Welt bringen. Die Idee ist erfolgreich: 410 Schulprojekte gibt es in 106 Ländern dieser Erde. Unsere Studenten in Myanmar sind eins von den 410 Projekten. Weltweit wurden bisher 4.286 Laptops weitergegeben, wir haben davon 22 für unsere Studenten bekommen. In ein paar Tagen, wenn Dieter nach Yangon fliegt, nimmt er zwei Rechner mit. Khin wird die dann an die Studenten weitergeben, die sie am dringendsten brauchen. Wenn alles gut geht, dann bekommen unsere Studenten auf den Philippinen auch bald Laptops von den freundlichen Labdoo Helfern. Weitere Informationen zu Labdoo gibt es hier: http://www.labdoo.org/de/LabdooDACH

Dienstag, 24. März 2015

Freunde der Stiftung



Ohne Andreas würden unsere Projekte in Yangon nur halb so gut funktionieren. Tagsüber arbeitet Andreas Schantz mit großer Verantwortung als Nachfolger von Capt. Wilk (der ist bei Uniteam ausgeschieden und widmet sich neuen Herausforderungen) Andreas ist ein Zahlenmensch und als solcher trägt er die betriebswirtschaftliche Verantwortung für Uniteam Myanmar, ein großes, vielfältig aufgestelltes Unternehmen. Die gute Ausbildung für diesen Job hat er in Deutschland bekommen. Dann ist er jung rausgegangen in die Welt, vor vier Jahren, gerade zur rechten Zeit, um Myanmar im Aufbruch zu erleben. Ein Stück von diesem Aufbruch gestaltet er nun mit. In seiner Freizeit verwaltet Andreas das Geld für das Kinderheim und die swimming doctors und er prüft die entsprechenden Abrechnungen. Ein schöner Ausgleich für die vielen Zahlen ist ein gelegentlicher Besuch im Kinderheim/jg

Montag, 23. März 2015

Feel good /2



Wenn man sich gut fühlt, dann kann das viele Quellen haben. Ein Blick, ein Lächeln, eine gute Tat. Alles ist enthalten in einem kleinen Video, auf dass uns Angelika aufmerksam gemacht hat mit den Worten "...es ist zwar Werbung für eine Versicherung, aber es spiegelt die Philosophie der Stiftunglife so gut wider"

Feel good /1



Wann fühlen wir uns gut? Wenn wir die richtige Musik im Ohr haben, ein neues T-Shirt gekauft, ein Kind gestreichelt, armen Menschen geholfen haben? Oder sogar, wenn wir zu Arbeit gehen? Bei einem Rundgang durch Nicos Firma habe ich vor ein paar Tagen das gute Gefühl gespürt. Es lag in der Luft, als wir durch die Büroräume gingen. "Wir haben einen Feel-good-Manager", erklärte mir Nico. Nicht nur bei HahnAir, auch bei Spreadshirt gibt es einen Wohlfühlmanager. Vor zwölf Jahren war es ein studentisches Start-up, heute größter deutscher Onlinehändler für bedruckte T-Shirts, 65 Millionen Euro Umsatz im Jahr, 250 Mitarbeiter allein in Deutschland. Stefanie Häußler sorgt seit 2011 im Leipziger Hauptquartier dafür, "dass man das Gefühl hat, dass wir nicht so viele sind". "Feel-Good-Manager" steht auf ihrer Visitenkarte. "Als ich anfing vor sieben Jahren, hätte es das nicht gebraucht, einen Feel-Good-Manager", sagt Karsten aus der Softwareentwicklung. Damals saßen nur 30 Leute im Büro. Feste Strukturen gab es nicht "Stuhl und Schreibtisch musste ich mir selbst irgendwo im Haus zusammensuchen." Mit dem Wachstum sei "ein bisschen der Spirit verlorengegangen". Feel-Good-Management beschwört diesen kreativen Geist der Gründerjahre. Arbeit soll sich nicht wie Arbeit anfühlen. So will man die begehrten Fachkräfte ködern - und halten. "Mitarbeiterbindung durch perfekte Arbeitsbedingungen", heißt das Konzept. Auch die Stelle als Feel-Good-Manager bei Spreadshirt war begehrt. Stefanie, heute 28, setzte sich gegen hundert Bewerber durch. Gesucht werde die "Kulturbeauftragte des Unternehmens" mit "Gespür für Menschen" hieß es damals in der Stellenausschreibung. Mit oder ohne Wohlfühlmanager wünschen wir allen Freunden der Stiftung einen guten Start in eine neue Woche :-))

Sonntag, 22. März 2015

Dicht beieinander

    

"Gutes tun" ist ein wichtiger Bestandteil in jedem Glauben. Bei den Buddhisten ist dieser Wunsch besonders gut zu spüren. Khin hilft, wo sie kann und leitet ihre Studenten an, gleiches zu tun - Min Min spendet zehn Dollar für jeden Tag, den er als Tourguide gebucht ist - während Sai Pai, hier im Bild, erst für eine Woche ins Kloster geht und anschließend unsere Wasserfilter ins Delta bringt. Schön für uns, von solchen Menschen umgeben zu sein, wenn wir im goldenen Land unterwegs sind/jg

Samstag, 21. März 2015

Wasser ist Leben

Heute werden tausend Kinder sterben. Morgen auch. Jeden Tag sterben weltweit tausend Kinder durch Dreckwasser - sagt die WHO. Meistens trifft es Kinder unter fünf Jahren. Mit Duchfallerkrankungen, verursacht durch verschmutztes Trinkwasser, fängt es an. Mangelnde Hygiene und fehlende Bildung verschlimmern die Situation. Heute, am "Weltwassertag" wird es wieder viele kluge Reden geben - Statistiken und Überlegungen, was alles getan werden müsste. Wir beschränken uns hier auf PAUL, den Wasserfilter, den wir an unseren Schulen in Myanmar einsetzen. Wie der wirkt, kann man auf dem Foto zu sehen, das ich im Januar an einer Schule im Delta gemacht habe. Rechts das Glas mit dem Wasser aus dem Fluß, links das gleiche Wasser, dass durch PAUL gefiltert wurde. Wie das genau funktioniert, kann man bei Wikipedia nachlesen: http://de.m.wikipedia.org/wiki/Portable_Aqua_Unit_for_Lifesaving Tausend Euro kostet so ein Wasserfilter. Nicht viel, wenn man bedenkt, dass rein statistisch und vorsichtig betrachtet mit jedem PAUL ein Kinderleben gerettet wird/jg

Freitag, 20. März 2015

Der Projektentwickler

Udo Klische, im Bild links, kenne ich seit dreißig Jahren. Udo ist Bauingenieur, Architekt und Unternehmer. Viele Häuser haben wir in den Jahren geplant, gebaut und umgebaut. Manche dieser Projekte in Hamburg und Celle waren so groß, dass wir sie als Projektentwickler nur zusammen gewagt haben. Gemeinsam kann man das Risiko teilen und manche Chancen besser nutzen. Aber der Begriff "Projektentwickler" hat auch noch eine Seite, die nichts mit dem Geschäft zu tun hat. Udo hat die Stiftung immer wieder bei der Entwicklung neuer Projekte unterstützt, er hat Autos für die Tafeln übergeben, Schulen in Myanmar gebaut und Studenten gefördert. Auch bei der Entwicklung unseres neuen Projekts "Integration" ist Udo wieder mit dabei. Zusammen mit Siegfried Rückert, Stadtdirektor von Lehrte a.D, im Bild rechts. Die beiden haben sich mit verschiedenen Menschen getroffen, die sich in Lehrte um Flüchtlinge kümmern. So verschieden diese Menschen sind, so verschieden sind die Möglichkeiten : deutsche Sprache fördern, Fahrräder reparieren, Fußball spielen, gemeinsam kochen, Behördengänge begleiten. Siegfried Rückert kennt seine Stadt, die Menschen und die Möglichkeiten. Zusammen mit Aßling und Bad Salzschlirf sind es nun drei Orte, in denen wir Ehrenamtliche unterstützen, die sich für Flüchtlingsintegration einsetzen/jg

Integration in Lehrte

Lieber Herr Gessner, hier ein kurzer Bericht über den Stand und die Erfahrungen in Lehrte. Gestern hat eine Zusammenkunft mit zwei Dutzend potentiellen ehrenamtlichen Helfern stattgefunden, zu der die Stadt Lehrte eingeladen hatte. Es ging insbesondere darum, herauszufinden, welche Vorstellungen die einzelnen von ihrer Hilfe haben. Dabei sind mir zwei Punkte aufgefallen: Zum einen besteht die Scheu, durch die Betreuung eine allzugroße Nähe zu der Flüchtlingsfamilien aufkommen zu lassen, ohne zu wissen, mit wem man es zu tun hat. Man möchte sich vorsichtig und nach Möglichkeit unverbindlich herantasten. Ich denke, daß wir dieses Problem in Griff bekommen. Zum zweiten haben sich deutlich mehr Querschnittspaten, so habe ich sie genannt, gemeldet als Paten für einen Flüchtling oder eine Flüchtlingsfamilien. So hat einer über 20 Flüchtlinge zu einer Fußballmanschaft "Mandela" zusammengeführt, die inzwischen auch an Punktspielen teilnimmt. Nun möchte er mit weiteren Helfern eine Fahrrad-Reparatur-Werkstatt aufbauen, in der interessierte Flüchtlinge arbeiten können. Weitere drei Paten wollen Mehrfamilienhäuser betreuen, in denen ausschließlich Flüchtlinge untergebracht sind. Dieses Betreuen erstreckt sich sowohl auf das Objekt (Umgang mit Müll, Gas, Wasser, Strom, Heizung, Rundfunk, Fernsehen, Reparaturen) als auch auf die Flüchtlinge mit Einkaufen, Schule, Kindergarten, Deutschkurs. Auch bei alltäglichen Fragen zur Seite zu stehen, wie Behördengang, Arztbesuch, Brief übersetzen und dergleichen. Dafür wendet sich der Querschnittspate direkt oder über eine zentrale Stelle bei der Stadt an den hierfür zuständigen Paten. Ich habe den Eindruck, daß dieses System der Querschnittspaten gern gemacht wird und daher dominiert, ohne jedoch den "Familienpaten" zu verdrängen. Ich würde es begrüßen, weil ich davon überzeugt bin, daß sich dieses System bewähren wird. So sind etliche ehrenamtliche Lehrer im Einsatz, die Deutschkurse geben. Ich selber habe mich als Leselernhilfe zur Verfügung gestellt, weite gerade die Lesehilfe aus. Mir schwebt vor, dann auch Schulausflüge (Zoo, Bowling pp.) zu unternehmen. Herzliche Grüße wo auch immer ich Sie erreicht habe/Siegfried Rückert

Donnerstag, 19. März 2015

Celle träumt

Eine Stiftung mit dem Sitz in Celle, sollte sich auch für Flüchtlinge in Celle engagieren. Mit diesem Vorsatz und unserem Konzept in der Tasche bin ich heute ins Rathaus gegangen. Stadtrat Stephan Kassel leitet das Referat, das sich um die Menschen kümmert, die eine Aufenthaltserlaubnis haben. Es sind ein paar hundert Menschen, die hier in Celle ihre neue Heimat gefunden haben. Heimat ist ein schwieriger Begriff. Mich interessiert, wieviele von den Menschen, die mit Aufenthaltstitel hier leben, aus Syrien kommen, "Ungefähr 40 oder 50", genau kann Stephan Kassel das nicht sagen.

JG "Herr Kassel, gibt es für diese Menschen einen verpflichtenden Deutschkurs?"

SK "Wissen Sie, Herr Gessner, das Erlernen der deutschen Sprache ist die Grundlage
aller Integrationsbemühungen, mit ihr steht und fällt alles. Wir wissen, wie wichtig
das für die Menschen ist, die hier zu uns kommen. Deshalb kümmern wir uns
Ganz besonders um diese wichtige Aufgabe.

JG "Herr Kassel, gibt es für diese Menschen einen verpflichtenden Deutschkurs?"

SK "Integration hat so früh wie möglich einzusetzen und nicht erst als Reaktion auf
Konfliktsituationen. Ein ausreichendes niedrigschwelliges Angebot von Information
und Kommunikation ist dafür unbedingt vorzuhalten. Man kann gar nicht oft genug
betonen, wie wichtig das für diese Menschen ist.

JG "Herr Kassel, gibt es für diese Menschen einen verpflichtenden Deutschkurs?"

SK "Nein, dafür haben wir keine Mittel."

Das Foto zeigt ein Plakat, das ich auf dem Flur fotografiert habe, ein paar Zimmer von Herrn Kassel entfernt. Nach dem Besuch im Rathaus war ich noch in der Stadtbibliothek. Ich wollte wissen, ob es Bücher in syrischer Sprache zum Ausleihen gibt. "Nein, das tut mir leid, so etwas haben wir hier nicht. Aber wir haben schon mal darüber nachgedacht solche Bücher anzuschaffen, damit wir etwas haben, wenn die Flüchtlinge kommen."
jg

Flüchtlingsbetreuung in Bad Salzschlirf



Seit dem vergangenen Monat unterstützen wir zwei Gruppen, in denen sich ehrenamtlich Menschen für die Integration von Flüchtlingen einsetzen. Hier ist der Bericht von Herrn Post, aus Bad Salzschlirf, mit dem er von den verschiedenen Aktivitäten seiner Gruppe berichtet: Neben der Begleitung der Flüchtlinge bei Behördengängen und Arztbesuchen, bei denen auch eine sprachliche Unterstützung notwendig ist, Sammelaktionen für Bekleidung und Haushaltsgegenstände, Spielsachen für Kinder, Fahrrädern u. a. sowie neben der Mithilfe bei der Erledigung von Schriftverkehr und der Sprachförderung haben wir folgende neuen Projekte in Angriff genommen:

Erweiterung des Angebotes für Deutschunterricht
In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule des Landkreises Fulda wird seit dem 4. März ein Intensivierungskurs zum Erlernen der deutschen Sprache in der Gemeinschaftsunterkunft angeboten. Der Unterricht findet an 3 Wochentagen statt und läuft zunächst bis Ende Juni. An den bisherigen Unterrichtstagen ist die Beteiligung der Flüchtlinge erfreulich gut. Weitere Flüchtlinge besuchen in der Volkshochschule in Fulda bzw. im „Kreidekreis" Deutschkurse für Fortgeschrittene.

Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit dem PC
Bei dieser Aufgabe sind wir noch im Planungsstadium, da in dem Haus zunächst die technischen Anschlussvoraussetzungen geschaffen werden müssen. Diese sollen im Zusammenhang mit den derzeit laufenden Elektroarbeiten und der Installation einer zentralen Brandmeldeanlage ausgeführt werden.

Schaffung von Arbeitsverhältnissen
Ein Schwerpunkt unserer Projektarbeit lag in den zurückliegenden Wochen in der Vermittlung von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen für Flüchtlinge mit Bleiberecht bzw. für solche, die unmittelbar vor der Anerkennung stehen. Nach einem vorgeschalteten Praktikum haben wir 5 Flüchtlinge in ein Teilzeitbeschäftigungsverhältnis mit Mindestlohn vermitteln können. Arbeitgeber sind eine örtliche Reha-Klinik, zwei Senioreneinrichtungen sowie ein Metzgereibetrieb und ein Hotel in Fulda. Durch das Entgelt werden die Flüchtlinge weitgehend unabhängig von sozialen Transferleistungen und damit auch in den Arbeitsmarkt integriert. Arbeitsbereiche sind derzeit Reinigungsarbeiten bzw. Zuarbeit im Bereich Küche und Gäste- bzw. Bewohnerzimmer. Möglicherweise ergeben sich daraus auch weitergehende berufliche Qualifizierungen. Die jeweiligen Arbeitgeber haben sich zufrieden bis sehr zufrieden mit den Leistungen geäußert. In der Vermittlung regionaler Arbeitsplätze soll auch weiterhin ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegen.

Familienzusammenführung

Einige der Flüchtlinge mit Bleiberecht streben nunmehr im Rahmen der Familienzusammenführung auch den Nachzug ihrer Kinder an, die derzeit noch bei deren Eltern in den Heimatländern leben. Das ist eine rechtlich komplexe Aufgabe, die einen hohen bürokratischen Aufwand erfordert. Wir wollen uns diesem Thema aber engagiert stellen, da der Nachzug der Kinder für die jungen Familien bzw. Mütter für deren Lebensglück von zentraler Bedeutung ist. Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesem Bericht einen kleinen Einblick in unsere aktuelle Betreuungsarbeit geben konnte/Herbert Post

Mittwoch, 18. März 2015

Wunschträume

Auszug aus dem Geschäftsbericht der befreundeten "Wunschträume" Organisation, über die wir unsere Solarlampen nach Myanmar bringen: "Das Solarlampen-Projekt läuft weiterhin sehr gut. Pro Monat zahlen die Familien 1 Euro Gebühr – quasi 'Stromkosten'; durch diese Einnahmen hat das Dorf immer etwas Geld in der Kasse. Von diesem Geld hat sich das Dorf zum Beispiel am Bau des neuen Schulgebäudes beteiligt und wird die Renovierung der Krankenstation finanzieren. Alles in allem läuft es in Pétessiro sehr zufriedenstellend, und wie HalidouSavadougou, ein in München ansässiger Burkinabé, kürzlich nach einem Heimaturlaub erzählte: 'Es ist wie ein kleines Wunder, wie schnell sich Pétessiroentwickelt hat – zu einem kleinen modernen Dorf.' Das wohl Schönste ist, dass in den vergangenen Jahren kein Kind mehr aufgrund einer Krankheit gestorben ist."

automobile Träume

Bei Spiegel online werden Busse vorgestellt, die zu Imbissbuden umgebaut wurden. So einen Plan hatten wir auch mal - nicht für eine rosa Imbissbude, sondern eine Landarztpraxis. Mit Dr. Ayele habe ich oft und sehr konkret darüber nachgedacht. Empfängnisverhütung wollten wir anbieten, Schwangere untersuchen und Kinder impfen. Der Plan liegt noch in der Schublade. Ayele kann nicht alles machen, der Spagat zwischen der Familie in Addis und der Arbeit in Alem Ketema ist jetzt schon groß genug. Dafür wurden andere Autoträume wahr: 352 Fahrzeuge haben wir in den letzten zehn Jahren für die Tafeln in Deutschland auf den Weg gebracht. Alle zwei Wochen wird irgendwo in Deutschland ein Fahrzeug für die Tafeln zugelassen, an dem wir beteiligt sind - gemeinsam mit den örtlichen Lions Clubs. Bei der Fahrzeugübergabe in Aßling, in der kommenden Woche, werde ich mit Roland dabei sein. Gegenseitig werden wir uns auf die Schulter klopfen, für den Erfolg und für die Freude, die wir an diesen 352 Autos haben/jg

Dienstag, 17. März 2015

Anmeldung in Little Lambs



Oftmals werde ich gefragt, nach welchem Verfahren bei Little Lambs die Kinder ausgesucht werden, die einen Platz im Kindergarten ergattern wollen. Welche Kriterien müssen Eltern und Kinder erfüllen?Der Kindergarten Little Lambs geniesst einen ausgezeichneten Ruf unter den Bewohnern von Imizamp Yethu, ist gut geführt und bietet ein vielseitiges und kostengünstiges Betreuungsangebot. Während 5 Tagen der Woche bietet Little Lambs 260 Kindern aus dem Township Schutz und Ganztagsbetreuung. Der Unterricht findet, angefangen bei den Jüngsten bis zu den Vorschulklassen, in Englisch statt und basiert bei den 5 - 6jährigen auf dem Lernplan des Western Province Education Departments.

Dank Spendengeldern werden die Kinder ausgewogen und gesund ernährt d.h. sie bekommen zwei warme Mahlzeiten, Obst, rohes Gemüse und Joghurt und nach dem Mittagschlaf eine kleine Zwischenverpflegung. Von Oktober bis März kann sich die Kindergartenleitung fast nicht retten vor Aufnahmegesuchen und immer wieder möchten Eltern ihre Kinder auf einer Warteliste für das nächste Schuljahr wissen. Um diesem Problem Herr zu werden, wurde vor einigen Jahren das Prinzip „ first come, first serve“ eingeführt. An einem festgelegten Termin können Eltern ihre Kinder für das folgende Schuljahr registrieren und müssen gleichzeitig eine kleine Anzahlung auf das monatliche Schulgeld leisten.

70 freie Plätze hatte der Kindergarten für das Schuljahr 2015 zu vergeben und diese waren innerhalb von 3 Stunden vergeben! Eltern standen bereits ab 6 Uhr morgens vor den Toren Schlange und warteten geduldig bis sie dran waren. Wir konnten bei Weitem nicht alle aufnehmen und viele mussten unverrichteter Dinge nach Hause gehen. Sehr zum Bedauern der Schulleitung. /jb

Das andere Afrika



Die Geschichte von Hirut ist fast zwanzig Jahre her. Wer Afrika heute noch über alte Stammessitten definiert und hungernde Kinder, der verpasst einen Kontinent im Wandel. Einen Wandel, den afrikanische Designer mitformen. Kulturell, sozial und politisch. Das Vitra Design Museum in Weil am Rhein zeigt in seiner Ausstellung "Making Afrika" sebstbewußte afrikanische Designer Kultur. Überdimensionale Brillen, C-Stunners genannt, aus Kenia gehören dazu, erfrischend weit weg von Sachlichkeit und westlichen Designglätte. Natürlich gibt es auch das andere Afrika, mit den "ordentlichen" Brillen von Signum Vitae aus Addis Abeba. Um die wird es gehen - und um unser Projekt 2sehen.de - bei unserem Treffen in Stuttgart heute.

Filmtipp, nicht nur für Lasab Freunde



Der Film ist gerade in den Kinos angelaufen. Es könnte die Geschichte von Lasab sein, wenn da nicht dieser Tumor gewesen wäre. Ein Tumor, der Lasab "nur" den Arm, aber fast das Leben gekostet hätte. Und dennoch sagt das Mädchen "Ich glaube, diese Krankheit war mein Glück." Dabei hat Lasab sicher nicht an eine mögliche Hochzeit mit 14 Jahren gedacht. Zu weit hat sie sich inzwischen von ihrem Dorf und den ländlichen Traditionen entfernt. Lasab ist in ein anderes Leben gekommen, in ein Leben zwischen den Welten von Tispe, Addis, Neuffen und München. Das Kind verbindet diese Leben einfühlsam mit Glück und Freude. Gefragt, in welcher Welt sie sich wohler fühlt, antwortet sie sicher "In beiden!" Sie hat noch viel Zeit, sich zu entscheiden. Bis das soweit ist, werden wir weiter in eine gute Ausbildung investieren, damit Lasab später mal selber für sich selbst sorgen kann, wenn sie das möchte. Auch in Äthiopien ändern sich die Zeiten/jg