Freitag, 24. Mai 2013
Obrigado, das heißt Dankeschön. Über Schönheit und Einprägsamkeit eines Logos kann man sich ja streiten, die Aussage der "Lissabonner Tafel" in diesem Logo ist unschlagbar. Auf den Spuren unserer ersten Spenden nach Südeuropa habe ich heute die Tafel in Lissabon besucht. Eine von 19 Tafeln in Portugal. Der Besuch war ein voller Erfolg. Die Tafel hier - ich nenne sie mal für unser besseres Verständnis "Tafel" auch wenn sie sich selber "Banco Alimentar" nennen - gibt es in Lissabon seit 21 Jahren, also länger als die Tafeln in Deutschland. Die Arbeit der Lissabonner Tafel ist vergleichbar mit der Arbeit der Hamburger Tafel: Lebensmittel einsammeln, wo sie übrig bleiben - um sie dann an Einrichtungen abgeben, die sich um die Armen in Ihrer Gemeinde kümmern: Kirchen, Sozialstationen, Obdachlosen-, Frauenhäuser, Altenheime und Kindergärten. Jeden Tag werden hier 40 Tonnen Lebensmittel umgeschlagen, fünf Tage in der Woche. Die Arbeit wird geleistet von mehr als hundert ehrenamtlichen Helfern und einigen bezahlten Kräften. Diese Tafel werden wir auf jeden Fall weiter unterstützen, im Idealfall auch hier wieder in Zusammenarbeit mit den Lions.
Das Statistische Bundesamt meldet: Im vergangenen Jahr gaben die deutschen Hochschulen 44 Milliarden Euro aus, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Bei über zwei Millionen Studenten hat also jeder Studienplatz in Deutschland 20.000 Euro gekostet. Auch wenn sich diese Zahlen nicht direkt vergleichen lassen, möchten wir hier darauf aufmerksam machen, dass es auch die Möglichkeit gibt, für 1.000 Euro im Jahr zu studieren. Unser Studentenförderprogramm in Myanmar und auf den Philippinen bietet besonders talentierten Abiturienten diese Chance. Wir freuen uns über (fast) jeden, der einen jungen Menschen als Mentor unterstützen möchte.
Donnerstag, 23. Mai 2013
Es gibt immer wieder neue Ideen. Diese hier hat uns besonders gut gefallen: eine Lampe für Entwicklungsländer, die ohne Batterie auskommt. Die notwendige Energie fürs Licht wird „just in time“ durch Schwerkraft erzeugt. So funktionierte die Standuhr bei meinem Opa im Wohnzimmer auch. Ich erinnere mich noch deutlich an das Geräusch, wenn die Gewichte hochgezogen wurden. Das war einmal in der Woche. Das Gewicht von GravityLight muss jede halbe Stunde hochgezogen werden. Alles ist noch in der Entwicklung, hört sich aber spannend an. Gerade haben wir diese Mail bekommen: Hi, thanks for getting in touch and your interest in GravityLight. The program you run in Myanmar sounds a great one – I really like the idea of the revolving fund you’re creating. We’d be very interesting in exploring a potential partnership. To give you an idea on timings for GravityLight, we’re currently focusing on producing our first (small) batch of lights at the end of the summer for our global product trials. After the trials – and any necessary product tweaks – we’ll be looking to produce and distribute on a larger scale. So I’d be very interested to understand more about your work in Myanmar and thoughts on how a partnership could work. Also, any insights you have from your experience with solar lights would be invaluable – as something that surprises us is how little reach solar power has in comparison to the 1.5 billion people without access to electricity. Thanks again. All the best, Caroline, deciwatt.org
Mittwoch, 22. Mai 2013
Der niedersächsische Landwirtschaftsminister hat festgestellt, dass bleihaltige Munition gesundheitsgefährdend sein kann. Niedersächsische Hasen wussten das schon früher. Nun dürfen sich frei laufende Hasen in und um Celle über eine Nachricht aus dem Landwirtschaftsministerium freuen – oder wundern: Man darf nur noch bleifrei auf sie schießen. Dem guten Beispiel wollen wir folgen. Nicht beim Schießen, sondern bei der Erleuchtung: Die nächsten Solarlampen, die wir nach Myanmar bringen, sind bleifrei. Ab Herbst 2013 werden unsere Solarlampen mit Lithiumbatterien ausgerüstet: leichter, leistungsfähiger und besser für die Umwelt. Was die niedersächsischen Hasen angeht – hoffentlich freuen die sich nicht zu früh, denn ihre bleifreie Zeit beginnt erst ab April des kommenden Jahres.
Dear Juergen, I hope that you are fine. We have finished carpenter work in Beate school. Tomorrow, the messon people will start and we will finish this building in the first week of June. You can have opening ceremony anytime. God bless you. Many regards from Moses
Dienstag, 21. Mai 2013
Als Ferdinand Magellan im Jahre 1521 auf der Insel Homahon landete, nannte er sie Islas de San Lazaro (Sankt-Lazarus-Inseln), 1542 gab ihnen dann Ruy López de Villalobos zu Ehren des spanischen Infanten und späteren Königs Philipp II. den Namen Las Islas Filipinas – Philippinen. Die „Republik der Philippinen“ liegt in Südostasien. Als Inselstaat hat das Land keine direkten Nachbarländer. Die Philippinen setzen sich aus 7107 Inseln zusammen, von denen rund 2000 bewohnt sind. Mehr als 2500 sind namenlos. Die Hauptstadt ist Manila. Das Land hat 95 Millionen Einwohner. Die Landessprache ist Filipino, die zweite Amtssprache ist Englisch. Mit durchschnittlich 23 Jahren ist die Bevölkerung sehr jung – zum Vergleich: Deutschland mit 42 Jahren. Die Hälfte der Bevölkerung lebt auf dem Land. Obwohl die Wirtschaft des Landes wächst, ist es der Regierung nicht gelungen, die Armut im Land zu reduzieren. 20 Prozent der Filipinos leben von weniger als einem Euro am Tag. 94 Prozent der Filipinos können lesen und schreiben. Offiziell gibt es eine Schulpflicht von sechs Jahren. Ein Viertel der Mädchen und Jungen bricht die Grundschule jedoch vor dem Ende der sechsten Klasse ab. Die meisten von ihnen leben auf dem Land. Dort fehlt es am Nötigsten: Schulbänke, Lehrkräfte, Strom und Lehrmaterial. Wer trotz dieser schlechten Voraussetzungen einen guten Schulabschluss schafft, hat gute Chancen, von uns in der weiteren Ausbildung gefördert zu werden. Wir fördern die besten jungen Talente, betreut vor Ort von Leslie – unterstützt von Henry und verschiedenen Mentoren in Deutschland.
Montag, 20. Mai 2013
Good day! I am happy to inform you that we, the Stiftunglife scholars are going to participate in the incoming Summer Camp 2013 in May. We want to be part of this activity so that we could develop a better relationship with the other scholars from the Foundation. The major goal of this camp is to develop us learners to leaders. Some of us were chosen to facilitate the activities and guide the other scholars who are much younger than us. I feel really excited about it since it will be the first Summer Camp that I will participate in. To be involved in this kind of activity is such an honor. May God continue on blessing you. Charity Varona
Sonntag, 19. Mai 2013
Gerade habe ich gehört, dass die Hälfte aller Deutschen nicht weiß, was an den Pfingsttagen gefeiert wird. Na ja, auch die Nichtwissenden werden sich an den freien Tagen erfreuen. Allen Wissenden und Nichtwissenden Freunden der Stiftung wünschen wir sonnig-schöne Pfingsttage.
Samstag, 18. Mai 2013
Mit Parteispenden ist das ja so eine Sache. Über die Jahre haben sich so viele Skandale angehäuft, dass man damit Bände füllen könnte. Der „Millionenkoffer“ von Herrn Leisler Kiep, das dubiose Ehrenwort von Herrn Kohl und der Sturz von Herrn Schäuble sind Wegmarken deutscher Geschichte. Insofern könnte man das neue Gerät am Eingang der CDU-Zentrale in Berlin auch als Selbstironie verstehen. Hier kann jetzt jeder öffentlich geben, was er will. Jedenfalls bis 100 Euro. Den Spendenbeleg spuckt der Automat gleich aus. Wir wollen hier nicht in direkte Konkurrenz zur Volkspartei treten, doch es sei angemerkt, dass bei uns auch Beträge über 100 Euro gespendet werden dürfen. Die Spendenquittung dafür kommt wie früher mit der Post – zusammen mit einer süßen Überraschung und handgeschriebenen Dankeszeilen.
Freitag, 17. Mai 2013
Dear Mrs. Clara Brauer: We confirm the reception in our bank account of 1.000 € from Stiftunglife. This amount will be used to buy milk as the most demanded food product to be distributed to the people in need in the area of Lisbon. Please see attached a copy of the requested declaration. Original will be sent by mail to your address. Please accept our warmest thanks, Manuel Norton, Banco Alimentar, Lisbon
Als „Alumni“ bezeichnet man alle Absolventen einer Hochschule, umgangssprachlich „die Ehemaligen“. Im letzten Jahr sind unsere ersten Studenten fertig geworden. Wir möchten diese Ehemaligen nicht aus den Augen verlieren. Natürlich haben wir dabei etwas im Sinn: Die Ehemaligen können sich untereinander durch Kontakte helfen – sie können jungen Studenten der gleichen Fachrichtung mit guten Ratschlägen helfen – sie können sich Jahre später bei ihren Mentoren melden und erzählen, was aus ihnen geworden ist. Einfach gesagt, wir wollen in Verbindung bleiben, ein Netzwerk bilden und Kontakte pflegen. So ein Netzwerk entsteht nicht von alleine, einer muss sich kümmern. Ich bin ganz glücklich, dass Ingeborg sich dazu bereit erklärt hat. Sie kennt das Land, sie kennt viele Studenten und sie kennt uns. Das sind die besten Voraussetzungen.
Donnerstag, 16. Mai 2013
Rund 1600 Teilnehmer diskutieren heute beim Deutschen StiftungsTag 2013 in Düsseldorf über die Zukunft von Stiftungen. Derzeit gibt es rund 19.500 rechtsfähige Stiftungen in Deutschland. Jeden Tag werden zwei neue Stiftungen bei uns gegründet. Viele sind bisher durch die Finanzkrise gekommen. Allerdings gelingt es der Mehrzahl immer weniger, das Vermögen zu erhalten. Stiftungen leiden unter den niedrigen Zinsen. Wegen deutlich geringerer Erträge können viele ihre Förderprojekte nicht aufrechterhalten. Stiftungen, die nicht über genügend Kapital verfügen, werden es schwer haben in den nächsten Jahren, sehr schwer. 95 Prozent aller Stiftungen haben weniger als 10 Millionen Euro Grundstockvermögen – unsere Stiftung gehört zu den 5 Prozent, die über mehr als 10 Millionen Euro verfügen und damit gut ausgestattet sind. 28 Prozent der Stiftungen verfolgen soziale Zwecke, 20 Prozent andere gemeinnützige Zwecke. Je 15 Prozent fördern Bildung und Kultur. Der Umweltschutz macht nur 4 Prozent der Stiftungszwecke aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte in einem Grußwort den Wert der Stiftungen. Darin nutze die Zivilgesellschaft ihren Wohlstand, „um gesellschaftliche Innovationen anzustoßen und Gemeinsinn zu schaffen“.
Mittwoch, 15. Mai 2013
Was waren das noch für Zeiten, wo es nur zwei Dinge zur Auswahl gab: Entweder man schrieb einen Brief – oder man traf sich persönlich. Beides war beschwerlicher als virtuelle Treffen und elektronischer Austausch heute. Deshalb hatten die Dinge wohl auch mehr Wert. „Ich werde noch eine Woche bleiben …“, schrieb Felix Mendelssohn-Bartholdy an seine Eltern, als er seinen Goethebesuch in Weimar unerwartet verlängerte: „Der alte Herr möchte ein Bild von mir haben. Für morgen hat er den Maler bestellt.“ Ein Bild ist heute eine Sache von Sekunden: Das Handyfoto und ein paar Zeilen sind im Nu auf den Weg gebracht. Ob Bilderflut und Kommunikationsvielfalt unsere Welt wirklich reicher machen, wird sich noch zeigen. Im Augenblick verzichte ich persönlich und für die Stiftung weitgehend auf Chatten, YouTube, Simsen, Facebook und Co. Dafür gibt es gelegentlich Luftpostbriefe mit bunten Briefmarken aus Afrika oder Asien. Ja, die gibt es wirklich noch. Sie zu schreiben und auf den Weg zu bringen macht zwar ein wenig Mühe, bringt aber selten gewordene Freude in machen Briefkasten.
Dienstag, 14. Mai 2013
Es lohnt sich also neugierig zu sein – in der Liebe und im Leben. Wenn Sie uns eine kleine Freude machen möchten, dann seien Sie neugierig und schauen Sie durch unsere neu gestaltete Internetseite. Da gibt es, wie in der Liebe, wieder Neues zu entdecken. Ganz fertig geworden sind wir noch nicht mit der Neugestaltung – es fehlen noch die Informationen über die einzelnen Studenten und die Schul- und Dorfprojekte. In den nächsten Wochen werden wir diese Informationen Stück für Stück vervollständigen. Es ist, wie in der Liebe, ein ständiges Bemühen zu gefallen. Ein Prozess, die nie beendet ist.
Bunte Plakate werden wir in den kommenden Tagen hier vorstellen, herausgegeben von der Münchner Volkshochschule. Heute Morgen habe ich die Serie in einer U-Bahn-Station fotografiert. Ein komisches Gefühl ist das, wenn man mitten im Strom der Menschen stehen bleibt, um ein paar Plakate zu entdecken. Mehr als 10.000 Informationen prasseln jeden Tag auf uns ein. Je dichter und bunter die Flut der Bilder, desto weniger bleibt hängen. Dabei hätte es die eine oder andere Information sicher verdient, dass wir uns mit ihr beschäftigen. Ich warte auf eine App, die das Wichtige vom Unwichtigen trennt. Bis die erfunden ist, werde ich selbst ab und zu stehen bleiben, um Neues zu entdecken: vor der Haustür genauso wie in fremden Welten.
Montag, 13. Mai 2013
Was die einen zu viel haben, das haben die anderen zu wenig. Im Bereich der Lebensmittel haben die Tafeln eine gute Antwort auf dieses Problem – eine Antwort, die beiden Seiten hilft. Schade, dass dieser Ausgleich zwischen den Welten mit dem Licht nicht so einfach möglich ist. Während zwei Milliarden Menschen abends im Dunkeln sitzen, weil es keinen Strom gibt, beklagen Wissenschaftler bei uns den Verlust der Nacht. Die Dauerbeleuchtung in unseren Städten macht Mensch und Tier zu schaffen. Straßenbeleuchtung, Autoscheinwerfer und blinkende Werbetafeln sind schlecht für unsere Gesundheit, wahrscheinlich auch für unsere Ökosysteme. Wissenschaftler sprechen von „Lichtverschmutzung“. Dieses Problem von zu viel Licht wird in Myanmar auf dem Land kaum ein Dorfbewohner verstehen. Im kommenden Monat werde ich wieder Solarlampen in die Dörfer bringen: eine Lampe in jedes Haus. Erleuchtung für ein paar Stunden, fernab von unseren Sorgen ...
Sonntag, 12. Mai 2013
Bei uns führt es zu kleinen Späßen – wenn Mann nicht gerade Alice Schwarzer in die Hände fällt: die korrekte Gleichstellung von Frau und Mann in der Alltagssprache, hier gesehen im neuen Spiegel. Ein Blick in die Welt könnte für einen Moment nachdenklich machen, denn der männliche Straßenbauarbeiter stimmt für unsere Wahrnehmung. Er entspricht dem Bild, das wir auf unseren Baustellen vorfinden. Jedenfalls im Wesentlichen. Gäbe es in Myanmar Verkehrszeichen an Baustellen, so würde ich dort die untere Variante sehen. Die schweren körperlichen Arbeiten bei den Reparaturen der Teerstraßen werden fast ausschließlich von Frauen durchgeführt. Auch beim Bau unserer Schulen liegt viel Last auf den Schultern der Frauen.
Samstag, 11. Mai 2013
Am späten Abend war dann die meistgestellte Frage: „Bist du zufrieden?“ – Wahrscheinlich, das hört man schon aus der Frage raus, knüpfen viele Menschen den Erfolg eines solchen Abends an die Anzahl der Nullen auf dem Scheck. Ich auch, jedenfalls mit einem Auge, denn es war viel Mühe und Aufwand, den Hapag-Lloyd in diesen Abend gesteckt hat: Tender-Service für die Abendgäste bis 3 Uhr morgens, Champagner für alle, ein Galabuffet mit allen Köstlichkeiten der Welt, Livemusik und Feuerwerk. Wenn sich dieser ganze Aufwand im Scheck widerspiegelt, dann freut mich das für alle, die ihre Zeit, Geld und Mühe in den Abend investiert haben. Das ist die eine Seite. Die andere Seite, das ist unsere Stiftung. Natürlich freuen wir uns über das Geld und über die Aufmerksamkeit während dieses Abends (einschließlich unseres Logos in einer Eisskulptur), doch die größte Freude sind die Menschen. Alle Crewmitglieder bis rauf zum Kapitän haben sich für diesen Abend bemüht. Viele Gäste haben zugehört, nachgefragt und sich mit uns gefreut. Das war mein persönliches Highlight dieses wunderbaren Abends. Ich danke allen, die sich dafür engagiert haben, und hoffe, dass wir neben der Spendenquittung manch gutes Gefühl zurückgeben können in den kommenden Wochen.
Freitag, 10. Mai 2013
Gute Nachricht für alle, die heute nicht persönlich dabei sein können: Für die Versteigerung auf der EUROPA werden auch telefonische Gebote entgegengenommen. Die folgenden vier Lose kommen ab 21.30 Uhr zum Aufruf:
1. eine Reise nach Myanmar für zwei Personen
2. je zwei Opernkarten für die Festspiele in Bregenz, München und Salzburg = insgesamt sechs Karten
3. ein exklusiver Werftbesuch der EUROPA im Herbst bei Blohm + Voss in Hamburg
4. die Sternelegende Dieter Müller kocht für Sie und Ihre Gäste
Einfach um 21.30 Uhr anrufen: 0172 4547741 oder 0160 92713475 – dann sind Sie live dabei. Nach Abschluss der Veranstaltung erfahren Sie hier auf der Seite das Ergebnis.
Donnerstag, 9. Mai 2013
Ein tolles Foto auf dem Titelbild des neuen Lufthansa Magazins – aber möchte ich wirklich alleine durch den Wüstensand stapfen? Jeder definiert seine Suche „for real adventure“ anders, und das ist gut so. Mein persönliches Reisehighlight ist die Begegnung mit Menschen – besonders, wenn diese aus anderen Kulturen kommen: der buddhistische Mönch – die burmesische Lehrerin – der äthiopische Arzt – die philippinische Studentin. Durch unsere Projekte sind ihre Leben für einen Moment mit den Menschen in unserer Welt verbunden. Wir haben die Möglichkeit, diese Menschen kennenzulernen – wenn wir uns auf den Weg machen: nach Myanmar, nach Äthiopien oder auf die Philippinen. Heute reisen wir nach Nizza. Dort werden wir interessante Menschen treffen: René, Grafiker aus Hamburg – Martina, Unternehmensberaterin aus Berlin – Philipp, Golfveranstalter aus München – Hagen, Kapitän auf den Meeren dieser Welt. Vier Menschen, die sich engagieren, jeder mit seinen Möglichkeiten: für den buddhistischen Mönch, die burmesische Lehrerin und die philippinischen Studenten. Wir sind das kleine Bindeglied zwischen den Menschen und den Welten.
Am Donnerstag kommender Woche gibt es in München eine Lesung, auf die wir hier gerne hinweisen. Freue mich darauf, den einen oder anderen zu sehen – und vielleicht danach auf ein Glas Wein zu treffen. JG
Mittwoch, 8. Mai 2013
Wenn es um die Menschen geht, die zur Tafel gehen, dann höre ich manchmal: „Die wollen doch nur nicht arbeiten …“ Bestimmt gibt es solche Menschen. Aber es gibt auch die anderen. Immer mehr Menschen in einem regulären Arbeitsverhältnis können von ihrem Lohn nicht leben. Die Zahl der Arbeitnehmer, die mit einem monatlichen Verdienst von 800 Euro brutto im Monat auf Hartz IV angewiesen sind, ist in den vergangenen vier Jahren kontinuierlich gestiegen. Die Süddeutsche Zeitung beruft sich heute auf neue Statistiken der Bundesagentur für Arbeit. Bei den Singles hat die Zahl der „Aufstocker“ um fast 40 Prozent zugenommen. Das sind Kunden der Tafeln. Armut gibt es auch in Deutschland, besonders oft bei Menschen, die für andere den Dreck wegmachen.
Die Schiffstaufe steht bevor: in zwei Tagen wird das neue Schiff getauft, dann geht die EUROPA 2 auf Jungfernfahrt. Die Zeitungen sind voller Bilder von dem neuen Superschiff. Hier ein Foto von dem spektakulären Kronleuchter im Restaurant der Weltmeere. Diese Erleuchtung wird dazu beitragen - und das steht in keiner Zeitung - dass die Gäste mit der Verlosung der Seekarte unsere Projekte unterstützen. Auch unsere Erleuchtung in Myanmar. Ohne Kronleuchter, aber für die Menschen in Myanmar sind unsere Solarlampen genau so eindrucksvoll wie dieses Schmuckstück aus Muranoglas. Gerade sind wieder 5.000 Kronleuchter - Verzeihung, ich meinte Solarlampen - in Myanmar eingetroffen. Gespendet von den Gästen der Hapag-Lloyd Kreuzfahrtschiffe. Wir sagen "Dankeschön" und wünschen der EUROPA 2 allzeit gute Fahrt.
Dienstag, 7. Mai 2013
Seit ein paar Tagen werben wir im Freundes- und Bekanntenkreis für unser Mentoren-Programm, denn 55 Studenten der unterschiedlichsten Fachrichtungen suchen noch einen Mentor. „Was muss ich denn tun als Mentor? “, werde ich oft gefragt. Meine Antwort ist geübt: „Kontakt halten, ein bisschen etwas aus unserer (Berufs-)Welt erzählen, offen sein für Fragen, Wünsche und das Leben eines Studenten auf den Philippinen oder in Myanmar.“ Das hört sich sehr allgemein an, ist es auch. Persönlich wird es, wenn man näher an einen Menschen rückt (wie wir beim „Kleinen Prinzen“ gelernt haben). Für mich wurde es heute Morgen persönlich – da erhielt ich von Khin die Nachricht, dass Kay Thwes Vater gestern gestorben ist. Natürlich kenne ich den Vater „meiner“ Lieblingsstudentin, wir haben manches Mal zusammen gesessen, wir hatten gemeinsame Pläne für den Bau einer Schule in seinem Dorf. Das Leben wird jetzt schwer werden für Kay Thwe und ihre Familie. Ich werde schauen, wie ich helfen kann. Es ist nicht meine Aufgabe als Mentor, in so einem Fall zu helfen – es ist mein ganz persönlicher Wunsch. Das nächste Mal, wenn mich jemand nach den Aufgaben eines Mentors fragt, werde ich auch etwas von diesen persönlichen Bindungen erzählen, von Glück und Leid, die damit verbunden sein können. JG
Montag, 6. Mai 2013
Die Lions unterstützen viele Projekte. Nicht nur die Tafeln in Deutschland, sondern auch ein Projekt in Afrika, das wir hier vorstellen: PAUL, der Wasserfilter beim Einsatz an einer Schule in Gambia. Derweil bringen wir 24 Wasserfilter nach Myanmar. Es sieht so aus, als ob hier wieder eine gute Schnittmenge entsteht für eine mögliche Zusammenarbeit mit den Lions. Ich bin ganz zuversichtlich, dass wir unsere Wasserfilter im Juni an unsere Schulen übergeben können. Bis wir davon berichten können, empfehlen wir einen Blick in die April-Ausgabe des Lions-Magazins „LION“. (Eine Kopie des Artikels kann gerne bei uns angefordert werden.)
Sonntag, 5. Mai 2013
Ein sonniger Sonntagmorgen in München: Auf die Idee, ein Foto zu machen, sind wir leider erst gekommen, als Dr. Oursin schon gegangen war, deshalb ist der Stuhl im Vordergrund rechts leer. Es war eine nette Runde heute, von links nach rechts: Rita, Tina, Sascha, Johann, Claudia und Jürgen (nicht mit drauf, weil der das Foto gemacht hat). Sieben Mentoren – sechs für Studenten in Myanmar und einer, Dr. Oursin, für eine Studentin auf den Philippinen – haben sich ein bisschen kennengelernt, über dies und das geredet und sich am Umgang mit Menschen erfreut.
Am Telefon und per Mail sind wir jeden Tag miteinander verbunden – das entspricht der Arbeitswelt von heute. Es ist das tägliche Pflichtprogramm – dazu gibt es zweimal im Jahr den persönlichen Austausch, die Kür. Gestern in München kamen wir zusammen, von links nach rechts: Jürgen (Solar), Johann (Schulen), Clara (als Praktikantin für alles zuständig), Dieter (Zahnarzt Swimming Doctors), Patrick (Swimming Doctors), Roland (Lions/Tafel), Verena (Kinder), Wolfgang (Produktion) und Tom (Fotograf). Nicht im Bild: Sascha (der hat das Foto gemacht), Frau Hoepfner (gläsernes Konto), Jochen (unterwegs im Mittelmeer) und Henry (unterwegs in Südamerika). Es gibt keine spektakulären Ergebnisse zu berichten. Jeder hat von seinem Projekt erzählt. Wir haben überlegt, wo wir einander unterstützen können (Mentoren suchen) und was verbessert werden kann (der Internetauftritt, wir arbeiten daran). So haben wir den Nachmittag und den Abend viel miteinander geredet, später auch getrunken und gelacht. Bald verteilt sich das Team wieder nach Berlin, Hamburg, Bremen, Celle, Stuttgart, Gräfelfing und München – aber das ist nur äußerlich, innerlich bleiben wir auch auf Entfernung verbunden. Das ist ein wunderbares Gefühl für ein wunderbares Team.
Freitag, 3. Mai 2013
Die Suche nach Überlebenden haben sie eingestellt. Waren es 500 Tote oder mehr? Den Hausbesitzer haben sie gefasst, den Architekten und den Bauunternehmer auch. Nicht gefasst haben sie die Manager von Primark und KiK, die standen nicht auf der Fahndungsliste. Ebenfalls nicht gefasst haben sie die tausend Kunden, die heute wieder bei Primark einkaufen werden – auch sie stehen nicht auf der Fahndungsliste. Wer bei uns in Deutschland T-Shirts für zwei Euro verkauft, nimmt in Kauf, dass Menschen auf der anderen Seite der Welt dafür ausgebeutet werden. Das Gleiche gilt für jeden, der diese Billigware kauft. Wer meint, dass Geiz geil ist, der ist mitverantwortlich für die Toten in Bangladesch: als Werber, als Billiganbieter und als Kunde. Was hat dieses Thema auf der Stiftungsseite zu suchen, könnte man sich fragen. Die Antwort ergibt sich aus unserer Rolle als Mittler zwischen den Welten. Das Unglück hätte auch in Myanmar passieren können, auf den Philippinen oder in Äthiopien. Das gleiche Unglück kann morgen dort passieren, wo Menschen unter schlechten Bedingungen arbeiten, damit andere Menschen billig und gedankenlos kaufen können. Primark hat heute erklärt, die Betroffenen zu entschädigen. Dem Geschäftsprinzip der Firma entsprechend dürfte das billig abgehen.
Donnerstag, 2. Mai 2013
Wie soll man den Eindruck eines Tages zusammenfassen, an dem sich ein paar Hundert Initiativen präsentieren? Der „Markt der Möglichkeiten“ ist ein großes Mosaik, in dem sich die großen Player wie „Brot für die Welt“ höchst professionell präsentieren – und die kleinen mit selbst gebackenem Kuchen locken. Beide finden ihr Publikum. Alle Erdteile sind vertreten, verschiedene Glaubensrichtungen und politische Lager. Über allem steht das Motto „Soviel du brauchst“, was ein Aufruf zu einem bescheidenen Lebensstil sein soll. In zahlreichen Diskussionsforen wird über das richtige Leben, über Gebet und Gemeinschaft diskutiert. Aber es geht auch um Lebensfreude. Die ist besonders bei den vielen jungen Teilnehmern zu spüren – und so ist die Zusammenfassung meines Kirchentags in einem Wort zu finden: Freude!
Ob man in Hamburg die Antwort auf diese Frage findet? Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag steht unter dem Motto „Soviel du brauchst“. Zusammen mit Clara, unserer Praktikantin, werde ich mich umschauen, besonders auf dem Markt der Möglichkeiten. Dort stellen Initiativen aus der ganzen Welt ihre Ideen und Engagements vor. Vielleicht ist etwas dabei, was für unsere Stiftungsarbeit interessant ist. Wir werden berichten.
Mittwoch, 1. Mai 2013
Heute, am Tag der Arbeit, gibt es hier einen Blick auf die Arbeitslosenzahlen. Bei uns in Deutschland sieht es einigermaßen gut aus – aber die Zahlen aus Griechenland und Spanien zeichnen ein düsteres Bild. Wenn mehr als die Hälfte aller Jugendlichen keine Arbeit hat, dann trifft das die ganze Gesellschaft. Deshalb helfen wir nun den Nachbarn im Süden mit unseren Möglichkeiten: Wir unterstützen die Tafeln in Piräus und Barcelona. Auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein kann – es ist ein Tropfen Solidarität.
Dienstag, 30. April 2013
Liebe Stiftungsfreunde, gerade kommen 15 neue Studenten auf den Philippinen in unser Förderprogramm. Leslie und Henry kümmern sich um die Studenten auf den Philippinen – Khin und Sascha um die Studenten in Myanmar. Zwei tolle Teams mit insgesamt 102 Studenten und 39 Mentoren. Unschwer auszurechnen, dass noch ein paar Mentoren fehlen. Deshalb bitten wir alle Freunde der Stiftung um Unterstützung. Natürlich möchten wir gerne für jeden Studenten einen Mentor haben – und es ist unsere Aufgabe, die richtigen Menschen dafür zu finden. Vordergründig geht es um Geld, 1.000 Euro im Jahr. Dafür gibt’s eine Spendenquittung, dann ist das nur noch die Hälfte. Der tiefere Sinn liegt aber nicht im Geld, sondern in der Beziehung von Mensch zu Mensch. Beiden Seiten eröffnen sich neue Welten. Es gibt schon eine ganze Reihe von schönen Geschichten von Studenten und Mentoren, die sich persönlich getroffen haben. Für diejenigen, die nicht gleich reisen wollen, gibt es die „kleine Lösung“: Ende Juni wird Khin nach Deutschland kommen und bei verschiedenen Mentorentreffen von „ihren“ Studenten berichten, damit die persönlichen Beziehungen wachsen können. Also, der lange Rede kurzer Sinn: Wir brauchen noch ein paar Mentoren – und sind für jeden Kontakt dankbar :-))
Im Frühjahr wird das Abitur geschrieben, in Hamburg und München genauso wie in Mandalay und Bagan. Nach dem Abitur kommt dann die große Ungewissheit. Was soll ich werden? Was macht mir Spaß, wo liegen meine Stärken und mit welchem Beruf kann ich Geld verdienen? Die Fragen stellen sich die Jugendlichen bei uns in Deutschland – genauso wie die jungen Menschen in Myanmar. Doch die Voraussetzungen sind ziemlich unterschiedlich. Hier bei uns ist es eher die Qual der Wahl – in Myanmar, besonders wenn man auf dem Land lebt, gibt es nicht viel zu wählen. Nur mit Glück gelingt manchen Jugendlichen der Sprung in die Stadt. In der Stadt gibt es dann schon eine größere Auswahl: kleines Geld verdienen mit irgendwelchen Hilfsjobs, sich durchschlagen oder – mit etwas Glück ein Studienplatz. Bei Letzterem, dem Glück, werden wir in diesem Jahr wieder behilflich sein: Auf den Philippinen haben wir schon 15 neue Studenten ausgesucht, die von uns gefördert werden. In Myanmar dauert es noch ein bisschen mit der Auswahl: Im November werden dort unsere Scholarships vergeben. Wir werden davon berichten.
Montag, 29. April 2013
Über Arm und Reich wird viel geschrieben in diesen Zeiten. „Wie gerecht ist die Eurorettung, wenn die Menschen in den Nehmerländern reicher sind als die Bürger in den Geberländern?“ Um den Neid zu schüren, braucht man nicht nach Zypern zu schauen. Auch in Deutschland gibt es Arm und Reich. Die Niedriglohndebatte in Deutschland am einen Ende – der Blick auf den Lohnzettel von Herrn Winterkorn am anderen Ende heizen die Diskussion an. Wir wollen hier weder für die eine noch für die andere Seite Partei ergreifen. Es reicht für unsere Arbeit, zu sehen, dass es arme Menschen hier und dort gibt. Arme Menschen in Deutschland bekommen Hilfe von den Tafeln. In Griechenland, Spanien und Portugal gibt es auch Tafel-Initiativen. Diese Tafeln arbeiten etwas anders, aber mit dem gleichen Ziel: den Menschen zu helfen, die im Verteilungskampf von Arm und Reich verloren haben. Das passt zu den Zielen unserer Stiftung, deshalb werden wir in Zukunft neben den Tafeln in Deutschland auch vergleichbare Initiativen in Südeuropa unterstützen.
Sonntag, 28. April 2013
Beim Spaziergang durchs Städtchen stehe ich vor dem Schaufenster eines nicht ganz unbekannten Optikers. Groß und erfolgreich ist der geworden mit seinen Werbeideen. Groß werden wollen wir nicht, aber erfolgreich möchten wir sein. In den Projekten und wenn es um die Zufriedenheit der Menschen geht, die uns Geld geben. Das haben wir mit Fielmann gemeinsam. Deshalb erlauben wir uns hier einen kleinen Hinweis auf unsere „Geld-zurück-Garantie“. Die gilt länger als sechs Wochen, die gilt jeweils bis zum Jahresende: Wenn ein Spender nicht zufrieden sein sollte mit der Verwendung seiner Spende, dann geben wir ihm sein Geld zurück. Diese Garantie gibt es bei uns seit einigen Jahren, die Garantie ist persönlich verbürgt von Jürgen Gessner und Sven Raap. In Anspruch genommen wurde sie bisher von niemandem.
Samstag, 27. April 2013
Aufregung und Spannung im Kindergarten Little Lambs. 90 Kinder stehen ungeduldig vor dem Tor. Endlich ist der große Moment gekommen. Die Bustür öffnet sich, und die Kinder steigen ein, setzen sich artig auf die Bänke, der Bus hupt – und los geht die Fahrt ins nahe gelegene Museum. Catherine erwartet uns schon. In munterer Weise erzählt sie den Kindern viel Neues über Muscheln, Seesterne, Fische und Meerespflanzen. Staunend hören die Kinder zu, sind fasziniert von den Bildern über Wale und Delphine. Leider scheint heute die Sonne nicht, und auch der weiße Strand steht unter Wasser, doch dies ist allen egal. Hastig werden die Hosenbeine hochgekrempelt, Schuhe ausgezogen, dann geht es über die Steine ans Wasser. Die Kinder leben im Township Imizamo Yethu, nur zehn Minuten vom Strand entfernt, doch noch keiner hat das Meer jemals gesehen oder mit Freunden am Strand gespielt. Das Balancieren über die vielen Steine ist schwierig und gelingt nicht auf Anhieb. Neugierig spähen sie umher, fassen ins Wasser, und mit strahlenden Augen kommen Muscheln, Steine und Seetang zum Vorschein. Dann ein Freudenschrei! Maphufo hat einen Seeigel gefunden. Ängstlich fasst er ihn an, zeigt ihn stolz seinen Kameraden, die das Tier zuerst vorsichtig bestaunen, bevor sie ihn ins Wasser zurückgeben. Nach zwei wunderschönen und spannenden Stunden am Strand geht es zurück nach Little Lambs. Die Kinder sind durchnässt, aber glücklich. Während des Essens gibt es noch viel zu erzählen und zu lachen. Danach fallen alle auf ihre Matratzen und träumen von dem Tag am Strand.
Freitag, 26. April 2013
Auch das gibt es: Menschen und Initiativen, die die Tafelidee nicht gut finden. Stefan Selke, Professor an der Hochschule Furtwangen, hat unter dem Motto „Armgespeist. 20 Jahre Tafeln sind genug!“ ein Aktionsbündnis ins Leben gerufen. An diesem Wochenende will er vor dem Brandenburger Tor darauf aufmerksam machen, dass einige in diesem Land immer reicher werden – während sich andere von den Überbleibseln der Wohlstandsgesellschaft ernähren. Den Kritikern geht es nicht darum, die Tafeln abzuschaffen, sie wollen eine Debatte über die Aufgaben des Staates anstoßen. Auch Gerd Häuser, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche Tafel, fordert den politischen Dialog. Dieser Meinung schließen wir uns an – besonders mit Blick auf die „Working poor“ in diesem Land: Menschen, die jeden Tag arbeiten gehen, die aber von ihrem Lohn nicht leben können. Friseure, Amazon-Mitarbeiter und viele Gebäudereiniger gehören zu dieser Gruppe.
Für den guten Zweck macht sich der Bürgermeister schon mal die Finger schmutzig. Ein bisschen gute Presse kann nicht schaden in diesen Zeiten. Die Berliner Tafel feiert ihren 20. Geburtstag. Sabine Werth und ihre Helfer haben eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Aus einem kleinen Häuflein Freiwilliger ist ein respektables Unternehmen geworden. In Berlin – und flächendeckend in ganz Deutschland – sind viele Tausend Ehrenamtliche täglich unterwegs, um Lebensmittel einzusammeln, die übrig geblieben sind. Ein paar Hundert Tonnen täglich – das sind mehr, als ein paar Krumen der Wohlstandsgesellschaft. An dem Erfolg der Tafeln wirken wir aktiv und voller Überzeugung mit. Gemeinsam mit vielen Lions Clubs in Deutschland unterstützen die Tafeln bei der Anschaffung von Kühltransportern. 299 Fahrzeuge haben wir in den vergangenen Jahren auf den Weg gebracht. Bei der Übergabe des 300. Fahrzeugs werden wir ein Gläschen trinken. Auf das Wohl der vielen Tausend Menschen, die sich in ihrer Freizeit für eine einfache Idee begeistern: armen Menschen zu helfen – ja, die gibt es in Deutschland – und etwas gegen die Wegwerfmentalität unserer Gesellschaft zu unternehmen. Wir sind so sehr überzeugt von dieser Idee, dass wir unsere Hilfe in den kommenden Monaten nach Süden ausdehnen werden: zu den Tafeln in Griechenland, Spanien und Portugal. Wir werden davon berichten.
Donnerstag, 25. April 2013
Hoeneß und Lewandowski haben es bei der WELT nicht auf die Titelseite geschafft. Dort steht heute ein Thema ganz oben, obwohl es viele Menschen nicht zu interessieren scheint. Jedenfalls so lange, bis sie selbst in Not kommen. „Die Zahl der Organspender geht dramatisch zurück.“ Im dritten Jahr in Folge nimmt die Zahl der Menschen ab, die bereit sind, ihre Organe zu spenden, wenn sie sie nicht mehr brauchen. Bestimmt haben die Unregelmäßigkeiten der vergangenen Jahre zu diesem Rückgang beigetragen. Ob uns diese Erkenntnis hilft, wenn wir selbst in Not kommen? Wenn wir selbst daliegen, sehnsüchtig an unserem Stück Leben hängen, das an einem Spenderorgan hängt. Schön, wenn es dann Verwandte gibt, die zusammenhalten – für den Zusammenhalt einer Gesellschaft wird das nicht ausreichen. Deshalb werben wir heute hier auf unserer Seite dafür, dass sich jeder einen Organspendeausweis zulegt. Wer nicht weiß, wie das geht, dem helfen wir gerne. Im Bild einer der bekanntesten Organspender, der SPD-Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Der Politiker spendete im August 2010 seiner Frau eine Niere.
Khin, unsere Studentenbetreuerin in Myanmar, hatte ein paar Fragen verschickt – wir können hier nicht alle Antworten veröffentlichen, deshalb stellvertretend hier die Antwortmail von Kay Thwe. Sie war die erste Studentin, die wir gefördert haben. Fünf Jahre ist das her. Kay Thwe hatte das beste Abitur im ganzen Landkreis geschrieben und konnte trotzdem nicht zur Uni gehen, weil die Eltern arm sind. „Kay Thwe muss studieren, sie ist so talentiert“, sagten die Lehrer und fingen an zu sammeln. Ich hatte das Glück, in dem Moment dazuzukommen. Das talentierte Mädel hat es geschafft: Sie ist eine selbstbewusste junge Frau geworden. Vorbild für hundert nachfolgende Talente, die in unser Studenten-Programm aufgenommen wurden. Das Foto zeigt das Heft, in dem jeder Student den Erhalt seiner monatlichen Zahlung quittiert. Hier ist die Antwort von Kay Thwe:
1. Yes, I have been absolutely happy with the subjects that I have studied at the university.
2. Yeap! There is no doubt for that question. I am not only happy but also grateful to you for the support I got from students program.
3. Briefly, my practical work at hospital is both happy, tired and interesting, but sometimes boring when I was duty on peripheral or speciality wards such as Gestrointestinal unit.
4. During Waterfestival, I was duty in Neurosurgical unit. There were a lot of patients who were admitted for head injury due to assault, self accident and road traffic accident. I did stitching and dressing for that wounds without stopping. Everyday had Emergency Operation for severe haemorrhages inside the skull and brain even at dawn. During Waterfestival, I have 24 hour duty and I got about 1 hour or half an hour to sleep. Almost all the patients were bleeding and drunken. I found difficulty how to communicate with them. Eventually later, I became short-tempered for my patients. Even I could smell the smell of blood from my body. Furthermore, we did Cardiopulmonary Resuscitation alot and about 3-5 people were died off in each festival days.
4. Sometimes, I feel upset for curing the patients as emergency and not getting sound sleep in doctor’s life. But I am strong enough to make a successful life. Up to now, I have got a chance given by Gessner that I can work in Mobile clinic. After I have finished my practical work, I have to stay in Mandalay for a few months because there will be a course for doctor’s licence. When I was young, I wanted to become a surgeon. But now, I found that female surgeons have less chances to promote than male surgeons. Actually, I am happy with helping people who need me and I want to be necessary or essential person for a community. So, I think the more suitable life for me is to work in Public Health.
5. I might study my practical year at hospital for 1 and half year according to changed policy. After that, I will start my work.
6. My hobby is helping people as much as I can. So, I do wish to help the poor students like me in our country. One of my ambition in life is to become a rich a person to help the poor and the old. At this moment, the thing I can do is that I will find the poor students within my environment and make them to join with our students program. When I has my own job and salary, I will return the suitable amount of money to our program and I think this is also the help to the poor students. Thanks for reading my report. I will stop my mail here. With best regards, Kay Thwe
Mittwoch, 24. April 2013
Er ist ein Mensch, der nicht nur hofft – Bill Gates, 57, tut viel, um seine Ziele zu erreichen. Oft mit großem Erfolg, manchmal mit kleinerem. Im neuen „stern“, heute erschienen, spricht er über seine Rolle als Spendensammler und Helfer – wirbt für den Kapitalismus und soziale Verantwortung – und beantwortet die Frage, was ihn mehr stolz macht „Geld zu verdienen oder es wegzugeben“. Ein lesenswertes Interview.
Hello Henry, hello Stiftunglife friends, with the students last year and the new ones we have 30 students on the Philippines now. I am in the province and I have to travel one hour and a half going to the next town and back to use the internet. We do not have internet in my town. I will sent you the pictures and the biografies from the 15 new students within this week. Warm regards, Leslie
Dienstag, 23. April 2013
In der Regel gibt es immer den buddhistischen Segen, wenn eine Schule gebaut wird. Bei der Beate School ist dieser Segen in Sichtweite, denn das Kloster liegt genau gegenüber – auf der anderen Straßenseite. Dort werden jetzt die Kinder unterrichtet, die keinen Platz in der Schule haben – solange, bis in der Schule wieder genügend Klassenräume zur Verfügung stehen. Der Mönch hat sich sehr für den Bau der neuen Schule eingesetzt. Das Foto mit den Grüßen von der „ground breaking ceremony“ kam heute Morgen aus Myanmar: Dear Juergen, we start Beate school. We will finished this building on end of may. I change windows to your wish with shettle windows style. May the Lord bless you and see you soon, yours Moses & Juergen
Montag, 22. April 2013
Heute ist der Tag der Erde – warum eigentlich nur heute? In 176 Ländern wird es viel Folklore geben, nette Reden und Aufforderungen, die Wertschätzung für unsere Erde – und natürlich auch für die Umwelt – zu stärken. Dann werden wir alle noch aufgefordert, über unser Konsumverhalten nachzudenken. Morgen ist ein neuer Tag – in Deutschland der Tag des Deutschen Bieres ...
Unsere Solarlampen in Myanmar sind ein Umweltbeitrag, der den Menschen hier und dort nützt. Unser Engagement für die Tafeln regt gelegentlich zum Nachdenken an, auch bei uns selber – nicht jeden Tag, aber immer öfter. Clara B. Praktikantin bei der Stiftunglife
So viel Freude mir die Arbeit auch macht – gelegentlich überkommt mich staunende Verwunderung, wie das alles funktioniert in unserer vernetzten Welt: In Hamburg schreibt Susanne eine Mail an einen Lions Club in Spanien, den wir für die Tafeln gewinnen möchten – Ulrich und Alexandra in Kaiserslautern planen mit Sascha (in Celle), Khin (in Yangon) und mir (in München) die Eröffnung der Thandar School im Delta. Derweil werden auf den Philippinen die neuen Studenten für unser Förderprogramm 2013 ausgesucht. Leslie organisiert in Mindoro, Henry (zurzeit in Südamerika) kommentiert aus der Ferne und bindet seine Schwägerin vor Ort ein. Währenddessen sitze in München am Schreibtisch und staune, wie sich das Netzwerk der Stiftung um die halbe Welt spannt. Dank an euch alle, die ihr mitwirkt und darin verflochten seid :-))
Thank you Henry, it was really a fruitful week. Thank you for sending Myra to be part of the panel. (Another member of the panel is my daughter who arrived from Manila at 6 am on the day of interview!) As Myra said it was very tiring as we traveled the whole day and we reached my place past 8 pm. Good that we woke up early for the interview because the students and their parents started arriving as early as 7 am although the interview was scheduled for 9 am. You see how determined they are to get in the program! Best regards, Leslie
Es fängt schon mit der Wortwahl an: „Lebensmittelabfälle“ steht über der Grafik, die im Spiegel Wissen veröffentlicht wurde. Quelle: das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Wer von Abfällen redet, muss sich nicht wundern, wenn die Menschen entsprechend handeln. Gewaltige Zahlen stehen im Raum, wenn man von Abfällen redet – ich spreche lieber von „überschüssigen Lebensmitteln“. Ob die Aufteilung dieser Grafik der Wirklichkeit entspricht, kann ich nicht sagen – eines haben alle Statistiken gemeinsam: Der Anteil der Lebensmittel, die in privaten Haushalten weggeworfen werden, wächst seit Jahren. Eine zunehmende Anzahl von Menschen behandelt Lebensmittel wie überflüssige T-Shirts: Was nicht mehr gefällt, wird weggeworfen. Gestern erzählte uns Renate beim Abendessen von einem ganzen Brotlaib, der in der Mülltonne lag. Da können auch die Tafeln nicht helfen. Immerhin, das Brot lag in der Biotonne ...
Sonntag, 21. April 2013
Lieber Jürgen, mit großer Freude haben wir gelesen, dass die Stiftunglife Oliver unter die Arme gegriffen hat, um den inländischen Transport der Krankenhausbetten in Myanmar finanziell zu stemmen. Wir hatten die Sammlung organisiert und den Transport der Betten von Starnberg nach Myanmar finanziert. Das ist schon lange her – nun freuen wir uns sehr, dass die Betten einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden konnten. Herzlichen Dank für Deine Unterstützung! Viele Grüße, Jürgen N.
Verlockend, besonders für uns Münchner liegen die österreichischen Sommerangebote direkt vor der Tür. In diesem Jahr werden wir das mal ausprobieren. Allerdings will ich im Sommer auch nach Myanmar reisen: Vor Ort möchte ich sehen, wie der Bau der Swimming Doctors 2 vorangeht – mir den Baufortschritt an der Beate und der Christel School anschauen – und die neuen Wasserfilter in die Dörfer bringen. Für so ein kleines Programm reichen zehn Tage. Wer Zeit und Lust hat und sich für unsere Arbeit interessiert, kann mich gerne auf dieser Reise begleiten. JG
Samstag, 20. April 2013
Good morning Mr. Gessner, Swimming doctor is back in Seik Gyi dock yard and the news are not good. On top of the left back side main beam which we knew it has to be changed the front lower deck main beams eaten by termites (as you can see on the attached images) have to be changed too. In the kitchen the basin cupboard need also to have all its plywood changed. Like every year the entire corking of the hull and of the inside corridor has to be redone as well as the antifouling painting under the water level and the hull above and the outside upper deck paint. These total hull repair without any mechanic maintenance cost 9.900.000 Kyats = 9.000 Euro at today rate. I will have the mechanic report in the coming days. Best regards, FK
Dear Mr. Kenedi, thank you for your information, even when this is not the best one. While you are taking care for hull repair, i will collect the money. Now a little bit more. Thank you, see you soon. Best regards to Phyo please, Yours JG
Freitag, 19. April 2013
Passend zu dem Eintrag gestern kann ich heute den Fotografen zeigen. Mit dem habe ich mich gerade getroffen, um ihm zu seinem Preis zu gratulieren – und über Burkina Faso zu reden. Walter Korn wird im kommenden Monat wieder runterfliegen und bei der Gelegenheit auch nach den Solarlampen schauen, die wir im letzten Jahr dorthin geliefert haben. Seit Jahren engagiert sich der Münchner Fotograf für Schul- und Gesundheitsprojekte in dem westafrikanischen Land. Er ist unser Kontaktmann, der einmal im Jahr vor Ort nach dem Rechten schaut. Vor drei Monaten war er schon einmal dort, konnte aber wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen in Mali nicht weiterreisen. Nun der zweite Versuch. Wir wünschen eine gute Reise und freuen uns auf Bilder und Berichte.
Donnerstag, 18. April 2013
Mit Freude und ein bisschen Verspätung gratulieren wir Walter Korn, Mitarbeiter der Fotoredaktion der Süddeutschen Zeitung. Mit seinem Foto vom Afrikafest in Ingolstadt gewann er den ersten Platz beim Fotowettbewerb der Grimme-Akademie, der Teil des europäischen Projekts „media4us“ ist. Das Motto des Wettbewerbs war „Zeig’s uns! Kulturelle Vielfalt im Bild“. Das Siegerfoto trägt den Titel „Freude“. Wir sind Walter Korn verbunden durch unser Solarlampen-Projekt in Burkina Faso.
Mittwoch, 17. April 2013
Die Headline von unserem Eintrag zum Tag der Toleranz hatte sich verändert. „Wie kann das sein?“, frage ich erst mich und dann Herrn Zerner, der unsere Internetseite täglich betreut. Gestern Morgen stand da noch – Tag der Toleranz – und kurze Zeit später lese ich an gleicher Stelle die neue Headline – Tag und Nacht für Toleranz ... Nach dem ersten Staunen komme ich ins Grübeln: Ist ja eigentlich richtig, warum soll sich die Toleranz nur auf den Tag erstrecken – neu formuliert regt die Überschrift vielleicht mehr zum Nachdenken an?! Während ich in Gedanken über eine sich weiterentwickelnde, selbstverbessernde Cyberwelt versinke, blinkt die Antwort von Herrn Zerner in meinem Postfach: „Die Anregung kam von unserem Lektor.“ Es war der gute Geist aus der Steiermark, der bescheiden im Hintergrund wirkt, der alle unsere Texte liest, redigiert und korrigiert. Danke, lieber Herr Piribauer, für diese und viele, viele andere Verbesserungen in den Details unserer Formulierungen. JG
Dienstag, 16. April 2013
Hi Juergen, my sister in law Myra reported from the interview of the Philippine students for the scholarship 2013. To be honest, since she is not involved in the Stiftung, this thoughts are more special though.
Maybe we can take this as a report on the webpage?
Of course, Henry, we can. Here it is, and please give a big thanks to your sister in law :-))
Barangay Mansalay Oriental Mindoro is at the south. It took us 9 hours to get there. The next day when the interview was scheduled I thought it’s going to be easy but as I listened to each of the stories my interest raised up. Those kids went through a lot, but no matter how hard things for them, they don’t give up their dreams. Some of them walked long hours everyday just to get to school. They sacrificed a lot and admire them because despite of the hardship they still got a very good grades. Some graduated as valedictorians, salutatorians and the rest are with honors. Their stories maybe heartbreaking but its full of positivity and inspiration. As the interview went by, I felt the need of help and understanding for these students who are willing to do anything just to get a chance in life. The small barangay of Mansalay has very limited opportunities. In order for them to get a good job and help their families they need Education. I’m glad that Stiftung life is giving them the chance to achieve their dreams. I could say that they deserved it. Their families may have less, but they will do anything to support and help their children because they are their only hope. On a personal note, the trip was physically tiring and exhausting because it was really a long way and temperature was very hot but at the end, its all worth it.
Toleranz ist ein Thema, das jungen Menschen täglich in Schule, Familie und Freundeskreis begegnet – als häufig postulierter Begriff, als Handlungsoption, als Bedingung für gesellschaftliches Zusammenleben. Was bedeutet es, andere Meinungen zu erkennen und anzuerkennen? Wo liegen die eigenen Toleranzgrenzen? Muss der eigene Stadtpunkt gelegentlich überdacht werden? Heute, am bundesweiten Aktionstag „Wir für Demokratie – Tag und Nacht für Toleranz“, lohnt es sich, darüber nachzudenken. Wie ist unser Verhältnis zu Ausländern? Zu den Menschen, die als Ausländer zu uns nach Deutschland kommen – und zu den Menschen, denen wir begegnen, wenn wir in ferne Länder reisen ...
Montag, 15. April 2013
Knapp die Hälfte der Deutschen hat Angst um ihre Ersparnisse. Auch uns beschäftigt die Frage „Wie legen wir das Geld der Stiftung richtig an?“. Es gibt manchen wohlmeinenden Rat, aber keine Garantie. Geld ist ein wichtiges Thema. Nicht nur beim sorgfältigen Umgang mit den Spendengeldern, sondern auch bei der Verwaltung eigener Stiftungsgelder. „Nichts ist sicher“, titelt der Spiegel – und Chris-Oliver Schickentanz, Chief Investment Officer der Commerzbank in Frankfurt, meint mit Blick auf magere Zinserträge, Substanzerhalt ohne Risiko sei unmöglich. In diesem Umfeld bewegen wir uns mit der Verwaltung von 16 Millionen Euro Stiftungs-Grundstockvermögen. Dieses Vermögen soll sicher angelegt sein, erhalten werden und Erträge bringen für unsere Projekte – denn in jedem Projekt stecken neben den Spendengeldern auch eigene Gelder der Stiftung. Gut, dass Sven den Umgang mit Geld gelernt hat. Durch die Finanzkrise der letzten Jahre hat er uns gut durchmanövriert. Mit Zuversicht schauen wir in die Zukunft: Gerade haben wir für die Stiftung eine größere Immobilie gekauft. Ein Stück Zukunftssicherung für die wir, die Vorstände der Stiftung, persönlich haften.
Sonntag, 14. April 2013
Was für ein Glück, dass Karin und Jörg mich mitgenommen haben – endlich habe ich den golden Felsen zu Gesicht bekommen: in Wolfsburg. Wie ein Wunder ruht der goldene Felsen vor dem Abgrund. Der Legende nach hält ein einzelnes Haar Buddhas den blattgoldenen Giganten in der Schwebe. Steve McCurry hielt sich mehrere Tage an dem buddhistischen Wallfahrtsort auf, um den besten Blickwinkel für dieses Bild zu erkunden. Das satte Licht kurz nach Sonnenuntergang verleiht der mystischen Stimmung einen ganz besonderen Glanz. Bis zum 16. Juni werden die farbgewaltigen Aufnahmen von Steve McCurry im Kunstmuseum Wolfsburg gezeigt. Titel der Ausstellung: Im Fluss der Zeit. Fotografien aus Asien 1980–2011.
Samstag, 13. April 2013
Der Preisverfall ist enorm. Noch vor zwei Jahren kostete eine SIM-Karte in Myanmar 2.000 US-Dollar. Vergangene Woche kündigte Myanmar Telecommunication an, künftig SIM-Karten für zwei Dollar abzugeben. Das Land ändert sich im Zeitraffer. Noch haben keine fünf Prozent der Burmesen ein Handy. In einem Jahr werden es 25 Prozent sein. Oder 50 Prozent? Es geht um ein Milliardengeschäft für die Großen und um Alltagschancen für die Kleinen. Während Vodafone, China Mobile und die Japaner ihre Chance suchen, hoffe ich auf ein Roaming-Abkommen mit der Telekom. Damit ich auch in Myanmar erreichbar bin – so wie in fast allen Ländern dieser Erde.
Knapp fünf Milliarden Euro spenden die Deutschen jährlich an die Hilfsorganisationen ihres Vertrauens. So stand es gestern in der Celler Zeitung. So erfreulich diese Zahl ist, so erstaunlich ist, dass 70 Prozent der Befragten dabei nur auf das Renommee setzen. Sie vertrauen der Organisation, ohne sich weiter zu informieren. Nur knapp die Hälfte der Spender erwartet genauere Informationen zu den Projekten. Ob diese Studie wohl repräsentativ ist? Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass Spender sich die größte Freude entgehen lassen: vor Ort zu sehen, was mit dem Geld bewirkt wird. Hier auf dieser Website kann man täglich verfolgen, was in unseren Projekten passiert. Noch mehr Spaß macht es, die Freude live mit denen zu teilen, denen wir helfen konnten. Ich war vor Ort und habe in Myanmar Zeit und Aufmerksamkeit gespendet für „meine Waisenkinder“. Spenden ist für mich eine gute Tat, die auch mit eigener Freude und eigenem Glück verbunden ist. CB



















